Beratung für einen Anfänger

Gibt es Probleme in der Wurmfarm? Möchtest Du Deine Can-o-Worms verbessern oder Dein Wurm Cafe säubern? Hier gibt es Tips und Fragen auf häufige Antworten!
tcj
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Beratung für einen Anfänger

Beitrag von tcj »

Hallo, ich bin der neue :-)

Ich überlege, für unseren Stadtwohnungshaushalt aus drei erwachsenen Omnivoren, einen Wurmkomposter zu kaufen.
Unsere Terrasse geht nach Süden raus und hat kaum natürlichen Schatten, also im Sommer manchmal zu heiß und im Winter wird es dort wohl auch zu kalt. Außerdem möchte ich, dass er auch im Winter seine volle "Produktivität" hat.
Somit wird er in der Wohnung (Küche/Esszimmer) stehen müssen und sein Aussehen wird wichtig.
Darum fällt Eigenbau auch aus ;-)
Tja, und dann bleibt von Wurmwelten eigentlich auch nur noch Urbalive, die anderen Lösungen sind selbst mit meinen Männeraugen optisch nicht akzeptabel.
Oder die Österreicher - ich weiß, "Mitbewerber".
Oder kennt ihr noch etwas anderes?
Wie lauten eure Empfehlungen?

Danke & Gruß
Thomas
Zuletzt geändert von tcj am Di 30. Mär 2021, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Thomas

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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von Wurmcolonia »

Hallo Thomas,

erst einmal ein herzliches (willkommen) im Forum. Schön, dass du zur Gemeinde der Wurmhalter hinzukommen möchtest.

Was du zum Stellplatz für eine Wurmfarm geschrieben hast, ist vollkommen richtig. Schattig und nicht zu heiß oder zu kalt. Zimmertemperatur ist im besten, da die Judels dann auch im Winter aktiv bleiben.

Es gibt über das Netz auffindbar auch ansprechende Wurmbehausungen. Da wir hier aber keine Empfehlung für einen Mitbewerber aussprechen können und wollen, müsstest du die Suchmaschine deines Vertrauens befragen. Es gibt da z.B. (mindestens?) einen Wumkomposter aus Keramik. Mehr kann ich aber nicht verraten. Den in Österreich hast du ja bereits selbst entdeckt.

Wenn du weitere Fragen hast, melde dich gerne bei uns.

Herzliche Grüße
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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von tcj »

Ein an einen Hersteller/Händler "gebundenes" Forum ist irgendwie doof ;)

Keramik habe ich nun nur einen aus der Schweiz gesehen- optisch auch nicht mein Fall.
Ich möchte auf jeden Fall einen Komposter mit der Möglichkeit den Wurmtee für unsere Zimmer- und Balkonpflanzen zu "ernten" , daher fallen auch die anderen Holzkisten bis auf die Österreicher aus.
Und auch da bin ich mir nicht so sicher, ob und wie das Holz nach zwei Jahren aussieht bei der ständigen Feuchtigkeit im inneren.

Alles andere ausser Urbalive aus Kunststoff ist was für Garage, Keller und Abstellkammer, aber nicht im ständig sichtbaren Bereich von Küche/Esszimmer. Ich kann den Komposter nicht mal in einer Ecke hinterm Kühlschrank verstecken.
Der Keller ist drei Stockwerke tiefer - da würde am Ende nur die Faulheit siegen und das eigentliche Würmerfutter landet doch im Müll.

Es wird wohl der Urbalive, denn da hat sich jemand die richtgen Gedanken bzgl. des Aussehens gemacht. Und wenn sein Volumen nicht reicht, dann kann man ja noch ein/zwei Ebenen dazukaufen.
Kaufen will ich von Wurmwelten, denn da bekommt man das beste Komplettpaket zum besten Preis.
Wie ich aber erfahren habe, dauert es noch ca. vier Wochen bis die wieder am Lager sind.
Liebe Grüße
Thomas

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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von Wurmcolonia »

tcj hat geschrieben: Mo 29. Mär 2021, 12:32 Ein an einen Hersteller/Händler "gebundenes" Forum ist irgendwie doof ;)
So eine Bemerkung halte ich hier nicht für angemessen, selbst wenn sie nicht ganz ernst gemeint ist. Du kannst ja ein eigenes Forum eröffnen. Daran hindert dich niemand. Dann wirst du allerdings merken, mit wie viel Arbeit, Aufwand und auch Kosten so etwas verbunden ist. Das ist ganz ernst gemeint.

Du könntest aber auch eine richtig stylische Wurmfarm entwerfen und bauen lassen. Vielleicht wird die dann ja der Renner. Auch daran wird dich niemand hindern.
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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von tcj »

Ich bin mir bewusst, dass ein Forum Arbeit und Geld kostet.
Und wer die Musik bezahlt, sagt auch was gespielt wird.
Aber das ändert nichts daran, dass es den Informationsautausch einschränkt, wenn andere Händler/Hersteller nicht genannt oder verlinkt werden dürfen sondern verklausuliert werden müssen.
Das ist jetzt aber nicht so schlimm für mich, dass ich darum nicht hier bliebe oder es auf mich nehmen würde ein "eigenes" Forum zu gründen.

Und leider ist das Design und Herstellen von Artikeln irgendwelcher Art auch nicht mein Beruf, sodass ich nehmen muss, was es auf dem Markt gibt.
Zuletzt geändert von tcj am Mi 31. Mär 2021, 07:39, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Thomas

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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von tcj »

Zurück zum wichtigsten: den Würmern, ihren Hotels und dem Personal :D
Meine kleine Farm soll dann in Zukunft mal so viel als möglich vom pflanzlichen Bioabfall von uns drei verwerten.
In mittlerer Zukunft sind wir dann auch nur noch zwei, wenn unsere Tochter (21) auszieht.
Ich weiß, was sie theoretisch futtern und was lieber nicht, aber dennoch:
  • Zu 100% gar nix von der Zwiebel oder nur nicht in größeren Mengen - d.h. Schalen und Abschnitte vom Putzen vs. ganze Zwiebeln?
  • Niemals gekochtes, oder sind Pellkartoffelpellen oder ein/zwei übriggebliebene Kartoffeln ok?
  • Kann man sie auch überfütterm OBWOHL doch alles verschwindet?
    Soll heißen: MIr ist schon klar, dass man nicht zuviel geben soll sodass es anfängt immens zu gammeln, ehe die Würmer es verarbeiten können, aber solange dass nicht passiert und alles rasch verschwindet ist doch alles ok?
Zu 90% werde ich das Urbalive Starter Set mit Würmern bestellen, wenn es wieder am Lager ist.
Theoretisch ist ja alles dabei, aber gibt es dennoch etwas was ich schon zuvor oder zusätzlich besorgen oder tun kann?
  • Ein paar Liter Waldboden, um die Vielfalt an Mikroorganismen zu erhöhen?
  • zusätzlichen Karton und/oder Papier zum Kokosblock?
  • sonstiges organisches oder anorganisches Material?
  • ???
Danke
Liebe Grüße
Thomas

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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von SuMiXaN »

Hallo tcj,

Ich habe vor einiger Zeit einen Urbalive hier aus dem Forum übernommen weil die damaligen Besitzer mit einer Wurmfarm nicht so gut klar kamen und sie weitergeben wollten. Das erste was ich gemacht habe war eine zusätzliche Schicht für den Urbalive nachzubestellen. Es ist nicht notwendig, hat aber gewisse Vorteile:

1. Der werdende Wurmhumus verbleibt länger in der Farm. Er wird durch die zusätzliche Zeit noch besser zersetzt.

2. Die Würmer legen die Kokons mal im frischem Futter, aber auch gerne in älteres, bereits zersetztes. Die Jungen haben durch die zusätzliche Schicht mehr Zeit zu schlüpfen und hoch zu wandern. Am Ende verbleiben trotzdem noch Würmer in der untersten Schicht...aber eben deutlich weniger.

3. Falls in der obersten Schicht mal etwas schief läuft (zu trocken, zu nass / faulig) haben sie immer noch einen großen Rückzugsort und verschwinden nicht direkt in die Wurmtee-Auffang-Ebene. Überhaupt die Neugier nach unten hin weiter zu erkunden hat mit einer dritten Ebene deutlich nachgelassen weil es immer uninteressanter wird, je tiefer sie kommen.

Zwiebeln, Lauch, Knoblauch und co. haben starke ätherische Öle. Diese verscheuchen die Würmer und haben antibakterielle Eigenschaften. Dadurch werden sie schwer / langsam zersetzt und die Öle können sich in der Wurmkiste mit geschlossenem Deckel anstauen. Harte, trockene Schalenreste ohne "Fruchtfleisch" sollten kein Problem darstellen, könnten aber lange Zeit zum Zersetzen benötigen. In Maßen verträgt eine Wurmfarm aber auch mal Zwiebelreste. Wenn ich eine Suppe koche und dafür Suppengrün verwende ist da normalerweise ein bisschen Lauch bei. Davon die Reste vertragen meine Würme. Die Reste einer Lauchsuppe mit viel Lauch hat eine Wurmflucht eingeleitet, weilche ich durch das entfernen vom Lauch und lüften der Farm abwenden konnte.

Man kann den Würmern gekochte Dinge geben. Dabei ist zu beachten das die gekochten Lebensmittel nicht stark gewürzt sind. Gelegentlich Reste von gekochten Kartoffeln oder Nudel mit Salz bekommen meine Würme und es schadet ihnen nicht. Allerdings ist so eine Mahlzeit für sie die Ausnahme bei mir.

Zur Überfütterung: Das geht tatsächlich...die Biomasse zersetzt sich auch ohne die Würmer. Die Mikroorganismen sind ja alle in der Wurmkiste vorhanden. Das merkt man gut wenn man die feuchtesten Stellen im Substrat findet und diese anfangen zu riechen bzw. faulig zu stinken. Solange sich genau dort die Würmer versammeln um dem Prozess entgegen zu wirken und alles wegfuttern kann man es noch laufen lassen. Wenn es zu viel wird und die Würmer nicht hinterher kommen, dann mische ich das ganze mit Mineralmix, Wellpappe oder Hanfeinstreu. Darüber hinaus sollte man dann einen Futterstop einlegen und beobachten.

Waldboden? Kann man machen, vllt. nicht direkt vom Feld- bzw. Waldrand. Es sei denn du weißt was der Bauer alles so auf sein Feld haut :P Noch besser wäre frische Erde aus einem privatem Komposthaufen in dem Würmer sind oder waren. Wenn du Erde aus dem Wald oder Kompost nimmst, dann friere sie bitte eine Nacht ein. Es ist immer möglich das man sich Mückenarten, Schnecken und anderes Getier in die Wurmkiste holt. Viel zu oft verstoße ich gegen diesen Ratschlag und ärgere mich hinterher :D

Ansonsten kannst du ca. 1 Woche bevor die Würmer ankommen ein bisschen Grünabfall (eine Hand voll) und vllt. ein Kaffeefilter aufheben und diese an der Luft vergammeln lassen. Das wird sie nicht überfüttern aber sie haben schonmal was tolles zu futtern in ihrem neuen Heim.

Hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen und das der Urbalive bald wieder lieferbar ist!
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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von tcj »

Hallo SuMiXaN,

Danke für deine ausführliche Antwort. Die dritte Ebene ist auch schon auf dem virtuellen Wunschzettel.

Zwiebel- und Lauchabschnitte also in kleinen Maßen - ok.

Gekochtes: Ich meinte so wie du auch nur gelegentliche Reste. Meistens werden die Töpfe leer und Pellkartoffeln gibt es auch nicht täglich.

Überfüttern: OK- dann werde ich mal vorsichtig sein und beobachten.
Wellpappe habe ich dank Amazon & Co. immer hier und einen Aktenshredder ebenso.
Zeitung haben wir dank einem "keine Werbung" Aufkleber zwar keine mehr, aber den hat nicht jeder Nachbar und die blaue Tonne ist immer (zu) gut gefüllt :( Da kann iund werde ich mich bei Bedarf bedienen.

Kompost aus der Nachbarschaft oder Waldboden lasse ich dann mal lieber bleiben.
Wie wäre es mit einer untersten Ebene voller fertigem qualitätsgerüften Kompost vom lokalen Entsorger, um von Beginn an ein Rückzugsgebiet oberhalb des Wurmtees zu schaffen?

Der Urbalive ist ja dummerweise auch noch bei anderen Versendern zu haben, aber nicht in dieser Zusammenstellung und dann so kleinem Preis mit Würmern, Wurmfutter und Mineralmix. In mir kämpfen also gerade Geduld und Sparsamkeit miteinander :lol:
Liebe Grüße
Thomas

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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von tcj »

Mein primäres Ziel ist es, möglichst viel - besser alles - "Wurmkompostierbare" aus dem Haushalt zu verwerten, damit es nicht mehr im Mülleimer stinkt und nicht sinnlos in der Müllverbrennung landet.
Der Kompost ist dann ein nützliches Nebenprodukt, das wir evtl. auf dem Balkon verwenden können oder an Freunde weitergeben.

Bin ich bzw. die Würmer denn mit
  • pflanzlichen Küchen- und Balkonabfällen
  • Kaffeesatz
  • geshreddertem Papier und Karton
  • Wurmfutter
  • Mineralmix
völlig ausreichend versorgt?

Oder kann/sollte ich vielleicht noch etwas zusätzlich aufbewahren/besorgen/kaufen und beigeben.
  • gemahlene Eierschalen?
  • pulverisierte Holzkohle?
    Krümel fallen bei mir im eh als Reste in der Holzkohletüte an
  • Gesteinsmehl?
  • Sand?
  • Kompostbeschleuniger?
  • ...
  • ???
Sollte ich Wurmfutter und Mineralmix nachkaufen, wenn sie aufgebraucht sind?
Ja, das ist evtl. erst in zwei Jahren ;-)
Liebe Grüße
Thomas

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Re: Beratung für einen Anfänger

Beitrag von Ilmarinen »

Hallo tcj,
willkommen hier im Forum.
Ich füttere zu dem von Dir genannten noch die gemahlenen Eierschalen (wegen des Kalks und als Granulat für die Verdauung), etwas Gartenkalk, grüner Tee-Reste.
Der Mineralmix ist schon sinnvoll, wenn Du ihn weiter ab und zu zufütterst.

Viel Geduld und dann viel Erfolg.
Herzliche Grüße
Jörg
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