Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

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Wurmfried
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von Wurmfried » Sa 5. Aug 2017, 23:05

Hallo Alberta,
Du hast irgendwo geschrieben, das Du Walderde in Dein Wurm Cafe getan hast. Ich könnte mir vorstellen, das Du damit Eier oder Puppen importiert hast. Dein Cafe steht doch in der Wohnung (habe nur auf die Schnelle die vorherigen "Posts" durchgesehen). Meine Kisten stehen draussen und ich habe mir Eier oder Puppen durch Kompost von meinen Wurm-Aussen-anlagen eingeschleppt, ist nicht so tragisch, weil nicht in der Wohnung. Die Entwicklung Ei - Puppe - Larve ist temperaturabhängig. Unter für die Fliege günstigen Bedingungen (20° - 25°) kann die gesamte Entwicklung vom Ei zur Fliege in 8 -10 Tagen abgeschlossen sein. Ich habe auch 2 Kisten, die ich mit Wurmhumus und etwas Gartenerde (eher sandig) gestartet habe, in denen sind keine Fliegen.
Wenn Du Fliegen in der Wohnung hast, finden die bei geöffnetem Deckel allerdings ein beliebtes Mileu zur Eiablage.
Im letzten Winter hatte ich kurzzeitig Fliegen in einer Kiste, die in meiner Küche stand. Ursache war warscheinlich auch der Kompost aus meinen Aussenanlagen. Ich habe dann bei geöffnetem Deckel 2 Fliegenfänger(diese gelben klebrigen Teile)
direkt über der Kiste aufgehängt. Da sind sie dann gleich dran, bevor sie wieder Eier gelegt haben.
Gruß Wurmfried
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von Alberta » Di 8. Aug 2017, 16:50

Hallo Wurmfried,
danke für Deine Antwort und Deine Tipps!
Die Erde hatte ich Anfang Juli in die Kiste gegeben, daher könnte es also nicht kommen. Wahrscheinlich habe ich, wie Du schriebst, den Deckel zu lange aufgelassen und Fliegen haben das genutzt. Mittlerweile finde ich weder Maden noch Puppen, somit müsste der Spuk auch wieder vorbei sein.
Diese klebrigen Fliegenfänger wären sicher noch eine Idee, wobei es mir davor immer schaudert.
Gruß Alberta
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von Alberta » Fr 18. Aug 2017, 20:41

Gestern erlebte ich den bisher größten Schiffbruch meines Wurm Cafes. Beim Abheben des Deckels bemerkte ich einen üblen Geruch. Beim näheren Hinsehen schmatzten nicht nur die Würmchen, sondern unzählige Fliegenmaden. Ich nahm die obere Etage der Station runter und war gut 4 Stunden auf dem Balkon damit beschäftigt meine junge Wurmbrut von Maden zu trennen. In der oberen Etage befand sich nämlich nicht nur die Fliegenbrut sondern auch hunderte an jungen Würmern. Ich wusch also das Gemüse vorsichtig aus und sammelte mit Hilfe von Zahnstochern meine jungen Würmchen ab. Die Maden und Puppen stellte ich meinem Amselhahn hin, der sie begeistert verputzte.
Ich hatte einen entscheidenden Fehler gemacht: Eine Kartoffel war angefault und ich dachte, die Würmchen würden die locker aufschlürfen. Wahrscheinlich hatte eine fleißige Fliege dort ihre Eier abgelegt.
Mittlerweile schaue ich wieder 2x am Tag nach meinen Würmchen und freue mich über jeden Miniwurm, den ich gestern aufwändig gesichert hatte.
Quintessenz:
Kein angefaultes Gemüse, welches offen lag, nie den Deckel abnehmen ohne Fliegennetz, 2x am Tag nach dem Rechten sehen.
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von Annette » So 11. Mär 2018, 10:07

Hallo ihr, ich habe jetzt nach dem Winter - in dem die wurmkiste sehr kalt stand - gelblich-bräunliches maden knapp 1mm dick und 5 mm lang. in der mitte unter der 1. kiste. kann mir nicht vorstellen, dass daraus fruchtfliegen schlüpfen, ist doch viel zu groß? stören sie die würmer? helfen sie mit?
(würde gerne ein foto anhängen, finde nicht raus, wie das geht) :-(
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von earthworm_jim » So 11. Mär 2018, 17:40

Hallo zusammen,

ich hatte heute auch den ersten Rückschlag. Habe das Wurmcafe seit 5 Tagen und habe es vor zwei Tagen auf den Balkon umgezogen. Die erste Nacht sind ein paar wenige ausgebüchst. Die habe ich wieder eingesammelt und zurück in die Kiste. Letzte Nacht sind mir aber sicher ca. 60-70 ausgebüchst. Das Problem ist, dass ich nicht sicher bin, welchen Parameter ich verändern muss, da mehrere Dinge in Frage kommen, die hier schief laufen. Ich habe den Würmern seit Einsetzen noch nicht arg viel gefüttert um nicht zu überfüttern. 1 Birnenrest und 1 Apfelrest. Ansonsten haben die Würmer so einen Kokosblock als Unterschicht und drauf den mitgelieferten Kompost. Ich sehe also mehrere potenzielle Auslöser:

- zu wenig Futter
- nächtlicher Regen
- noch nicht eingewöhnt
- Kälte

Regen gab es nur letzte Nacht, nicht die Nacht davor (wo weniger ausgebüchst sind). Die Temperatur ist hier Nachts vermutlich auf etwa 4-5 Grad gesunken. Das Innere der Kiste hat etwa 11 Grad im Moment bei 7 Grad Aussentemperatur.

Ich habe jetzt folgende Maßnahmen ergriffen:

- fürs erste die Zwischenschicht vom Wurmcafe etwas mit Karton abgedichtet
- das Cafe in eine große Plastiktüte gestellt, damit sich die Würmer hoffentlich stärker dort sammeln und sie nicht so schnell in alle Landen flüchten. problematisch wäre nämlich, wenn sie z.B. dem Nachbarn auf den Balkon hüpfen.
- mehr Futter: zerkrümeltes, nasses Wurmfutter und Wurmmineralien. Eine Papprolle vom Küchenpapier und die Schalen von 6 großen Karotten
- ich habe durchgemischt, da ich vermute, dass manche Teile des Substrats "unangenehmer" (weil unbelebter) für die Würmer sind.

Meine Sorge ist nun, dass die Würmer wieder wegrennen, falls ich mir nicht sicher bin, welche der relevante Parameter ist. Was passiert z.B. wenn ihnen ein Stapel Zeitungen als Urlaubsfutter (wir planen 3 Wochen Urlaub im Juli) nicht genügt oder nicht behagt? Ich plane, die Zeitungen zumindest abzuwiegen, um für 3 Wochen möglichst korrekt zu dosieren. Oder was passiert, wenn es im Oktober einen Temperatursturz gibt, und alle kollektiv ausbüchsen, während ich mal nicht aufpasse? Die Würmer sollen auf jeden Fall draussen bleiben, auch im Winter. Wenn ich aber wüsste, dass NUR die Temperatur Schuld ist, dann würde ich mich trauen, die im Keller zu halten. Wenn nicht, ist das zu riskant, da es sich um einen Gemeinschaftskeller handelt. Dann würden die Würmer durch die Abteile von 10 weiteren Wohnparteien kriechen, falls etwas anderes nicht passt. Bin aktuell etwas verunsichert, ob das Projekt langfristig tragbar ist. Bin über jeden Tipp dankbar. Vor allem, falls jemand eine gute Idee hat, wie ich die Würmer im Fall der Fälle hindere, den Balkon zu verlassen. Das würde mir nämlich ermöglichen, etwas relaxter zu experimentieren, bis die Kiste richtig eingestellt ist. Ich habe hier gelesen, dass wenn die Kiste gut am laufen ist, "die Würmer dort bleiben wo sie sein sollen". Gilt das für 100% der Würmer, oder gibt es immer wieder mal einen einzelnen, der auf Wanderschaft geht? Das fände ich eben in einem Mehrparteienhaus etwas problematisch.
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von Rüdiger » So 11. Mär 2018, 19:07

@ earthworm_jim

Das sind ganz typische Startschwierigkeiten, das liegt an der noch nicht ganz ausgereiften Biologie, dass hast du ja schon selber vermutet.

Deine ergriffenen Maßnahmen sind auch gut. In die Tüte kannst du angefeuchtete Wellpappe packen dann verstecken die sich da, trocknen nicht aus und können so ganz gut überleben.

Ansonsten empfehle ich dir die Farm erstmal mit einem Hilfskompost zu "boostern". Ich hatte das schon mal hier beschrieben.

https://wurmwelten.de/forum/viewtopic.p ... ost#p13029

Mit der Urlaubsverpflegung für 3 Wochen ist das kein Problem, so lange die Farm nicht zu warm steht und austrocknet. Im Winter ist die Farm im Keller gut aufgehoben, ich habe meine ganzjährig da, da gibst auch keine Probleme. Da büxen sehr selten einzelne Würmer aus.
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von earthworm_jim » Di 13. Mär 2018, 21:25

@Rüdiger
Vielen Dank!

Würdest du dann die Kälte als Grund gänzlich ausschließen? Ich überlege, den Würmern die nächsten Nächte jeweils eine Flasche mit warmem Wasser in die Kiste zu geben, da es noch mal Frost geben wird. I.d.R zeigt das Thermometer aber so 5-6 Grad mehr im Kern der Kiste als an der Wetterstation. Wenn ich das so 1:1 umrechne, dann könnte die Kerntemperatur Ende der Woche auf 1 Grad fallen.

Alternativ könnte ich sie ausnahmsweise über Nacht reinholen. Da bin ich mir aber auch nicht sicher, wie gern sie so starke Temperaturschwankungen haben, hin und her zwischen 6 und 23 Grad.
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von WurmSams » Mi 14. Mär 2018, 13:57

@earthworm_jim

Wie du in meinem Tagebuch lesen kannst hatte ich auch riesige Probleme.
Aber jede Flucht hat seinen Grund, der sicherlich nicht bei zu wenig futter liegt.
Nimm mal Einweghandschuhe und greif in die Mitte des Substrates, wenn es innerlich wirklich warm wird, dann kann es den Wurmies schnell zu warm werden.
War bei mir der Fall.

Nur abdichten um jeden preis hat bei mir nur zu noch mehr Problemen geführt.
Ich hab quasi die ritzen mit Klopapier zugestopft und Mücken netze unter dem Deckel und am ende alles außer die Luftlöcher mit Klebeband verdichtet.
Dann haben die Judels nur noch weniger Sauerstoff und Durchlüftung gehabt und das Problem wurde größer.
Als es dramatisch wurde und gerade die kleinen Wurmies kommen durch jeden schlitz und auch durch die mücken netze wenn sie gezwungen sind dazu.

Als es abends 22 Uhr war musste ich etwas verändern und es hat bis 2 uhr gebraucht bis ich eine Lösung gefunden hab.
Meine Lektion war, Gewalt hilft nix, nur die Gründe beseitigen hilft um die Situation zu verändern.
Nach 4 Tagen gab es nur noch einzelne Wurmies die mal rausgeschlüpft sind.

Versuch mal ne leere Etage unter den Deckel zu stellen und wenn die Füllung verklebt ist könntest du es auf 2 Etagen verteilen und nach 2-3 Wochen zusammen fügen wenn es ein wenig eingefallen ist.
Das hat bei mir funktioniert.

Ich hoffe es bessert sich, ich drück die Daumen

Greez
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von Rüdiger » Do 15. Mär 2018, 07:08

@earthworm_jim
Das mit der Wasserflasche ist ein gute Idee. Auf dem Balkon nah an der Hauswand wird sich wohl aber kaum noch Frost einstellen. Geringe Temperaturen werden schon überlebt. Ich habe wenn auch größere Behälter im ungeheizten Gewächshaus, da ist wenn auch noch recht träge das volle Leben erhalten.

Ein Trick ist auch die "Mehlheizung" so 2- 3 Esslöffel Mehl in die Kiste streuen, dass "heizt" die Mikroben an und führt kurzfristig zu einer Steigerung der Temperatur, deswegen auch nicht übertreiben.

Ansonsten ist etwas Geduld angezeigt. Deine Farm ist noch sehr frisch und die Biologie ist noch sehr schwach. Die Kokoserde ist praktisch steril und deswegen für die Würmer anfänglich nicht ganz so zuträglich. Ich empfehle wie gesagt immer mit einem Eimer guten Kompost zu beginnen. Wenn man den nicht hat beginnt man mit dem "Hilfskompost" den man schon drei Wochen vorher ansetzen kann.

Ich würde die Farm einfach mit sehr moderaten Mengen versorgen. Denn auch die Überversorgung ist so ein "Anfängerproblem". Später wird so was recht gut vertragen.
Jule
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Re: Mein Start mit dem Wurm Cafe -> Start - Rückschlag - Fragen - Pläne

Beitrag von Jule » Fr 15. Jun 2018, 23:02

@Rüdiger danke für die Tipps! Bei uns läuft die Farm seit jetzt einer Woche und heute Abend kamen wir heim und Arbeitszimmer voll mit Würmern auf der Flucht... Aber beruhigend zu lesen, dass das bei vielen so ist. Nun hab ich zwei Fragen :

Als Starthilfe, könnte ich da Humus nehmen aus dem Kompost meiner Eltern?

Und wie lange kann die Eingewöhnung dauern, bis die "Biologie stimmt?" nur damit ich ei gefühl hab. Denn in der Anleitung stand ab Tag 4 Deckel zu und Licht aus, damit kommen wir hier aber im Moment garnicht zurecht leider ^^
Judels wohnen in unserem Arbeitszimmer in einem Wurm Café sein Juni 2018 :)

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