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Re: Wurmfarmanfängerin

Verfasst: Fr 1. Mär 2024, 14:19
von Rikes Kiste
Huhu (wave)
Tharaea hat geschrieben:Ich habe mal eine Frage. Ihr verfüttert ja regelmäßig Bananenschale. Wie viel Bananenschale pro Woche verträgt deine Wurmkiste?
Mein Mann isst unheimlich gern Banane und bisher gebe ich die Schalen nur gelegentlich rein, weil sie sich so langsam zersetzen.
Ich habe Anfang diesen Jahres mal etwas .... sagen wir mal, verhältnismäßig gewagtes ausprobiert:
Ich habe die Bio-Bananenschalen im Kühlschrank gesammelt (im Kühlschrank sind sie geschützt vor etwaigen Fliegen und können auch schon mal anbräunen) und am Tag X (ich könnte nachgucken, hab's ja aufgeschrieben, weil ich ganz explizit und genau "Wurmkisten-Tagebuch" führe, aber ich denke "Tag X" ist ausreichend. :lol: ) in Streifen zerteilt und als eine Schicht in die Wurmkiste gegeben. Und das waren wirklich seeehhhr viele Schalen....! (12 oder 13 Stück?!?)
Die Würmchen haben auch noch anderes zu essen bekommen, ein paar Gemüsereste und eine ordentliche Menge Teesatz. Dazu zwei Schichten Papierschnipsel, also erst eine Schicht Papierschnipsel, darauf die Bananenschalen und Gemüsereste, darauf noch eine Lage Papierschnipsel und dann den Teesatz mit dem Mineralfutter oben drauf. Ist ein ordentlicher "Buckel", also Futterhügel könnte man sagen, geworden. Dann Hanfmatte drauf und warten.
Erste Beobachtung: eine Wurmflucht habe ich mit meiner reichlichen Bananenschalengabe nicht ausgelöst.
Zweite Beobachtung: es roch zunächst einmal etwas.... "bananig", der Geruch verflog aber spätestens am dritten Tag.
Dritte Beobachtung: der Hügel begann sich nach etwa wenigen Tagen bereits langsam zu setzen/ zu sacken. Zwischendrin und oben drauf war einiges an Würmer zugegen und zugange.

Ergebnis war, dass der gut gemeinte und großzügig aufgehäufte Futterberg innerhalb weniger Wochen "eingeebnet" worden ist, sprich nix mehr mit Hügel. Die Wurmies waren zügig und schnell, wie immer. Teesatz und Gemüsereste waren ruckzuck aufgenascht (war ja klar :roll: ), Bananenschalen brauchten erfahrungsgemäß etwas länger, waren aber nach anderthalb Wochen bis auf wenige Reste und nach zwei Wochen vollständig weggeputzt.

Das (Zwischen-)Lagern der Schalen im Kühlschrank hat den Kompostiervorgang merklich unterstützt, frische Schalen, die noch etwas mehr an Gelb auf der Schalehaut aufweisen, brauchen deutlich länger als zwei Wochen, um verspeist zu werden.
Deshalb mein Tipp: immer vorab "Behandeln" und entweder Kühl- oder TK-Bananenschale verfüttern.

Inzwischen mache ich das übrigens immer so:
Ich verfüttere die Bananenschalen nicht sofort, sondern sie machen Zwischenstation im Kühlschrank (ich friere sie eigentlich nicht mehr ein, weil ich mein TK-Fach für mich selber brauche :lol: , sprich, da ist kein Platz) und dann werden sie grob in Streifen zerrissen und in die Kiste "aussortiert". Den Rest machen die Wurmies und ihr "Bodenpersonal" (Milben, Springschwänze, Enchyträen und wer sonst noch so alle kreucht und fleucht).

ABER:
- Was ich beim Füttern der Bananenschalen gemerkt habe -
Man sollte gleichzeitig immer möglichst viel an Papierschnipseln reingeben, also nicht an Papier sparen oder so, weil die Bananenschalen im Verrottungsprozess immer erst matschig werden und so sehr viel Flüssigkeit frei setzen (die Würmchen lieben das, aber es kann auch schnell zu viel werden)!
... den Fehler habe ich ganz zu Anfang gemacht und musste hinterher mit viel Papier gegensteuern und dieses untermischen, fanden die Würmchen gar nicht lustig...

Am besten man macht das vorher schon, erspart einem viel Arbeit und Ärger.
Also eine Lage Papierschnipsel rein, dann Bananenschalen drauf, dann noch ein Lage Papierschnipsel und gut ist. Das Vermischen machen die Tierchen allein.

lg
Henrike
die mit dem Füttern von Bananenschalen etwas mutiger geworden ist ;)

Re: Wurmfarmanfängerin

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 10:22
von WurmJessi
Hallo Jörg,

Anbei ein paar Bilder von meiner Pflanzenkohle :)

Wurmige Grüße
Jessi

Re: Wurmfarmanfängerin

Verfasst: Do 28. Mär 2024, 17:24
von Eberhard
Pflanzenkohle saugt ja auf Grund der porösen Oberfläche Feuchtigkeit gut auf
Wasserspeicherung ist eher ein Nebeneffekt.
1) Pflanzenkohle bindet wegen der chemischen Eigenschaften Nährstoffe sehr stark (und gibt sie per Aktivität der Bodenmikroben wieder kontrolliert frei).
2) Die Porosität bietet Lebens- und Überlebensraum für Mikroben. Die Qualität des Wurmhumus wird nicht nur nach Nährstoffgehalt zu beurteilen sein, sondern auch nach dem Gehalt an positiven Mikroben, für deren Anwesenheit die Würmlis ja auch sorgen.
3) Die Anwesenheit von Pflanzenkohle fördert (Dauer)Humusbildung im Boden.