Noch zu retten?

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Wurmli
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Noch zu retten?

Beitrag von Wurmli »

(cry)

Ich glaube, alle unsere Würmer sind gestorben. Leider stinkt die Kiste... Und dabei dachte ich, dass wir es doch noch geschafft hätten... (cry)

Neulich, auf der Suche nach Hinweisen schrieb ich:

"Leider befürchte ich, dass wir auch Trauermücken in unserem Wurm-cafe haben.
Wir waren im Urlaub (nur 12 Tage) und vorher habe ich die Würmer nochmal kräftig gefüttert. Abfluss ließ ich offen. Als wir wieder kamen, waren keine Würmer zu sehen, aber das Futter und die nagelneue Hanfmatte waren weg (letztere nur ziemlich zerlöchert). Wir haben etwas gesucht und dann zum Glück doch noch einige Würmer entdeckt. Das Substrat wirkt sehr feucht, es gibt viele kleine Mücken und unendlich viele kleine weiße Kugeln überall... Sind das Milben? Oder Eier von den doofen Fliegen? Und wie sehen eigentlich die Kokons aus??
Heute waren schon wieder mehr Würmer oben, aber kein Vergleich zu dem früheren Gewimmel :(
Morgen probiere ich es mal mit viel Eierschalenpulver und Mineralien-Mix. Wenn das nicht hilft: wo bekomme ich diese Bakterien her? Wo müssen die Gelbfallen hin (unsere Kiste steht draußen)?"

Tja... Was kann da passiert sein? Wir haben viele Würmer gefunden, die sich gerade zersetzen und sind sehr traurig (cry)

Hoffen auf Hilfe,
Wurmli und Familie
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Peter_86
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Re: Noch zu retten?

Beitrag von Peter_86 »

Wahrscheinlich hast du zu viel Futter gegeben und es gab Fäulnis bzw. Sauerstoffmangel, und/oder die Wurmfarm ist zu heiß geworden (über 30°C). Selbst wenn alle Würmer tot sind, enthält das Substrat noch Wurmkokons (ca. 2-4 mm, kugelig bis zitronenförmig, gelb-braun). Aus diesen sollten in den nächsten Wochen Jungwürmer schlüpfen, die eine neue Wurmpopulation aufbauen.
So kannst du kannst die Wurmfarm wieder zum Laufen bringen:
- Faulige Stellen komplett entfernen.
- Das Substrat auflockern und dabei trockenes, saugfähiges Material (z. B. Wellpappe, Eierkarton) untermischen. Dieses saugt die überflüssige Feuchtigkeit auf.
- Etwa 1 Woche lang gar nichts füttern. Danach zuerst nur kleine Futtergaben, wenn diese gut zersetzt werden, Futtermenge von Woche zu Woche langsam steigern. Am besten zu jedem Futter min. 30 % Strukturmaterialien (trockenes Laub/Blätter, Stängel, Pappe/Papier) geben, damit das Futter besser „durchlüftet“ wird und nicht fault.
- Gegen muffigen Geruch hilft es, Urgesteinsmehl und/oder Pflanzenkohle unterzumischen.
- pH-Wert messen (sollte bei 7-5 liegen), Kalkpulver lieber in kleinen Mengen und öfter zugeben als selten große Mengen (damit der pH-Wert nicht zu stark hin und her schwankt).

Wegen den Trauermücken:
Draußen würde ich keine Gelbfallen verwenden, da an diesen auch viele Nützlinge kleben bleiben. Im Innenraum müssen Gelbfallen dort aufgestellt werden, wo es relativ hell ist, z. B. in einem Blumentopf auf dem Fensterbrett.
Nematoden (Steinernema feltiae, auch „SF-Nematoden“ genannt) habe ich selbst schon probiert: Die Trauermücken-Population wird geringer, verschwindet aber nicht.
Raubmilben der Arten Hypoaspis miles und Hypoaspis aculeifer fressen Trauermücken-Larven. Diese kann man bei Nützlingsversand-Anbietern bestellen (auch übers Internet).
Wenn du kein Arachnophobiker bist, setze ein paar Spinnen in die Farm.
Bacillus thuringiensis israelensis-Bakterien gibt es in Baumärkten, um Stechmücken-Larven in Regentonnen abzutöten. Da die Bakterien Sporen bilden, kann man sie auch über das Internet bestellen.

Haben die „kleinen weiße Kugeln“ 8 Beine (Lupe nehmen)? Dann handelt es sich um Hornmilben. Massenvermehrungen von Hornmilben treten oft auf, wenn man viel Obst oder sonst irgendwie einseitig gefüttert hat. Füttere einfach abwechslungsreicher. Eine hohe Milbenpopulation wird durch Raubmilben (längere Beine als Hornmilben, bewegen sich schneller) dezimiert.
Die ganze Masse des oberflächlichen Humus ist durch die Körper der Regenwürmer hindurchgegangen. Man kann bezweifeln, dass es noch viele andere Tiere gibt, welche eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Erde gespielt haben. (Charles Darwin)
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dynamind
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Re: Noch zu retten?

Beitrag von dynamind »

Ich denke auch dass "und vorher habe ich die Würmer nochmal kräftig gefüttert" der Schlüsselsatz ist.
Die Würmer sind fast nicht auszuhungern aber "überfüttert" ist in den Plastikfarmen wirklich ziemlich schnell.
Vor allem wenn eine Farm noch recht neu ist kann sie durch Überfütterung sehr schnell ins "anaerobe" umkippen und stinken.

Ich denke auch, dass reichlich Pappe einarbeiten erstmal hilfreich wäre. Dann würde ich einfach mal ein paar Wochen warten was sich wieder entwickelt. Mir ist meine Farm schon sehr oft umgekippt/überhitzt/eingefroren usw. aber aus den Wurmkokons hat sich immer wieder eine komplette Population entwickelt.

Beim Füttern ist am Anfang weniger mehr....
Kiki
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Re: Noch zu retten?

Beitrag von Kiki »

Hallo liebe Wurmfarmer, ich bin ganz neu in diesem Forum und muss mich erst ein wenig einlesen und lernen damit umzugehen.. Auch habe ich erst vor ca. 2 Wochen meine erste Worm Works Starter-Kiste bekommen und auch erst damit angefangen, mich für diese Materie zu interessieren. Grund war meine schlechte Ernte in meinem neuen Hochbeet mit schlechter Blumenerde.
Nun meine Frage an euch: Ich habe einen toten Wurm in meiner Kiste gesehen. Ist das normal?
Schon nach kurzer Zeit ist die Hanfmatte recht durchlässig und sehr rissig.
Ich hoffe sehr, dass ich mit meinen vielen Tierchen klar komme und bin froh, dass es dieses Forum gibt.
Danke schonmal für euren Rat.
Worma
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Re: Noch zu retten?

Beitrag von Worma »

Kiki hat geschrieben: Di 28. Jul 2020, 15:09 Hallo liebe Wurmfarmer, ich bin ganz neu in diesem Forum und muss mich erst ein wenig einlesen und lernen damit umzugehen.. Auch habe ich erst vor ca. 2 Wochen meine erste Worm Works Starter-Kiste bekommen und auch erst damit angefangen, mich für diese Materie zu interessieren. Grund war meine schlechte Ernte in meinem neuen Hochbeet mit schlechter Blumenerde.
Nun meine Frage an euch: Ich habe einen toten Wurm in meiner Kiste gesehen. Ist das normal?
Schon nach kurzer Zeit ist die Hanfmatte recht durchlässig und sehr rissig.
Ich hoffe sehr, dass ich mit meinen vielen Tierchen klar komme und bin froh, dass es dieses Forum gibt.
Danke schonmal für euren Rat.
(willkommen) hier im Forum, liebe Kiki!
du hast für deine Frage ja einen ganz alten Thread rausgesucht ;)
Ich habe auch eine Worm work-Kiste, die läuft bei mir seit gut zwei Jahren und ich sehr zufrieden damit. Natürlich lief nicht alles immer nur super. Tote Würmer, deformierte Würmer... das ist alles irgendwann normal. Entscheidend ist, ob es nur einzelne Tiere sind oder ob es die ganze Belegschaft betrifft. Aber bei dir scheint es ja nur einer zu sein. Vermutlich hat er den Stress des Umzugs und der Umstellung nicht so gut gepackt.
Einzelne tote Würmer wirst du ganz selten zu Gesicht bekommen, denn die vielen Mitbewohner der Kiste verwerten die Leichen sehr schnell. Das ist auch gut so.

Dass die Hanfmatte schnell durchlässig und rissig wird - diese Erfahrung machen viele. Die Judels und andere Bewohner halten sich gerne darin auf, knabbern dran und so hat es sich ganz schnell mit der Pracht. Also auch normal :D
Wenn du nicht so oft eine Hanfmatte nachlegen willst, kannst du entweder darauf achten, das sie trocken bleibt und nur lose auf dem Substrat aufliegt. Dann ist sie wohl nicht so lecker.
Oder du suchst dir etwas anderes zur Abdeckung, z.B. ein altes Handtuch, Leintuch, T-Shirt oder was auch immer aus naturmaterial. Auch das wird mit der Zeit verschwinden, darf es ja aber auch.
Du kannst die Kiste auch ganz ohne Abdeckung lassen, damit kommen die Würmer auch zurecht. Schließlich ist ja noch ein Deckel drauf.

Ich wünsch dir viel Erfolg mit deinen neuen Kumpels und hoffe, dass du viel Geduld hast, denn das verlangen sie schon von uns :P
Wenn du Fragen hast, wirst du hier im Forum bei ganz vielen Sachen fündig. Ich hab mich hier vor zwei Jahren auch super orientieren können!
Sonnige Grüße
Worma
Kiki
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Re: Noch zu retten?

Beitrag von Kiki »

Vielen lieben Dank Worma für deine Antwort. Mittlerweile bin ich etwas relaxter mit meiner Wurmfamilie. Es wimmelt nur so unter der Hanfmatte und machmal ist auch ein Ausreißer dabei. Ich habe schon Hanfmatten nachgekauft weil es so aussieht, dass sie ganz scharf darauf sind und gerne was darüber haben
Es beruhigt mich sehr, dass scheinbar alle anfangs Sorgen um ihre Würmchen haben..
Ich will mal ganz entspannt das ganze angehen.
Ich hoffe es wird ihnen nicht zu warm.
Liebe Grüße
Kiki
Worma
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Re: Noch zu retten?

Beitrag von Worma »

Liebe Kiki, entspannt und mit Geduld, das sind gute Voraussetzungen!
Was die Wärme angeht, kommt es auch drauf an, wo deine Kiste steht. In der Sonne ist bei den aktuellen Temperaturen sicher kein guter Platz. In der Wohnung oder im Keller ist es eher unkritisch. Ich hab zu Anfang zur Sicherheit immer mal wieder mit dem Bratenthermometer gemessen, wie warm es an verschiedenen Stellen der Kiste ist. Zum Glück war es nie mehr als 28°. Ab 30° wird es kritisch. Ich hab auch mal mit Gläsern mit eiskaltem Wasser eine Kühlung versucht. Den Judels hat das schon gefallen, an denen war es halt auch immer schön feucht. Nur mir war das auf Dauer zu mühsam. Und jetzt geht es auch ohne.
Sonnige Grüße
Worma
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