Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

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Rico
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Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von Rico »

Hallo Wurmgemeinde,

vor einigen Monaten habe ich diverse Zimmerpflanzen beim Umtopfen mit kleinen Beigaben vom Wurmhumus aus meinem Wurmcafé beglückt. Seit einigen Wochen stelle ich in der Wohnung nun hin und wieder ein Paar Deserteure.

Offenbar waren im Wurmhumus ein paar Eier oder winzige Würmchen, die ich übersehen hatte.

Gott sei Dank ziehen die Biester ja keine Schleimspuren durch die Zimmer, dennoch ist meine Frau nicht gerade begeistert von den unangemeldeten Untermietern und mir tun sie leid, da wir sie meist vertrocknet finden.
Einige wenige konnte ich retten.

Wie läßt sich so ein Debakel künftig vermeiden?


VG aus Bernau
Wurmmama
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von Wurmmama »

Wurmhumus genau inspizieren, Zimmerpflanzen mulchen (geht gut mit dem Inhalt von Teebeuteln oder Kaffeesatz, bitte leicht einarbeiten, sonst schimmelts).
wurmige Grüße
Wurmmama
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Pfiffikus
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von Pfiffikus »

Wurmmama hat geschrieben:Wurmhumus genau inspizieren,
Das wird helfen.
Wurmmama hat geschrieben:Zimmerpflanzen mulchen (geht gut mit dem Inhalt von Teebeuteln oder Kaffeesatz, bitte leicht einarbeiten, sonst schimmelts).
Das wird die Würmchen im Topf eher mästen und deren Ausbruch bis zu dem Zeitpunkt verzögern, an dem das Zeug aufgefressen wurde.


Pfiffikus,
der solche Rückstände der Wurmproduktion eher mehrere Wochen sehr trocken ablagert
Wurmmama
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von Wurmmama »

Ablagern geht natuerlich auch, aber du weisst doch... die Ungeduld! Da hat man nun endlich ein hervorragendes Produkt kreiert und das will man dann so schnell wie moeglich einsetzen. ;)

Mulchen kann man eigentlich immer, hat den Vorteil, dass die Wuermer im Topf den Wurmhumus gleich an Ort und Stelle platzieren :idea:
wurmige Grüße
Wurmmama
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Rico
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von Rico »

Danke Euch für die schnellen Antworten!

Der Tip, das vorgesehene Wurmhumus-Substrat vor dem Einbringen zu trocknen finde ich sehr gut.
zumindest sollten dabei durch die Lichteinwirkung die Würmchen Gelegenheit zur Flucht bekommen.

Blieben dann nur noch die Eier unserer Lieblinge...


Schönes Wochenende ! (wave)
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Peter_86
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von Peter_86 »

Im fertigen Wurmhumus befinden sich meist ziemlich viele Kokos (Eier). Die alle per Hand rauszusammeln ist sehr mühselig. Aussieben stell ich mir auch schwierig vor, da die Kokons relativ klein sind.

Wie wäre es damit: Man gräbt ein Loch in den fertigen Wurmhumus, in die man etwa 1 Hand voll angerottete Bioabfälle gibt ( z. B. Kaffeesatz vermengt mit Gemüseresten). Das Ganze leicht feucht halten und etwa 2 Wochen warten (bei Zimmertemperatur, wenn es kälter ist kann es länger dauern). In dieser Zeit sollten die Würmer schlüpfen und wandern natürlich dort hin, wo es frisches Futter gibt.
Dann kann man die Würmer mitsamt den Bioabfällen entnehmen und zurück in die oberste Schicht der Wurmfarm geben.
Eventuell muss man diesen Vorgang mehrmals wiederholen, falls beim 1. Mal nicht alle Würmer schlüpfen.

Ich frage mich grade, wie in professionellen Wurmkompost-Anlagen der Wurmkopost wurmfrei gemacht wird. Ich habe dieses Frühjahr 5 kg Wurmhumus im Bioladen gekauft und in die Anzuchterde für meine Gemüsepflanzen gemischt. Trotzdem hatte ich keine Kompostwürmer in den Töpfen.
Es könnte natürlich sein, dass der Wurmkompost vorher durch starkes Erhitzen sterilisiert wurde, aber dann sind die darin enthaltenen nützlichen Mikroorganismen auch tot, was ja eigentlich nicht Sinn der Sache sein kann...
Die ganze Masse des oberflächlichen Humus ist durch die Körper der Regenwürmer hindurchgegangen. Man kann bezweifeln, dass es noch viele andere Tiere gibt, welche eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Erde gespielt haben. (Charles Darwin)
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dynamind
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von dynamind »

Also ich mache es so: warten warten warten...irgendwann ist der fertige Wurmkompost wirklich leergefegt (bzw. es gibt immer ein paar einzelne "Nesthocker")

Ein Trick um sie "einzusammeln" ist: Bananenmatsch in ein Obstnetz auf die Oberfläche legen und dann einsammeln wenn sie sich alle darin versammeln (habe ich mal irgendwo in einem anderen Wurmforum gelesen bzw. sogar Fotos davon gesehen).

Die "Profis" haben glaube ich Siebmaschinen mit denen sie Kokons usw. aussieben können.
mexman
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von mexman »

Hi,

"Die "Profis" haben glaube ich Siebmaschinen mit denen sie Kokons usw. aussieben können."

das bezweifle ich.....die "Profis" homogenisieren das Produkt 4-6 Stunden bei 65 Grad. Schon gegen Kürbis-, Tomaten- und andere Pflanzen deren Samen von Würmern nicht "verdaut" werden und sonst zu Jeder Menge Gratispflanzen führt - je nach Ausgangsprodukt zur Wurmfütterung!

Gruss
Michael
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dynamind
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von dynamind »

mexman hat geschrieben:Hi,

"Die "Profis" haben glaube ich Siebmaschinen mit denen sie Kokons usw. aussieben können."

das bezweifle ich.....die "Profis" homogenisieren das Produkt 4-6 Stunden bei 65 Grad. Schon gegen Kürbis-, Tomaten- und andere Pflanzen deren Samen von Würmern nicht "verdaut" werden und sonst zu Jeder Menge Gratispflanzen führt - je nach Ausgangsprodukt zur Wurmfütterung!

Gruss
Michael
Also ich meine solche Maschinen die man auf den Seiten der US-Wurmkomposter in verschiedener Ausführung bewundern kann:
https://www.youtube.com/watch?v=hwv7vVIU3gg
http://www.jetcompost.com/harvesters/

Erhitzter Wurmkompost ist ja meiner Meinung nach durchaus ziemlich sinnfrei - von solchen "Profis" würde ich keinen Wurmkkompost kaufen... :P
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Peter_86
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Re: Wurmflucht aus Zimmer-Pflanz-Töpfen

Beitrag von Peter_86 »

Zitat von mexman:
„Die "Profis" homogenisieren das Produkt 4-6 Stunden bei 65 Grad“
Bist du sicher? Wo hast du diese Information her (Internetseite etc.)?
Bei 65 °C sterben nämlich viele nützliche Mikroorganismen ab. Ich hatte mal Mykorrhiza-Pilzsporen für den Garten (Pilze, die in Symbiose mit Pflanzen leben), auf der Verpackung stand, dass man diese nicht über 40°C lagern darf. Einige Mikroorganismen können zwar 65 °C und mehr überleben (z. B. als Pilz- o. Bakteriensporen), aber die mikrobielle Vielfalt dürfte nach einer Wärmebehandlung geringer sein.
Oder wird die Wärmebehandlung durchgeführt, um Krankheitserreger (wie z. B. Salmonellen) abzutöten?

Und ich hab schon mehrfach gehört, dass manche Samen (z. B. Tomatensamen) eine Heißrotte überstehen können.

Vielleicht füttern die „Profis“ ja entweder gar keine Früchte mit keimfähigen Samen,
oder sie kochen die Früchte/Samen vorher ab,
oder sie lassen den Wurmhumus so lange in der Wurmfarm, bis auch der letzte Keimling an Lichtmangel eingegangen ist.
Die ganze Masse des oberflächlichen Humus ist durch die Körper der Regenwürmer hindurchgegangen. Man kann bezweifeln, dass es noch viele andere Tiere gibt, welche eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Erde gespielt haben. (Charles Darwin)
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