Billige Lebensmittel aus China -Reportage

Nicht sicher in welches Forum Deine Frage gehört? Hier passt alles rein! Nicht nur Kompostwurmiges...
Hier könnt Ihr Euch auch vorstellen.
Antworten
freestyle
Adulter Wurm
Adulter Wurm
Beiträge: 52
Registriert: Di 12. Jun 2018, 14:08
Wormery: DIY Wormery

Billige Lebensmittel aus China -Reportage

Beitrag von freestyle » Di 12. Nov 2019, 17:26

https://www.youtube.com/watch?v=nL_78p6kljg

Eine erschreckende Reportage - insgesamt sehr erschreckend - besonders ab Minute 21 wird auf das Thema Böden eingegangen.

Gruß
Freestyle
Benutzeravatar
Gao
Schon länger dabei
Schon länger dabei
Beiträge: 119
Registriert: Mo 5. Aug 2019, 10:29
Wormery: Industrial Wormery
Wohnort: Schweiz

Re: Billige Lebensmittel aus China -Reportage

Beitrag von Gao » Di 12. Nov 2019, 17:59

An die Doku kann ich mich noch erinnern lief doch mal im Juni.
Das die so günstig produzieren können das es sich lohnt das Zeug um die ganze Welt zu schiffen..
Bei Fertigprodukten kann man nie sicher sein das ned auch Chinawaren drin sind.
Am besten selber kochen mit möglichst frischen regionalen Produkten.

Muss man hald mal früher aufstehen und aufn Wochenmarkt.
Und es wird nötig die Einkäufe vorauszuplannen.
Wir sind es heute gewöhnt jederzeit Einkaufen gehen zu können.
Kenne viele die haben vlt für 3 Tagen Essen auf Lager.. Wenn überhaupt.
Es kann sich auch lohnen nach Bauernständen in der Region ausschau zu halten.
Die Bauern freuen sich meist über Direktkunden da auf die Art etwas mehr hängen bleibt.
Pfiffikus
Wurmmeister
Wurmmeister
Beiträge: 799
Registriert: Mi 13. Nov 2013, 15:37
Wormery: DIY Wormery
Wohnort: zu Hause
Kontaktdaten:

Re: Billige Lebensmittel aus China -Reportage

Beitrag von Pfiffikus » Mi 13. Nov 2019, 09:55

Hm, die Dame aus Eltville meint, sie lebt auf dem Lande. Dabei hat diese Stadt lt. Wikipedia 17.077 Einwohner?

In China sind die Böden verpestet - das mag sein, ich war noch nicht dort. Aber solange die Giftstoffe nicht in den Konserven nachgewiesen werden, spricht auch nichts gegen deren Vertrieb und Verzehr in Deutschland. Die Autoren des Filmes haben mit einem Chemiker von Greenpeace zusammengearbeitet. Aus diesem Grunde dürfen wir davon ausgehen: Wären irgendwelche Giftstoffe nach dem Import noch im Tomatenmark, in den Mandarinen oder anderem Obst enthalten, dann hätten wir das im Film erfahren.
Im Übrigen geht die Ware ja noch durch die Kontrolle beim Importeur in Hamburg. Glaubt hier jemand, dass sich die Kontrollen darauf beschränken, die Ware zu betrachten und zu kosten? Die Firma hat einen Ruf zu bewahren oder zu verlieren!


Was will man von den Chinesen verlangen? Öko-Landbau? Würden die gezeigten Bauern versuchen, ihre Tomaten nach hiesigen Bio-Standards zu produzieren, wer würde ihnen das bezahlen? Leider war es im Film nicht deutlich zu sehen, aber es scheint sich um eine Monokultur zu handeln, jährlich werden dort Tomaten angebaut. Eine abwechslungsreichere Fruchtfolge könnte ihnen unter Umständen etwas Erleichterung bringen. Leider gingen die Filmemacher mit keinem Wort darauf ein.

Sollte man auf solche Importe verzichten? Das würde einerseits die Ware in Europa verteuern und andererseits hätten die gezeigten Bauern und Fabrikarbeiter keine Arbeit mehr. Wollen wir das?


Luftverschmutzung, Gift im Boden, ...? Praktisch dürfen wir davon ausgehen, dass die Chinesen diese Situation im Blick haben. Vor wenigen Jahren haben unsere Medien groß und breit über die schlechte Luft in chinesischen Städten, zum Beispiel in Peking, gelästert. Diese Berichte sind längst verstummt, denn es wurden diverse Umweltvorschriften erlassen und die Elektrifizierung des Straßenverkehrs geht zügiger voran, als bei uns. Also abwarten!
Sollten deutsche Importeure bei derartig angebauten Produkten abwinken, wird das sogar noch schneller gehen. Also ich sehe das nicht als Dauerzustand.


Generell muss man sagen: Ware aus China muss keinesfalls schlecht sein. Jeder Importeur erhält in China genau die Ware, die er bestellt und bezahlt. Da denke ich nur beispielhaft an mein Telefon, das Made in China ist.
Wisst Ihr noch: Die Kennzeichnung "Made in Germany" wurde Ende des 19. Jahrhunderts vorgeschrieben, um Ware aus Deutschland zu diffamieren und die Käufer vor mangelnder Qualität zu warnen. Wie sich die Sache entwickelt hat, wissen wir. Bei "Made in China" könnte es ähnlich gehen.



Pfiffikus,
der jetzt mal in den Supermarkt gehen wird, um sich eine Dose leckere Mandarinen zu kaufen
Eberhard
Durchwurmt
Durchwurmt
Beiträge: 270
Registriert: Do 23. Nov 2017, 21:52
Wormery: None (yet)

Re: Billige Lebensmittel aus China -Reportage

Beitrag von Eberhard » Mi 13. Nov 2019, 15:42

Man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass die Chinesen (und andere) das machen, was genau bei uns auch schon stattgefunden hat, und zwar über wesentlich längere Zeiträume, bzw. immer noch stattfindet.
Auch unsere hiesig erzeugten Lebensmittel kommen nicht alle vom idealisierten Märchenbauernhof. Industrielle Produktion ist etwas anderes als naturnahes Wachstum (=> Futter statt Heilpflanzen).
Aber ehe man die Landwirte verteufelt und verdammt, schaue man, was man ihnen auf Landwirtschaftsschulen und durch Wissenschafter (lobbygesteuert?) lehrt und wozu sie durch ökonomischen Druck getrieben werden. Nativ haben Landwirte ein besseres Verhältnis und ein höheres Verständnis zur Natur als der "schlaue" Städter, weil sie damit arbeiten und leben, und keiner hat die gezielte Absicht, seine Lebensgrundlage zu zerstören.

Vergiftung der Umwelt ist nicht nur ein ausländisches Problem, und wenn man es zehn, zwanzig Jahre nicht mehr gar so arg treibt, heißt das noch nicht, dass die Umwelt schlagartig giftfrei ist.

Giftstoffe in Lebensmitteln muss man messen können und wollen, und dann werden ermittelte Mengen noch gegen selbstbestimmte Grenzwerte verglichen, wo dann schnell einmal bei guter Lobby diese Grenzwerte auch nach oben fließen können (ist alles schon mal da gewesen).
Meist unberücksichtigt: Ein Gift zu messen und dessen Wirkung zu betrachten ist eine Geschichte. Wie mehrere Gifte zusammen wirken und in Kombination von durchaus untergrenzwertmäßigen Mengen weitere Folgen entwickeln können, ist ein ganz anderes Feld.

Wenn Du mit dem Finger auf jemand anderen deutest, schaue Dir Deine Hand an. Du wirst sehen, dass drei Finger auf Dich selbst zeigen. (Persische Weisheit)
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
Benutzeravatar
Wurmpiercer
Adulter Wurm
Adulter Wurm
Beiträge: 55
Registriert: So 18. Mär 2018, 16:05
Wormery: DIY Wormery
Wohnort: Gevelsberg

Re: Billige Lebensmittel aus China -Reportage

Beitrag von Wurmpiercer » Mo 9. Dez 2019, 09:44

Ich bin seit über 10 Jahren regelmäßig in China, das Problrm sind die Dimensionen dort. Ich bin gerade aus Chengdu zurück, ist eine 16 Mio. Einwohner Stadt. Das ist mal eben die Population der Niederlande! Auch wenn man dort viele Elektroautos, -busse und -kleinlastwagen sieht ist die Verschmutzung allgegenwärtig. Die SMOG-Glocke erzeugt ein seltsames Licht. Die Chinesen wollen auch ihren Teil vom Wohlstand und haben jetzt ihr Wirtschaftwunder wie wir in den sechziger Jahren. Da haben hier auch die Schornsteine und Autos jede Menge Dreck ausgespuckt, nicht nur im Ruhrpott.
Die Menschen dort geben sich nicht mehr mit eine Schüssel Reis am Tag zufrieden, sie wollen genaus so gut leben wie wir und das braucht Ressourcen. Wenn man 1,4Mrd still und zufrieden halten will kann man nicht zimperlich sein. Die Regierung dort strebt nach wirtschaftlicher Vormachtstellung in der Welt und die Bevölkerung zieht mit. Sie sind stolz auf das erreichte und blenden die Folgen aus. Erst wenn sie das gewünschte erreicht haben wird sich vielleicht ein anders Bewußtsein einstellen, wenn die Regierung und deren Indoktrination das zuläst.
Solange wir das Zeug kaufen gibt ihnen der Erfolg recht.
Antworten