Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

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Fraggle
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Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

Beitrag von Fraggle » Di 30. Apr 2019, 20:34

Hallo miteinander,

mein Name ist Susanne und ich beherge seit zwei Wochen ca. 1000 (-x) Eisenia spp. in meinen Wurm Café.
Ich bin durch Zufall über die Wurmwelten-Seite gestolpert (vermutlich über Kompostierung im Allgemeinen) und als ich die Wurmfarmen sah, jauchzte der kleine Wald-und Wiesen Biologe in mir. Es war klar, ich musste eine haben.
Meinem Mann habe ich das Ganze mit Küchenabfallkompostierung und Wurmhumus 'schmackhaft' gemacht. Aber seien wir ehrlich. Ich betrachte die Fraggle Bande eher als meine neuen Haustiere. Insofern liegt mir einiges daran, sie glücklich zu sehen und nicht als Dörr Wurm vom Boden kratzen zu müssen. Leider ist bisher nicht alles ideal gelaufen. Bedingt durch meine Neugier und Ungeduld, sind mir einige Anfängerfehler unterlaufen , die nach vier Tagen zu einer ersten Fluchtwelle führten :oops: .
Im Nachhinein betrachtet, mache ich das Zusammentreffen mehrerer ungünstiger Faktoren verantwortlich (Temperatursturz, zu viel Feuchtigkeit, saurer pH?).
Dem versuchte ich, zunächst etwas planlos, entgegenzuwirken. Was wiederrum dazu führte, dass ich die Würmchen häufiger als notwendig störte. Ein Teufelskreis. Eine detailierte Beschreibung der ersten zwei Wochen hänge ich unten als Text an.

Ich habe sehr viel hier im Forum gelesen und bin dabei über die Wichtigkeit der 'regelmäßigen Vernachlässigung' gestoßen. Ich gebe mein Bestes mich darin zu üben. Das richtige Maß zu finden fällt schwer.
Der Vorsatz: Maximal alle zwei Tage die Auffangschale kontrollieren um Flüchtlinge zu retten und nur zum Füttern (alle vier? Tage) die Matte anheben.
Im Großen und Ganzen hatte ich auch den Eindruck, dass sich die Lage langsam stabilisiert. Trotzdem finde ich täglich mindestens einen vertrockneten Ausbrecher. Zudem gestern auch ca. 6 Judels in der Auffangschale. So ganz glücklich können sie wohl nicht sein. Das Substrat war gestern an einer Ecke schon recht abgesunken, da habe noch etwas halbverotteten Kompost aufgefühlt
Eigentlich denke ich, dass die Feuchtigkeit des Substrats ok sein sollte. Trotzdem riecht die Box eher nach modrigem Keller als feuchtem Waldboden. Derzeit habe ich Mittags für einige Stunden den Deckel auf oder einen Spalt offen, um eine bessere Belüftung zu gewährleisten. Reicht das?
Oder sollte ich bei der nächsten Fütterung, wenn ich eh das nächste Mal die Matte hebe, das Substrat lockern um mehr Luft dran zu lassen? Ich fürchte, durch weitere gutgemeinte Störungen, die Situation zu verschlimmern. Mit dem Füttern habe ich mich bisher sehr zurückgehalten (vielleicht zu viel?). Obwohl die Judels bisher alles schnell verdrückt hatten und recht agil wirken. Für morgen steht eine etwas größere Portion augetaute Gurkenschalen, Salat und Petersilie auf dem Menü.

Ich hoffe, ich bekomme hier ein bißchen Feedback, und sei es nur 'Finger weg von der Box'!






Wurm Café Tagebuch

Dienstag, Tag 0:
Ich nehme das Wurm Café gemäß Anleitung in Betrieb (das heißt ich habe unten eine Lage Wellpappe statt zwei Lagen Zeitungspapier). Zu diesem Zeitpunkt steht es im Arbeitszimmer bei 23°C.
Als Begrüßung bekommen die Judels zwei winzige Schnipsel Pferdeapfel.
(Anm. d. Verf.., Dieser erschien schon etwas abgelagert und nein, Gedanken über Wurmkuren bei Pferden habe ich mir keine gemacht).
Die nächsten Tage ist der Deckel offen, nachts lasse ich Licht an. Donnerstag kommt der Deckel drauf
Man sieht nur wenige Würmer (natürlich kann ich mich nicht zügeln, dreimal täglich unter die Hanfmatte zu schauen), trotzdem wagen sich schon einige Wenige mutig an den Pferdeapfel, während die Wurmfutter Pellets zunächst unberührt bleiben.

Freitag: Super, Eingewöhnung abgeschlossen, die Fraggle Bande zieht in den Keller (16°C). Als erste Fütterung bekommt sie den Rest des Pferdeapfels.

Samstag: Wurmflucht setzt ein Judels an den Wänden und dem Deckel, eine Menge Kondenswasser am Deckel. Aber auch ein Haufen Würmer, die sich gierig über den Pferdeapfel hermachen.

Sonntag: Ein Dörrwurm am Boden, einen kann ich lebend retten. Habe ich durch den Pferdeapfel den pH zu stark gesenkt? Ich gebe eine Hand MineralMix drüber. Vom Sonntagsfrühstück gibt es gemörserte Eierschalen

Montag: Ich finde mindestens drei Dörrwürmer und kann ebenso viele lebend retten. Mir reichts, die Judels kommen wieder mit hoch in die Wohnung, wo ich die Box im Auge habe. Zur Freude meines Mannes (nicht wirklich) und meines Sohnes (ernsthaft).
Der Deckel bleibt tagsüber zunächst ab. Die Oberfläche der Hanfmatte zeigt weißen Flaum und ich möchte, dass sie dieser wegtrocknet. Nachts ist der Deckel drauf, aber eine Lampe bleibt nachts anbleibt.

Dienstag: Ich habe gelesen, dass die Judels auch in die Auffangschale flüchten. Die Kontrolle zeigt, drei tote Würmer, einer davon schon halb verfallen und einige lebende.
An Futter gibt es Wurmpellets und weniger als eine Handvoll kleingeschnittene Gurkenschalen.

Mittwoch: Weitere Würmer in der Auffangschale. Ich bringe halb verrottenden Kompost aus dem Garten mit, um das Substrat aufzustocken. Und eine unwesentliche Menge Erdbeergrün mit Erdbeerresten. Die Würmer scheinen den Kompost zu mögen.

Donnerstag/Freitag: Keine Würmer in der Auffangschale.

Samstag: Es gibt Mineral Mix Pellets und Kaffesatz mit Gartenkalk. Ich fasse den Vorsatz die Würmer weniger zu stören

Sonntag-Dienstag: Ich finde insgesamt vier Dörrwürmer, plus zwei lebenden Flüchtlinge. Die Kontrolle der Auffangschale am Montag zeigt weitere Flüchtlinge.
Nächste Futterration gibt es Mittwoch.
SuMiXaN
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Re: Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

Beitrag von SuMiXaN » Mi 1. Mai 2019, 14:02

Hallo Susanne,
Ersteinmal möchte ich dich ein wenig beruhigen. Natürlich ist es nicht schön wenn man flüchtende und vertrocknete Würmer hat. Leider macht vermutlich jede neue Wurmfarmerin und Farmer ähnliche Erfahrungen und die Menge deiner Flüchtlinge ist keinesfalls besorgniserregend.
Ich habe eine selbstgebastelte Wurmfarm mit nur einer Ebene und kann deine Fragen daher teilweise auch nur aus gelesenen Informationen hier im Forum beantworten. Na dann gehen wir mal ins Detail:

Temperatursturz: Die Änderungen der Temperatur durch einen Ortswechsel oder Sinken der Außéntemperatur gehen im Substrat wesentlich langsamer von Statten. Deine Würmer sollten deshalb keinen "Schock" erlitten haben. Ein Keller ist normalerweise warm genug für Kompostwürmer.

Feuchtigkeit: Du beschreibst einen weißen Flaum auf der Oberfläche und das sie dir am Anfang wohl zu feucht geworden ist. Nimm einfach mal eine Hand voll Substrat, achte darauf das weder Würmer noch Kokons enthalten sind, und press sie fest zusammen. Es sollten nur ein paar Tropfen Wasser austreten. Ich würde dir raten die Ecken deiner Farm zu kontrollieren, bei mir ist es dort meist am feuchtesten. Allgemein würde ich dir raten das ganze ersteinmal trockener anzugehen und immer nur einbisschen Wasser zuzufügen (z.B mit einer Blumenspritze). Solange das Substrat nicht staubtrocken ist, halten die Würmer das aus und du verhinderst ersteinmal unangenehmere Gerüche, Fäulnis etc.
Um die Farm trockener zu bekommen kann man unterschiedlich vorgehen. Lüften ist schonmal ein guter Ansatz aber dabei trocknet meist nur die Oberfläche aus und das Futter wird weniger schnell verwertet. So blöd es auch ist, aber manchmal hilft dann nur vorsichtiges umgraben der feuchten Stellen oder das gezielte unterheben von Wellpappe, Mineralmix Pellets oder Ähnlichem.

PH-Wert: Da kann ich dich beruhigen...eine ganz neue Farm mit Kokossubstrat hat einen neutralen PH-Wert und den bringt man nicht innerhalb von einer Woche durcheinander. Es kann natürlich sein, dass beigefügter Kompost einen eher sauren PH-Wert hat aber darüber würde ich mir ersteinmal nicht zu viele Gedanken machen. Auf Dauer ist es gut den PH-Wert seiner Farm messen zu können, entweder mit einem elektronischem Messgerät oder einfach Teststreifen nutzen. Auf der Hauptseite von Wurmwelten gibt es dazu auch eine Anleitung.

Flüchtlinge: Du befindest dich in einer sehr frühen Phase deiner Wurmzucht und da muss man leider mit Flüchtigen rechnen (cry) Kontrolliere ruhig alle 2 Tage die Auffangschale, lass vllt. Nachts erstmal das Licht an, auch wenn die Anleitungen von ca. 3 Tagen sprechen...es kann länger dauern bis die neuen Haustiere ihre Behausung mögen und ihrer Besitzerin begebracht haben sie zu pflegen :)=
Das Problem mit den Würmern in der Auffangschale scheinen viele gerade am Anfang ihrer Farm zu haben. Im Forum habe ich schon öfter gelesen das sich dies manchmal erst ändert, wenn man eine neue Arbeitsebene aufsetzt sobald die Alte voll ist. Mach dir keine zu großen Sorgen, es sind bei dir nicht zu viele, behalte es einfach im Auge und irgendwann wird sich das von Selbst erledigt haben. Erst wenn Massen nach unten flüchten besteht Handlungsbedarf.
Viele neigen dazu ihren Würmern zu viel zu fressen zu geben, ich habe den umgekehrten Fall erlebt und meine "Anfangsflucht" mit Füttern bekämpft. Solange das Futter nicht fault oder Schimmelt kommen die Würmer hinterher. Ich würde dir raten einfach mal Dinge zusätzlich zu füttern die nicht so schnell schimmeln. Bei mir haben sich Kaffeesatz + Filter für diese Zwecke bewährt, mit Möhrenschalen habe ich ebenfalls gute Erfahrungen.

Dinge die du noch ausprobieren kannst:
1. Nur auf einer Seite der Farm füttern und die andere als Rückzugsort freilassen
2. Mit der Hanfmatte nur die Seite mit dem Futter abdecken, meine Würmer mögen die Komplettabdeckung nicht gerne
3. Einen Finger an der Futterstelle in das Substrat schieben, kommt es dir ungewöhnlich warm vor? Dann vergleich das mit einer anderen Stelle. Eventuell das Futter etwas weiter verteilen damit die Bakterien, Pilze etc. die Temperaturen bei der Futterzersetzung nicht zu hoch treiben und die Würmer verscheuchen.
4. Ist das Futter matschig und verklumpt? Zieh es einfach ein bisschen auseinander und schieb ein paar Pappschnipsel dazwischen

Aber es gilt: Ruhig bleiben, eins nach dem anderen verändern und immer ein paar Tage warten ob sich die Situation verbessert.

Du machst das schon sehr diszipliniert mit wenigen Störungen für deine Würmer. Ich bin da viel ungeduldiger gewesen und störe meine Würmer auch heute noch viel mehr. Spätestens wenn ich welche zum Angeln aus meinen Boxen suche, ist Stresstag für alle Dendrobena. Sie halten es aus... man darf auch mal seine Neugier befriedigen, aber Ruhe mögen sie halt lieber. Mal nach ihnen schaun ist nicht so schlimm wie gravierende Veränderungen ihres Lebensraums.

Ich wünsch dir viel Erfolg und Spaß mit deinen 1000 Haustieren, das wird ne Aufgabe...tausende von Namen...jeder will gestreichelt werden und was passiert erst wenn alle auf einmal Würmer bekommen? Allein die Tierarztrechnung (ironie)
SuMiXaN (Felix)
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Re: Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

Beitrag von Fraggle » Mi 1. Mai 2019, 17:44

Hallo Felix!
Vielen, vielen Dank für deine ausführliche Antwort und Ratschläge Du hast mich tatsächlich etwas beruhigt!
Ich habe schon befürchtet, dass ich es innerhalb einer Woche geschafft habe, die Box zum kippen zu bringen :shock:

Die Feuchtigkeit habe ich heute nochmal kontrolliert (sollte ok sein) und das Substrat etwas verteitelt/gelockert. Müffelt immer noch etwas :(
Aus der Auffangschale habe ich ca. 4 lebende Judels befreit und drei tote in der Mülltonne bestattet. Ich hoffe du hast Recht und das wird mit der nächsten Ebene besser. An den Wänden hängen immer maximal 1-2 Würmer.
In der Mitte der Box war vorher ein kleiner Hügel mit dem Substrat, in dem die Würmer geliefert wurden. Dort habe ich bisher nicht gefüttert und auch keine Würmer gefunden. Falls der pH den Würmern nicht gefällt, wäre das vermutlich ein sicherer Rückzugsort gewesen .
Den Kompost finden die Würmer super, da tummelt sich Einiges. Mit dem Füttern habe ich mich bisher eher zurückgehalten, obwohl die Würmer das Wenige schon gut umgesetzt haben. Heute gab es dann aber etwas frisches Grünzeug, gemörserte Eierschalen und Pellets, damit sie gleich etwas zum Schlürpsen haben. Die Kompost-Schicht enthält auch noch etwas an organischer Substanz.
pH Indikator Stäbchen habe ich hier und wiederholt eine Messung versucht. Allerdings kamen bei meinen Messungen immer sehr unklare Ergebnisse raus . Der mittlere Indikator fällt immer aus der Reihe. Selbst mit destilliertem Wasser habe ich kein klares pH7 Ergebnis bekommen. Ich frage mich, ob solche Tests auch schlecht werden können?! Meine Packung ist nämlich mindestens 7 Jahre alt. Vielleicht ist es doch an der Zeit neue Teststreifen zu besorgen.

Also dann werde ich mich wohl weiter in Geduld üben (NICHT meine Stärke). Aber erstmal weiter Licht anlassen.

Das mit der Namensgebung einzelner Würmer, ist vielleicht eher ein Auftrag für meine Kinder. So als Beschäftigungstherapie :D
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Re: Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

Beitrag von Wurmpiercer » Mi 1. Mai 2019, 19:16

Hallo Fraggle und wilkommen,

ich habe noch nie den PH-Wert gemessen und meine Farm läuft über ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Das wichtigste ist ruhig zu bleiben und wilden Aktionismus bleiben zu lassen. Hier im Forum findest du eigentlich alles was du wissen musst, wenn nicht frag einfach.
Würmer können einiges vertragen, verlass dich auf dein Bauchgefühl und deine Nase.
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Re: Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

Beitrag von SuMiXaN » Mi 1. Mai 2019, 19:20

Hi Susanne,

Freut mich das meine Antwort dir schon ein bisschen weitergeholfen hat.
Das schöne an Kompost in einer frischen Wurmfarm ist, dass es einfach deren natürlichen Lebensraum am nächsten kommt. Im Kompost sollten alle Mikroorganismen vorhanden sein welche sie gewohnt sind und benötigen. Normalerweise finden sie darin auch immer noch etwas zu futtern. Das Substrat in dem die Würmer geliefert werden beinhaltet zwar ebenfalls alles was die Würmer für einen erfolgreichen Start brauchen, ist aber auf die Menge der Würmer und das Volumen der Wurmkiste gesehen recht wenig.
Ob PH-Teststreifen eine Art Haltbarkeitsdatum haben, weiß ich leider nicht. Aber der PH-Wert muss nicht genau 7 betragen. Alles im Bereich von 6-8 sollte unbedenlich sein. In einer Wurmkiste versucht man mit Kalk (Gartenkalk, gemahlene Eierschalen usw.) gegen eine Versauerung der Farm zu steuern. Dabei sollte man nicht versuchen den PH-Wert auf einen Schlag zu optimieren, sondern sich vielmehr an einer langsamen Veränderung versuchen. Ich gebe z.B immer eine Prise Gartenkalk in die Kaffeereste, weil die für ein versauern der Kiste sorgen und die Würmer es in dieser Form scheinbar gut annehmen.
Der PH-Wert ist auch praktisch nie an allen Stellen gleich, die Würmer vermischen das ganze Subtrat auf Dauer. Vermutlich ist dein PH Wert vom Kompost auch anders als der im frischen Kokossubstrat. Mach dir im Moment aber keine allzugroßen Sorgen darüber. Viel wahrscheinlicher ist das deine Würmer ersteinmal alles erkunden wollen und ihnen dabei Unfälle passieren, wie in die Wurmtee-Ebene fallen. In manchen Forenthreads haben ich gelesen das einige in die Wurmtee-Ebene eine "Leiter" für die Würmer aus Steinen oder ähnlichen gebaut haben damit sie wieder nach oben kommen können. Ich kann allerdings nicht sagen wie erfolgreich so ein Vorgehen ist.

Zum Geruch: Die Wurmfarm sollte nicht stinken, also ein unangenehmer Geruch der schon beim Vorbeigehen auffällt. Das sie etwas riechen kann wenn man den Deckel öffnet und/oder unter die Hanfmatte schaut halte ich für normal (Hängt stark vom Futter und seinem Zustand ab). Meine Kisten sind momentan zu feucht und ich hab ein größeres Loch im Deckel welches mit Fliegengitter vor großen Aus- und Einwanderern schützt. Der Raum riecht anders als ohne Wurmfarm und auch nicht nach Waldboden aber ich könnte nicht sagen das es wirklich stinkt. Ich versuche gerade sie trocken zu legen indem ich Pappe untermische und dann sollte auch der Geruch wieder nachlassen. Einfach weiter beobachten und wieder melden wenn es eher schlimmer als besser wird. Du hast ja schon Maßnahmen ergriffen und es kann ein paar Tage dauern bis sie richtig greifen. Und da sind wird wieder bei der Geduld :)

Licht anlassen und 1-2 Würmer an den Wänden:
Alles im grünen Bereich! Ob man das Licht noch braucht kann man leicht testen. Einfach warten bis es 1 Stunde richtig dunkel ist, dann in die Box schaun. Wenn viele Würmer an den Wänden oder unter dem Deckel sind, würd ich es lieber noch anlassen. Andernfalls vor dem Schlafen gehen nochmal nachschauen, sofern immer noch alle brav in der Kiste bleiben, kannst du es ausschalten. Den Prozess kann man immer nutzen wenn man eine Wurmflucht hat und Ursachenbekämpfung betreibt. Aber das kam bei mir nach der Startphase nicht mehr vor.

Da haben deine Kinder ja gut was zu tun...die ganzen Materialkosten für die Namensschilder will ich mir nicht vorstellen...
Felix
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Re: Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

Beitrag von Fraggle » Mi 1. Mai 2019, 20:30

@SuMiXaN
Was heißt Namensschilder-als Helikoptermutter bekommen sie alle einen Sender, damit ich sie jederzeit orten kann :D
Der Geruch ist jetzt auch nicht so schlimm, dass man ihn im Zimmer wahrnemmen kann. Aber wahrnehmbar, wenn man den Deckel öffnet und nimmt zu, je länger der Deckel aufliegt. Mein Mann hat sich schon beschwert, als die Box kurz nach dem Aufstellen nach der eingeweichten Kokosmasse roch. Das verunsichert zusätzlich.

Ich teste gleich mal, wie umtriebig die Würmchen in der Dunkelheit sind.

@Wurmpiercer, das mit dem Aktionismus versuche ich mir gerade abzutrainieren.
Ich bin froh, dass es die Möglichkeit gibt sich hier auszutauschen. Habe in der letzten Woche auch schon viel hier Forum gelesen
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Re: Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

Beitrag von SuMiXaN » Mi 1. Mai 2019, 22:12

Das klingt so als würde man sich ein neues Haustier wie eine Katze zulegen. Am Anfang regt man sich darüber auf das sie die Tapete als Kratzbaum missbrauchen möchte und eine Woche später will keiner sie mehr missen ;)

Um allgemein etwas gegen Geruch zu unternehmen kann man unterschiedlich vorgehen:
1. Futter gut zerkleinern: hilft dabei das es zügig verfügbar ist und gammelt kürzer vor sich hin
2. Regelmäßig füttern: alle 1-2 Tage kleine Mengen füttern dann ist immer genug verfügbar und nichts müffelt tagelang weil zu viel Futter verfügbar ist
3. Futter vorher einmal einfrieren: bricht die Zellen auf und macht das Futter schneller verfügbar, außerdem hilft es dabei das z.B Kartoffelschalen nicht so schnell keimen
4. Manche Dinge gar nicht oder nur in kleinen Mengen verfüttern: z.B Kohl kann übel stinken wenn er verdirbt, zum Schutz der eigenen Nase sollte man nur wenig oder gar keinen Kohl verfüttern. Bei mir war eine kleine Menge mit vorherigem Einfrieren und zerkleinern allerdings kein Problem.
5. Wurmkiste eher trocken als feucht betreiben, der Umsatz sollte in einer feuchten Farm eigentlich etwas besser laufen, erfordert aber mehr Erfahrung (ist zumindest mein Eindruck)

Es gibt bestimmt noch mehr Dinge die man beachten kann, aber mit diesen 5 Punkten fahre ich seit September 2018 recht gut.
Das mit den Sendern gefällt mir! Dann kann man Würmer die man im fertigen Humus übersehen hat im Garten später wieder einsammeln oder beobachten welcher Nachbar deine Würmer schnorrt :lol:
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Re: Meine erste Wurmfarm: Vorstellung, Tagebuch und gleich ein paar Fragen

Beitrag von Fraggle » Do 2. Mai 2019, 17:45

SuMiXaN hat geschrieben:
Mi 1. Mai 2019, 22:12
Das klingt so als würde man sich ein neues Haustier wie eine Katze zulegen. Am Anfang regt man sich darüber auf das sie die Tapete als Kratzbaum missbrauchen möchte und eine Woche später will keiner sie mehr missen ;)
Naja, ob mein Mann die Judels wirklich jemals ins Herz schließen wird-ich wag es zu bezweifeln. Aber nachdem ich jahrelang von seiner senilen, inkontinenten Katze terrorisiert wurde, muss er eben mit meinen Würmern leben (Gott, hört sich das fies an :D )
Langfristig werde ich die Box aber wohl doch in den Keller stellen. Alleine, weil sie viel Platz einnimmt. Jetzt ist das alles aber noch viel zu spannend. Und ich möchte sicher gehen, dass sie stabil läuft, bevor sie umziehen.
Die Experimente mit Kohl werde ich mir in der Wohnung dann doch ersparen, danke für den Tipp!
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