Noch zu retten?

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Noch zu retten?

Beitrag von Wurmli » Di 23. Aug 2016, 18:44

(cry)

Ich glaube, alle unsere Würmer sind gestorben. Leider stinkt die Kiste... Und dabei dachte ich, dass wir es doch noch geschafft hätten... (cry)

Neulich, auf der Suche nach Hinweisen schrieb ich:

"Leider befürchte ich, dass wir auch Trauermücken in unserem Wurm-cafe haben.
Wir waren im Urlaub (nur 12 Tage) und vorher habe ich die Würmer nochmal kräftig gefüttert. Abfluss ließ ich offen. Als wir wieder kamen, waren keine Würmer zu sehen, aber das Futter und die nagelneue Hanfmatte waren weg (letztere nur ziemlich zerlöchert). Wir haben etwas gesucht und dann zum Glück doch noch einige Würmer entdeckt. Das Substrat wirkt sehr feucht, es gibt viele kleine Mücken und unendlich viele kleine weiße Kugeln überall... Sind das Milben? Oder Eier von den doofen Fliegen? Und wie sehen eigentlich die Kokons aus??
Heute waren schon wieder mehr Würmer oben, aber kein Vergleich zu dem früheren Gewimmel :(
Morgen probiere ich es mal mit viel Eierschalenpulver und Mineralien-Mix. Wenn das nicht hilft: wo bekomme ich diese Bakterien her? Wo müssen die Gelbfallen hin (unsere Kiste steht draußen)?"

Tja... Was kann da passiert sein? Wir haben viele Würmer gefunden, die sich gerade zersetzen und sind sehr traurig (cry)

Hoffen auf Hilfe,
Wurmli und Familie
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Re: Noch zu retten?

Beitrag von Peter_86 » Do 25. Aug 2016, 17:09

Wahrscheinlich hast du zu viel Futter gegeben und es gab Fäulnis bzw. Sauerstoffmangel, und/oder die Wurmfarm ist zu heiß geworden (über 30°C). Selbst wenn alle Würmer tot sind, enthält das Substrat noch Wurmkokons (ca. 2-4 mm, kugelig bis zitronenförmig, gelb-braun). Aus diesen sollten in den nächsten Wochen Jungwürmer schlüpfen, die eine neue Wurmpopulation aufbauen.
So kannst du kannst die Wurmfarm wieder zum Laufen bringen:
- Faulige Stellen komplett entfernen.
- Das Substrat auflockern und dabei trockenes, saugfähiges Material (z. B. Wellpappe, Eierkarton) untermischen. Dieses saugt die überflüssige Feuchtigkeit auf.
- Etwa 1 Woche lang gar nichts füttern. Danach zuerst nur kleine Futtergaben, wenn diese gut zersetzt werden, Futtermenge von Woche zu Woche langsam steigern. Am besten zu jedem Futter min. 30 % Strukturmaterialien (trockenes Laub/Blätter, Stängel, Pappe/Papier) geben, damit das Futter besser „durchlüftet“ wird und nicht fault.
- Gegen muffigen Geruch hilft es, Urgesteinsmehl und/oder Pflanzenkohle unterzumischen.
- pH-Wert messen (sollte bei 7-5 liegen), Kalkpulver lieber in kleinen Mengen und öfter zugeben als selten große Mengen (damit der pH-Wert nicht zu stark hin und her schwankt).

Wegen den Trauermücken:
Draußen würde ich keine Gelbfallen verwenden, da an diesen auch viele Nützlinge kleben bleiben. Im Innenraum müssen Gelbfallen dort aufgestellt werden, wo es relativ hell ist, z. B. in einem Blumentopf auf dem Fensterbrett.
Nematoden (Steinernema feltiae, auch „SF-Nematoden“ genannt) habe ich selbst schon probiert: Die Trauermücken-Population wird geringer, verschwindet aber nicht.
Raubmilben der Arten Hypoaspis miles und Hypoaspis aculeifer fressen Trauermücken-Larven. Diese kann man bei Nützlingsversand-Anbietern bestellen (auch übers Internet).
Wenn du kein Arachnophobiker bist, setze ein paar Spinnen in die Farm.
Bacillus thuringiensis israelensis-Bakterien gibt es in Baumärkten, um Stechmücken-Larven in Regentonnen abzutöten. Da die Bakterien Sporen bilden, kann man sie auch über das Internet bestellen.

Haben die „kleinen weiße Kugeln“ 8 Beine (Lupe nehmen)? Dann handelt es sich um Hornmilben. Massenvermehrungen von Hornmilben treten oft auf, wenn man viel Obst oder sonst irgendwie einseitig gefüttert hat. Füttere einfach abwechslungsreicher. Eine hohe Milbenpopulation wird durch Raubmilben (längere Beine als Hornmilben, bewegen sich schneller) dezimiert.
Die ganze Masse des oberflächlichen Humus ist durch die Körper der Regenwürmer hindurchgegangen. Man kann bezweifeln, dass es noch viele andere Tiere gibt, welche eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Erde gespielt haben. (Charles Darwin)
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Re: Noch zu retten?

Beitrag von dynamind » Fr 26. Aug 2016, 20:04

Ich denke auch dass "und vorher habe ich die Würmer nochmal kräftig gefüttert" der Schlüsselsatz ist.
Die Würmer sind fast nicht auszuhungern aber "überfüttert" ist in den Plastikfarmen wirklich ziemlich schnell.
Vor allem wenn eine Farm noch recht neu ist kann sie durch Überfütterung sehr schnell ins "anaerobe" umkippen und stinken.

Ich denke auch, dass reichlich Pappe einarbeiten erstmal hilfreich wäre. Dann würde ich einfach mal ein paar Wochen warten was sich wieder entwickelt. Mir ist meine Farm schon sehr oft umgekippt/überhitzt/eingefroren usw. aber aus den Wurmkokons hat sich immer wieder eine komplette Population entwickelt.

Beim Füttern ist am Anfang weniger mehr....
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