alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Gibt es Probleme in der Wurmfarm? Möchtest Du Deine Can-o-Worms verbessern oder Dein Wurm Cafe säubern? Hier gibt es Tips und Fragen auf häufige Antworten!
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MarionS
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von MarionS »

claus hat geschrieben: Fr 21. Mai 2021, 20:39 Wie lange nach Anlegen der Wurmfarm würdet ihr das Einstreu reingeben? Kommt das direkt unter die Hanfmatte oder wird es in die tieferen Schichten vergraben? Wieviel nimmt man?
Also, meine Anleitung sagt, 20-25% vom Futter sollte Karton sein. Dann würde ich Kartonersatz genauso dosieren.
Ich gebe meinen Wurmis jeden Tag etwa eine Müslischale voll mit Futter, und jeden 4ten wird die eben mit Kartonschnipseln gefüllt. Die Kartonschnipsel gebe ich immer allein und entscheide dann auch, ob ich sie nass oder trocken gebe, je nach Feuchtigkeit in der Kiste. Nun haben die Dinger aber auch eine andere Konsistenz als das normale Futter.
2021-05-22 Hanfeinstreu.jpg
Das hier ist die Hanfeinstreu, die ich hier im Fressnapf bekomme. Da sie etwa die gleiche "Stückelung" wie das Futter hat, würde ich sie wohl einfach täglich zu einem Viertel ins Futter mischen.

Zum Start der Wurmkiste schrieb der Lieferant: Kiste bauen, Startpopulation reingeben, eine Seite des Versandkartons kleinreißen und untermischen. 72h ruhen lassen und dann zu füttern beginnen.
Naja, Karton oder Kartonersatz sind einfach Futter und Futter kommt hin, wo Futter hinkommt.
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LG,
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von Wurmcolonia »

Hallo ihr lieben Wurmbesorgten,

ihr könnt getrost davon ausgehen, wenn ordentlich Leben in der Bude eurer Würmer ist, also kräftiges Gewusel, dann geht es euren Judels normalerweise gut. Es sei denn, sie sind aktuell gestresst, z.B. weil ihr gerade in ihrer Farm kräftig gewühlt habt. Davon erholen sie sich meistens aber recht schnell.

Wenn es immer ruhiger wird und immer weniger Würmer an der Oberfläche zu sehen sind, obwohl da lecker Futter liegt, dann stimmt möglicherweise etwas nicht. Das erste, was ich in diesem Fall prüfen würde, ist, ob die Feuchtigkeit ausreichend ist. Was im schlimmeren Fall auch sein könnte, ist Mineralmangel. Wenn ihr allerdings regelmäßig Mineralmix oder Urgesteinsmehl beifüttert, dann dürfte dies eigentlich nicht der Fall sein. Es sei denn, wie es bei mir der Fall war, die Enchyträen futtern den Eisenias das MineralMix weg. Ich habe deshalb auf Urgesteinsmehl plus Sand und Gartenkalk umgestellt. Das mögen die Enchy nicht. Deshalb geht es seitdem meinen Judels wieder gut.

Was die Zugabe von Zellulose zum Futter angeht, ist meine Erfahrung, dass mehr davon auch mehr hilft. Als ich meine erste Wurmkiste gestartet habe mit "Substrat" aus angefeuchtetem, geknülltem Zeitungspapier, hatte ich bei meiner ersten Ernte den krümeligsten Wurmhumus aller meiner Erten.

Was außerdem auch immer hilft? Die Judels beobachten, wie sie sich verhalten. Wenn ihr Veränderungen vornehmt, immer behutsam sein, da sie plötzliche, starke Veränderungen, z.B. beim pH-Wert, nicht mögen und auch nicht vertragen. Ansonsten, immer Geduld üben. Die Kompostwürmchen haben alle Zeit der Welt. Sie sind schließlich eine uralte Spezies. Bei ihnen geht nichts mal eben schnell. Übt euch von daher in Gelassenheit und nemht euch eure Judels zum Vorbild. Dann wir das schon was mit euren Wurmfarmen :D .

Ich wünsche allen ein wunderbares, langes Pfingstwochenende.

Herzliche Grüße
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MarionS
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von MarionS »

Wurmcolonia hat geschrieben: Sa 22. Mai 2021, 11:12Was die Zugabe von Zellulose zum Futter angeht, ist meine Erfahrung, dass mehr davon auch mehr hilft.
Oh, schön, das ist ne interessante Info für mich, danke!
Da meine Judels sehr viele Getreidespelzen bekommen (und die 25% Karton obendrein), hatte ich schon überlegt, ob das nicht zuviel sein könnte.
LG,
MarionS
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Wurmcolonia
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von Wurmcolonia »

Bei Getreide denke ich nicht nur an Kohlehydrate sondern auch an Proteine. Leider weiß ich nicht, ob Getreidespelzen Proteine enthalten. Weil zu viele Proteine den Judels nicht gut bekommen. Sie bekommen davon u.U. eine Proteinvergiftung, die man am sogen. Perlenschnur-Syndrom erkennen kann (cry) (wall) .
Daher wäre ich mit Getreideprodukten vorsichtig. Es sei denn, es steht fest, dass sie keine oder fast keine Proteine enthalten.

Herzliche Grüße
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von MarionS »

Wurmcolonia hat geschrieben: Sa 22. Mai 2021, 15:35Bei Getreide denke ich nicht nur an Kohlehydrate sondern auch an Proteine. Leider weiß ich nicht, ob Getreidespelzen Proteine enthalten.
Naja, das ist ja keine Kleie (die Hülle vom Korn), sondern die strohige Außenhülle um das Korn.
Bislang mache ich da gute Erfahrung, ich füttere das Zeug seit Januar eingeweicht gut 2x pro Woche.
Es sind zwar immer noch ein paar Körner drin, aber die keimen in dem kuscheligen Millieu fröhlich drauflos und scheinen die Proteine hinreichend zu entschärfen. Das Rattenfutter schaue ich vorher noch mal durch und entferne die letzten Weizenpops oder kastrierten Maiskörner.
LG,
MarionS
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von Wurmcolonia »

Generell bei Keimlingen ist aber auch wiederum (wie bei Getreide) Vorsicht angesagt, da zumindest manche von ihnen als proteinreich gelten. Daher sollten die Judels nicht zu viele davon bekommen. Solange es sich in Grenzen hält, sind Proteine für die Judels nicht nur gesund sondern sogar absolut lebensnotwendig. Wie so oft gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift.

Herzliche Grüße
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von Stadtfarmerin »

Dazu kann ich wiederum sagen, Getreide / Keimlinge schaden den Würmern nicht generell.

Ich baue viele verschiedene Arten von Sprossen an, auch Weizensprossen. Alle in Erde. Und wenn ich da ernte, also das Sprossengrün abschneide, bleibt übrig: die stark durchwurzelte Erde und die Samenkörner, aus denen das Sprossengrün gewachsen ist.

Und das ganze mache ich in die Wurmfarmen. Alles wird von den Würmern liebend gerne zersetzt und gefressen. Ich konnte jetzt noch nie feststellen, dass das zu irgendwelchen Problemen führt.

Interessant ist, dass Samenkörner, die vorher nicht gekeimt sind, das in der Wurmfarm dann gerne noch "nachholen". Ich hab echt schon gestaunt, was für ein Leben da noch in so einer abgeernteten "Platte" ist. Über die "Wurmfarmkeimlinge" freuen sich dann immer die Meerschweinchen.
Viele Grüße
Christina
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von MarionS »

So ein Samenkorn enthält ja hochkonzentriert Stoffe, die die neue Pflanze für einen Start braucht. Wenn da nun schon ein Schössling rausgekrochen ist, dürfte im Korn nicht mehr viel von übrig sein.

Bislang hatte ich mich aber nicht getraut, so einen Katzengras-Anbau (ausm Zoofachhandel) den Würmern überzuverantworten. Das liegt erst mal daran, dass ich das dann wegschmeiße, wenn es mal wieder schimmelt und außerdem weiß ich nicht, was das fürn komisches Zeug/Granulat ist, auf dem das wächst.
LG,
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Re: alternativen zu Karton, Schmutz im Karton

Beitrag von MarionS »

MarionS hat geschrieben: Sa 22. Mai 2021, 09:00
Das hier ist die Hanfeinstreu, die ich hier im Fressnapf bekomme. Da sie etwa die gleiche "Stückelung" wie das Futter hat, würde ich sie wohl einfach täglich zu einem Viertel ins Futter mischen.
Nachtrag zur Hanfeinstreu:
In dem Substrat, in dem meine Wurmis geliefert worden waren, ist offensichtlich auch Hanfeinstreu. Ich hab extra nochmal nachgefragt, ob das das ist, wonach es aussieht. Wenn das die Profis schon nutzen... ;)
LG,
MarionS
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