Warum Unterschiede von Kisten und Fütterung zwischen Hobby und Profi?

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BastiFantasti83
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Warum Unterschiede von Kisten und Fütterung zwischen Hobby und Profi?

Beitrag von BastiFantasti83 »

Hallo zusammen,

ich hab mich sowohl im deutschen als auch im englischsprachigen Raum umgesehen und hier die unterschiedlichsten Vorgehen hinsichtlich Aufbau, Fütterung usw. gezeigt bekommen.

In Deutschland finde ich in der professionellen Aufzucht zum Beispiel weiße Kisten übereinandergestapelt, wo die Würmer nicht von unten nach oben wandern, sondern die Kisten für sich geschlossen sind und somit auch kein Wurmtee sich absondert. Ich habe hierzu auch ein Bild beigefügt. Hier wird, so glaube ich zumindest, nur der Mineralmix gefüttert und kein Bioabfall oder sonstiges hinzugegeben.

Die Nichtprofessionellen wiederum haben viele Herangehensweisen, welche alle sehr unterschiedlich sind und sicherlich auch zum Ziel führen tollen Kompost herzustellen oder auch die Würmer zu vermehren.

Ich würde gerne meine private Wurmkolonie starten, um privat meinen Garten mit bestem Kompost zu versorgen und gleichzeitig die Würmer zu vermehren.

Mir stellt sich die Frage, warum sollte man nicht von den Profis lernen und es nicht gleich so machen? Schließlich verdienen sie hiermit ihr Geld und werden über viele Jahre Erfahrung gesammelt haben, weshalb sie es genau so umsetzen.

Gleichzeitig möchte ich noch ein paar Fragen loswerden, wo ihr mir bestimmt weiterhelfen könnt?

Wo bekomm ich diese weißen Kisten her? (Foto)
Wie viele Würmer und wie viel Erde sollten am Anfang jeweils in eine Kiste kommen?
Nach welcher Zeit ist die Erde und das Futter (Minalermix?) zu Kompost verarbeitet?
Welche Erde und welchen Mineralmix würdet ihr verwenden?

So, für den Anfang zum Austausch reicht mein erster Beitrag wohl aus und ich freue mich auf einen regen Austausch mit euch.

Viele Grüße
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Wurmcolonia
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Re: Warum Unterschiede von Kisten und Fütterung zwischen Hobby und Profi?

Beitrag von Wurmcolonia »

Hallo BastiFantasti,

zunächst einmal ein herzliches (willkommen) auf dem Forum von Wurmwelten. Wir freuen uns ebenfalls auf einen regen Austausch mit dir :D .

Diese, bzw. ähnliche, Zuchtkisten auf deinen Fotos kenne ich auch nur von Fotos oder Videos. Wo man die kaufen kann, ist mir leider nicht bekannt. Vielleicht handelt es sich auch einfach um gut stapelbare Kisten (keine Euro-Kisten) aus lebensmittelechtem Kunststoff.
Ich könnte mir vostellen, dass diese Kisten beim Stapeln nicht luftdicht abschließen dürfen, da die Würmchen sonst ersticken würden.

Soweit ich das bisher habe in Erfahrung bringen können, füttern Profi-Züchter ihren Würmern oft von ihnen selbst entwickelte Futtermischungen, um sie optimal zu versorgen. Damit erhalten sie eine gleichbleibende Qualität bei Würmern und Wurmhumus. Diese Mischungen sind üblicherweise Betriebsgeheimnis des Züchters.

Die Stapel-Wurmfarmen, in denen die Würmer nach und nach hochklettern, dienen der einfacheren Ernte von Wurmhumus. Idealerweis wird der fertige Wurmhumus aus der untersten Kiste geernte, wenn alle Würmchen nach oben geklettert sind.

Bei sogen. Zweikammer-Systemen fängt man auf der einen Seite der Kiste an zu füttern. Wenn diese Hälfte der Kiste mit Wurmhumus gut gefüllt ist, füttert man auf der anderen Seite, so dass die Würmer von der 1. Hälfte zum Futter wandern. Wenn die 1. Hälfte idealerweise frei von Würmern ist, kann man dort ganz einfach den reifen Wurmhumus ernten.

Welches System man bevorzugt, ist Geschmacksache. Man kann auch mit einer einfachen Kiste, die für Lebensmittel geeignet sein sollte, damit sie keine Schadstoffe abgibt, arbeiten. Meistens fängt man mit 500 bis 1000 Kompostwürmern an, wenn man startet.

Nur Mineralmix würde ich nicht füttern, es sei denn, es enthält auch die notwendigen Vitamine. Wie der Name schon sagt, dient es aber eigentlich als eine Art Nahrungsergänzungsmittel für Kompostwürmer zur Versorgung unter anderem mit Mineralien, die in den biologischen Reststoffen aus der Küche (Reste von Gemüse, Salat, Obst, Kartoffeln und auch Kaffeesatz, den sie besonders lieben) nicht oder nicht ausreichend enthalten sind. Sie sind gute Verwerter von diesen Küchenreststoffen und vieles davon lieben sie auch. Deshalb halten Haushalte diese kleinen Racker, um ihren Biomüll sinnvoll zu verwerten und Wurmhumus zu erhalten. Von Anglern werden sie auch manchmal gehalten.

Das erste Substrat für die Würmer beim Start einer Wurmkiste besteht gerne aus geknülltem, feuchtem Zeitungspapier und/oder Kokoserde (die gibt es in gepresster Form, auch im Shop von Wurmwelten) oder anderen für sie geeigneten Materialien. Wenn man die Würmer beim Wurmhändler bestellt, dann reisen sie meistens in ihrem gewohnten Substrat, das neben Futter auch die Lebewesen, mit denen die Würmchen üblicherweise zusammen leben und von denen ihnen die meisten ihnen helfen, das Futter überhaupt verwerten zu können. Das Substrat gibt man ihnen deshalb mit in ihre Kiste.

Wenn man zum Start z.B. Erde aus einem Laubwald oder Garten verwendet, ist es sinnvoll, dass man sich keine "ungebetenen Gäste" einfängt, die man in einer Wurmkiste nicht haben möchte, wie z.B. Ameisen oder Tausendfüßler etc.

Wie du die Idee der Wurmkiste umsetzt, bleibt dir und deinen Vorlieben sowie deinen Zielen vorbehalten. Ein einzig wahres Rezept für die Umsetzung gibt es nicht. Es ist viel "Learning by Doing" dabei und man lernt jeden Tag dazu. Es ist sehr spannend und ausgesprochen interessant, du wirst es selbst erleben.

Herzliche Grüße
Wurmcolonia
Kompostwürmer, die kleinen Meister des Recyclings.
Otto, der Kompostwurm, erzählt von seinem Leben in der Wurmkiste auf https://wurmcolonia.blogspot.de
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