Heilerde als Wurmfutter?

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Rikes Kiste
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Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Rikes Kiste »

Hallo liebe Wurmkisten-Besitzer und -foris!
(wave)

Ich habe mal eine spezifische Frage an euch...
Kann man an die Würmer eigentlich Heilerde verfüttern?

Grund ist, ich habe zu Hause noch so ein Päckchen mit Heilerde herumstehen; um genau zu sein ist es die "Heilerde 2" vom Hersteller Luvos, geeignet für die überwiegend äußerliche Anwendung, deshalb auch als "hautfein" betitelt.
Luvos_Heilerde-hautfein.jpg
Die steht irgendwie noch in meiner Küche herum und nimmt da Platz ein, den ich auch gerne anders nutzen würde ;)

Gekauft hatte ich sie mal, um mir mit Wasser Gesichtsmasken und dergleichen anzurühren, weil man sich so als Jungsche mit gewissen Übelkeiten auf der Haut herumplagen muss und dabei nicht in Plastik eingepackte Peelings kaufen möchte....
Tja, wie es manchmal so kommt, habe ich dafür nun eine Peelingseife im Stück, die ihren Zweck wunderbar erfüllt :D und nun steht diese Heilerde halt ungenutzt herum und wartet seit ca. einem halben Jahr darauf einem sinnvollen Nutzen zugeführt zu werden.

Gelesen habe ich in einem anderen Forum von jmd., die ihre Würmchen mit "Lehmpulver" (aka Luvos Heilerde) gefüttert hat.
Da das aber aus einem Pflanzenforum stammt, dachte ich mir, ich frage lieber hier mal nach, ob es Bedenken gibt oder ob ich die Heilerde problemlos meinen Wurmies überantworten kann.
Vielleicht habt ihr auch eine Empfehlung bzgl. der Dosierung... - oder kann man Heilerde nicht überdosieren?

Ich hatte überlegt, die Heilerde in Verbindung mit der allgemeinen Mineraliengabe zu kombinieren.
Dosis vielleicht: 1 Esslöffel Diabas-Urgesteinsmehl + 1 Esslöffel Eierschalenmehl (übliche Dosierung 1mal wöchentlich zum üblichen Futter) + 1 Teelöffel oder Esslöffel Heilerde ?? - oder ist das schon zu viel?

Wenn ihr noch andere Tipps habt: immer gerne her damit! :D

lg
Henrike
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Eberhard
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Eberhard »

Luvos-Heilerde ist ein reines Naturprodukt ohne chemische oder sonstige Zusätze. Der naturreine Löss der Luvos-Heilerde enthält in stets gleichbleibender natürlicher Zusammensetzung die Mineralien Quarz, Feldspat, Kalkspat, Dolomit, Glimmer und Montmorrilonit
Löss ist ein häufiger Bestandteil von Boden und sehr sicher unbedenklich, ist aber kein Futter im eigentlichen Sinn.
Eine Überdosierung kann ich mir nicht vorstellen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Rikes Kiste
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Rikes Kiste »

Hallo Eberhard
(wave)

Das klingt super!
Endlich erfährt die Heilerde eine sinnvolle Nutzung! :lol:

Und nein, als Futter habe ich sie in dem Sinne nicht gedacht gehabt, eher als Zusatz zu den Mineralien, die ich den Wurmies ohnehin zukommen lasse. (Habe ich vielleicht auch etwas unglücklich im Titel ausgedrückt... :? )

Ich wollte mich nur nicht auf eine Meinung verlassen (den Beitrag aus dem Pflanzenforum betreffend), sondern gerne noch andere (verifizierte) Meinungen hören, denn u.U. haben auch schon andere mal Lehmpulver oder Heilerde an ihre fleißigen Kompostierer "weitergereicht".
Eberhard hat geschrieben:Eine Überdosierung kann ich mir nicht vorstellen.
Wenn ich es recht weiterdenke, klingt es auch irgendwie komisch... (irre) - sonst würden die Würmer draußen in der Natur ja reihenweise den Weg in den Wurmhimmel antreten, da gibt's ja deutlich mehr Boden mit lehmigen Anteilen als in so einer Wurmkiste mit ihrem beengten Raum :roll: und dann würden wir im Herbst im Laub versinken, weil nix mehr kompostiert würde :lol:

Ich werde es dennoch mal vorsichtig angehen lassen und es erstmal testen, wie viel Heilerde die korrekte Dosierung ist und die Erfahrung dann hier weitergeben (falls mal wieder jmd. fragt, inwiefern man Heilerde für die Wurmies servieren kann 8-) )

lg
Henrike
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Eberhard »

Ich sehe die Zugabe von Mineralik eher positiv. Wenn man bei Humus von Ton-Humus-Komplexen spricht, wo sollen da bei purer Bio-Abfall- und Pappe-Fütterung Tonanteile herkommen?

Die Unterscheidung von Humus in Nährhumus (schneller vergänglicher Dünger) und Dauerhumus (guter Bodenbestandteil mit Potential auf ein langes und positives Bestehen im Boden) gelingt nicht jedem.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Rikes Kiste »

... ich habe jetzt mit einem gestrichenen Esslöffel als Dosis angefangen.
Bis jetzt habe ich nicht beobachten können, dass die Wurmies sich drauf stürzen... - zumindest nicht so wie beim Eierschalen-Mehl, das ist manchmal innerhalb weniger Tage unauffindbar und man kommt unweigerlich ins Grübeln, ob man's überhaupt schon gestreut hat :lol:

lg
Henrike
die das mal weiter im Auge behält
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Worma »

Hallo Hendrike,
ich stand vor Jahren ebenso mit einer Packung Heilerde in der Hand da und überlegte, sie den Judels zu geben. Hab ich auch gemacht. Nicht alles auf einmal, sondern zusammen mit dem Urgesteinsmehl solange, bis die Packung leer war. Hab keine Besonderheiten feststellen können und geh davon aus, dass es den Würmern nicht geschadet hat. Und ich hatte das gute Gefühl, dass das Zeug nicht im Müll gelandet ist.
Sonnige Grüße
Worma
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Rikes Kiste »

Worma hat geschrieben:...ich hatte das gute Gefühl, dass das Zeug nicht im Müll gelandet ist.
Genau das dachte ich mir auch aka "kann man das nicht den Würmern geben und tut ihnen im Zweifel sogar noch was Gutes dabei?" ;)
Außerdem war die Packung Heilerde (verhältnismäßig) teuer... - bei der kleinen Packungsgröße. Wenn ich wüsste, wo es bei uns in der Gegend noch Lehm gäbe, würde ich den wohl lieber selber sammeln gehen. Natürlich nicht im Naturschutzgebiet, ist ja klar.
(Bei uns ist Biosphärenreservat und Naturpark in der Gegend, da dürfte ich wohl nicht einfach so mal ein Säckchen Lehm mitgehen lassen :? und offene Tonstiche haben wir eigentlich nicht mehr so, außer welche, die mit Wasser vollgelaufen sind :lol: aber Ton ist ja noch ein kleines bisschen anders als Lehm, zumindest im Bodengefüge. In den Bodengutachten kommt der Ton immer noch unter dem Schluff, weil die Körnchen kleiner sind ;) )

lg
Henrike
die ihre Heilerde jetzt regelmäßig zu den Mineralien mit beimischt und die Dynamik (in) der Kiste weiter beobachten wird
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Silver »

Das ist eine gute Idee. :idea: Ich hab ein ebensolches Päckchen herumstehen, für das ich dann doch keine Verwendung hatte, und würde es ebenfalls dem Wurmfutter beimengen wollen. Danke für den Input!
Rikes Kiste hat geschrieben: Do 12. Jan 2023, 21:34 Ich werde es dennoch mal vorsichtig angehen lassen und es erstmal testen, wie viel Heilerde die korrekte Dosierung ist und die Erfahrung dann hier weitergeben
Gibt es schon konkrete Erkenntnisse?
Silver
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Silver »

Silver hat geschrieben: Fr 24. Feb 2023, 17:45 Gibt es schon konkrete Erkenntnisse?
Ich antworte mir mal selbst: Ich hab ein bis zwei großzügige Teelöffel Heilerde pro Fütterung verteilt und bin damit zufrieden. Die Wurmis sind nicht getürmt, und gleichzeitig konnte ich damit unangenehmen Geruch binden, der sich durch zu lang nach dem Auftauen im Warmen gelagertes und dadurch leicht gegorenes Futter gebildet hatte.

Nun würde ich das nicht extra kaufen und anwenden, dafür gibt's ja den Mineralmix, aber schaden tut es anscheinend nicht.
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Rikes Kiste »

Huhu (wave)

Jetzt melde ich mich mal wieder zurück zum Thema Heilerde...

Also, ich kann sagen, dass meine Würmies kein Problem mit der Heilerde haben, ganz im Gegenteil möchte ich sogar behaupten, dass meine Würmchen überaus gesund aussehen, was ich aber nicht nur auf die Heilerde allein schiebe, sondern sicher noch andere Faktoren beinhaltet.
Ich wechsle inzwischen in den Mineralgaben zwischen der gekauften Mischung, die sie alle drei Wochen bekommen (manchmal auch alle zwei Wochen) und einer Eigenkreation mit Urgesteinsmehl, die sie zu den restlichen Zeiten bekommen. Egal ob käufliche Mineralmischung oder Urgesteinsmehl, immer mische ich
- einen Teil Heilerde und
- einen Teil Eierschalenmehl aus gemahlenen Eierschalen dazu
und gebe das dann in die Kiste.

Meine Beobachtung ist, dass meine Würmchen sehr agil und flink sind (insbesondere wenn Licht in die Kiste fällt und Wurm schnellstmöglich in den Untergrund verschwinden muss) und auch schön kräftig gefärbt sind (schön rötlich, aber ohne auffällige Ringel und auch ohne gelbliches Schwanzende!)

Bevor hier jmd. schreit wegen dem Eierschalenmehl...
Ich habe zwischenzeitlich mal für einige Wochen keines gegeben, weil ich keines fertig gemahlen da hatte und keine Zeit welches zu mahlen (bis ich auf den klugen Gedanken mit einer elektrischen Kaffeemühle kam - ich als Nicht-Kaffeetrinker :lol: :lol: ) - und mein Eindruck war, dass die Würmer das Eierschalenmehl vermissten....
K.A., wie ich das am besten umschreiben soll, aber ich meine, die Wurmies sahen etwas blass "um die Nase" aus...

Den gleichen Eindruck hatte ich auch beim Lehmpülverchen, sodass ich vorerst nicht drauf verzichte, sondern weiterhin welches gebe. Habe sogar extra für die Wurmies neue Heilerde zum Füttern gekauft (irre) (irre)
Was tut man nicht alles... :roll:

Ach so, Dosierung....
Ich bin beim Esslöffel geblieben.
Wenn ich den Eindruck habe, ich sollte eine größere Menge Mineralien geben, dann ist's ein gehäufter Esslöffel, sonst eben nur ein leicht gehäufter Esslöffel voll.

Ich hab's auch schon mal alleine, nur mit Minralmischung bzw. Urgesteinsmehl gegeben (als ich die Pause vom Eierschalenmehl hatte), aber da hatte ich den Eindruck, dass die Würmchen gar nicht so sehr hipp auf das Lehmzeugs sind...
Es macht tatsächlich die Mischung mit dem Eierschalenmehl, glaube ich ;)

Liebe Grüße
Henrike
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