Heilerde als Wurmfutter?

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Rikes Kiste
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Rikes Kiste »

Kann mal wieder ein Stückchen meiner Erfahrung weiterverteilen... :D

Nachdem ich nun längere Zeit Heilerde mit in die Wurmkiste gebe und ich dieses Jahr im März wieder Humus geerntet habe, ist mir aufgefallen, dass der geerntete Humus deutlich krümeliger war als bei der letzten Ernte. Der sah sogar richtig "körnig" aus, also fast wie kleine Kügelchen. Die haben auch gut Feuchtigkeit gehalten, backten aneinander und an meinen Fingern (ich trug Handschuhe, Ergebnis war aber gleich, nur eben am Handschuh). Es lag wohl nicht nur am ausgeglichenen Feuchtigkeitsmanagement in meiner Kiste, sondern wohl auch am zugesetzten Lehm. Auch wenn ich an der Dosierung nichts weiter geändert habe, es sind immer noch 1 bis 1,5 Esslöffel pro Vorgang.

Ich persönlich empfinde es als sehr angenehm, dass der Humus so körnig (also nicht nur krümelig, sondern körnig!) ist. Auch hält er gut Feuchtigkeit fest, was ich jetzt auch dem Lehm zuschreiben würde.

Einzige Sache ist, dass ich aus Kostengründen bei Aufbrauchen der Heilerde auf Neudorff's Bentonit umsteigen werde :lol: Effekt dürfte aber ähnlich sein.

lg
Henrike
die das mal weiter beobachten wird
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Trulllla
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Trulllla »

Au ja, beobachte das mal weiter. So richtig kann ich mir nicht vorstellen, dass es an dem bisschen heilerde liegt.
Heilerde ist, glaube ich, Schluff, also kurz unter Sand von der Größe her.
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kuno
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von kuno »

Gut, dass Ihr das Thema aufgreift. Ich hatte ganz vergessen weiter ein bischen Lehm zu geben.

Lehm ist ja nichts anderes als Teile von verwittertem Gestein in sehr kleiner Körnung unterhalb von Sand.

Deswegen ist es auch so dicht und lässt kaum Wasser durch. Die Würmer brauchen diese kleinen "Steinchen" für ihren Verdauungstrakt.

Man sollte also ab und zu ein Händchen voll reinstreuen.
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Trulllla
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Re: Heilerde als Wurmfutter?

Beitrag von Trulllla »

*Klugscheißmodus an*
Lehm ist fachlich betrachtet eine Mischung aus den Korngößen Ton, Schluff und Sand.
*Klugscheißmodus aus*

Tut hier aber nichts zur Sache. 😁
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Rikes Kiste
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Heilerde/ Bentonit als Wurmfutter? - ja, aber lieber tendenziell "zu wenig"

Beitrag von Rikes Kiste »

Hallo alle zusammen (wave)

Nach langer Abwesenheit melde ich mich mal wieder zurück.
Ist zuletzt viel passiert, im normalen Alltag, aber auch bei den Würmchen.
Kurz gesagt, ich hatte einige Schwierigkeiten mit dem Lehm- bzw. Tonpülverchen - deshalb auch der Wechsel in der Überschrift.
Weil das vielleicht noch jemanden interessiert, dachte ich mir, ich schreibe mal weiter.

Ich bin nach Aufbrauchen der letzten Heilerde auf Bentonit Sandbodenverbesserer umgestiegen (wie bereits angekündigt). Das machte aus meiner Sicht preis-leistungs-technisch einfach Sinn. Bentonit ist bezogen auf die Menge schlicht und ergreifend günstiger.
Allerdings habe ich ohne weitere Bedenken, die Mengengabe ggf. anpassen zu müssen, fleißig das Tonmehl in die Kiste gegeben. Man beachte: einen Esslöffel Heilerde (=Lehm) zu einen Esslöffel Bentonit (=Ton) macht einen ganz gewaltigen Unterschied!! :shock:
Das wurde mir allerdings erst wesentlich später bewusst.

Tonmehl verhält sich aufgrund der Korngröße schon tendenziell eher anders als Lehm. Ton ist feiner, das heißt, die Poren sind noch kleiner, Feuchtigkeit kann nur schwer weglaufen (nicht ohne Grund dichtet man Naturteiche gern mit einer Tonschicht ab).
Ich hatte also ein gravierendes Feuchtigkeitsproblem in den unteren Schichten der Kiste. Dazu ist meine Holzkiste nur in gewissem Maße abgedichtet und natürlich nimmt über die Jahre der dauerhaften Nutzung die Haltbarkeit der Silikondichtungen ab. Jedenfalls war das Ende von Lied, dass der Wurmtee, der sich aufgrund der allgemeinen Feuchtigkeit in der Kiste gebildet hatte, nicht vernünftig ablaufen konnte (Sperrschicht durch zu viel Tonmehl im Humus), sich deshalb seinen Weg an einer undichten Silikonfuge entlang gesucht hatte und ich auf einmal eine undichte Kiste hatte!! :shock:

Bei der (in diesem Falle vorletzten) Ernte habe ich die Misere festgestellt, als ich den extrem lehmigen Humus nicht hatte sieben können (wie ich das ja sonst immer mache) und habe diesen extrem klumpigen und nur mäßig zersetzten Anteil mit ordentlich Faserfutter wieder in die Kiste gefüllt.
Würmer hatte ich zu diesem Zeitpunkt übrigens auch noch, sie wirkten ein bisschen "abgekämpft" hatte ich so den Eindruck, kein Wunder bei dem Lehm.

Daraufhin habe ich übrigens die Futtergabe von Bentonit verringert, also statt alle 1-2 Wochen einen gehäuften Esslöffel nur noch einen gestrichenen Esslöffel alle 1-2 Monate!
Das lief so weit ok. Mit der Feuchtigkeit habe ich versucht, möglichst aufzupassen.
Allerdings kam nun noch ein ganz anderes Problem hinzu, "ein ganz dickes Problem".
Es war so über Winter, Erkältungszeit. Da habe ich zu "Gesundungszwecken" sehr viel Kräutertee mit klein geschnippeltem Ingwer getrunken und sehr viel Zitrusfrüchte gegessen. Deren Stiele (nicht die Schalen, nur die Stiele!!) und der Teesatz samt überbrühtem Ingwer ging in die Wurmkiste. Ich dachte halt irgendwie, na ja, das sind nur grüne Stiele und keine Schalen und der Ingwer, der ist total ausgekocht, das wird schon nicht so schlimm sein.
Ich gebe es offen zu, ich habe das leider nicht so ganz im Blick behalten, keinen pH-Wert gemessen und nix weiter :? ganz großer Fehler...!! (wall)
Jedenfalls... irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass immer weniger Würmer zu sehen waren. Da dachte ich mir erst nichts dabei, weil die ja auch ab und an, wenn ihnen die Bedingungen nicht so ganz behagen, auch einfach nach unten in die tieferen Schichten davon kriechen und später wieder hoch kommen.
Also habe ich einfach weiter gemacht und ganz normal gefüttert und die Zersetzung lief auch irgendwie weiter, nur waren eben kaum Würmchen zu sehen. Enchyträen hatte ich auch in der Kiste, allerdings waren die auch nicht übermäßig vertreten, dass man hätte meinen können: "okay, da läuft jetzt was schief..." - meine "Alarmanlage" war sozusagen ausgefallen...
Von den Milben waren jede Menge Krabbler da und die machten sich auch munter an die Arbeit, wenn Futter rein kam.

So, dann kam Ostern (2026) und ich hatte ein ganz besonderes Osterei im Nest...
Ich hatte mir nämlich in den Kopf gesetzt, vor Ostern am Karfreitag Humus zu ernten und den Würmchen auf diese Weise mehr Platz in ihrer Kiste zu gönnen.
Also habe ich ganz normal den Humus geerntet.
Aber was heißt schon normal... :shock:

Ich habe während der Ernte KEINEN EINZIGEN Wurm mehr finden können!!! :( :(
Sie waren ALLE WEG!!! (cry)

Der Humus war übrigens schön krümelig, nicht mehr ganz so lehmig, quasi als "Abschiedsgeschenk", aber es waren einfach keine Würmer mehr da... (cry)
Heißt, ich musste mir eine neue Population anschaffen und noch mal ganz vorne beginnen. :(

Um gleich alles richtig zu machen, habe ich die Kiste innen neu abgedichtet und habe die Mengengabe des Tonmehls nochmals reduziert, von einem gestrichenen Esslöffel alle 1-2 Monate auf einen gestrichenen Teelöffel im selben Zeitabstand. Wenn ich den Eindruck habe, dass das Bentonit aus welchen Gründen auch immer ganz schön grobkörnig ist, dann kommt das zusammen mit den Eierschalen in meine elektrische Kaffeemühle und dreht da ein paar Runden, bis es schön pulverförmig ist.
Bis jetzt passt das.
Kiste ist dicht, Feuchtigkeit ist keine an Stellen rausgekommen, wo keine rauskommen sollte und die offensichtliche Krümeligkeit des angehenden Humus' ist wieder so wie ich sie mir vorstelle und wünsche.

Ach ja, und beim Füttern bin ich nun auch sehr vorsichtig geworden :roll:
Es gibt nichts mehr was mit Zitrus im Rohzustand in Berührung kam (dünn zestierte und überbrühte, also ausgekochte Orangenschale gibt es immer noch) und Ingwer, sofern in Teemischungen vorhanden, sammel ich rigoros heraus.
Und die Futtermengen werden immer gut mit Papier- bzw. Pappeschnipseln gemischt, damit alles schön luftig liegt.

Den Würmern geht's prima und ich hatte bisher keine Beschwerden über zu wenig Lehm- bzw. Tongaben in meinem Briefkasten. :lol:

So, das wär's erstmal.

lg
Henrike
die ihre "neue" 2. Population Würmer jetzt ganz besonders gut pflegt
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