Holzwurmbefall erkennen





Bei dem umgangssprachlich als Holzwurm bezeichneten Schädling handelt es sich eigentlich um die Larven des in ganz Europa verbreiteten Gemeinen bzw. Gewöhnlichen Nagekäfers (Anobium punctatum), welcher hauptsächlich aufgrund ihrer schädigenden Aktivität im Inneren von Holz auch Holzwurm genannt wird. Er gehört zu den Nagekäfern (Ptinidae), welche in ausgewachsenem Zustand ca. 2,5 -5 mm lang werden. Tatsächlich sind sowohl Käfer als auch Larven eher selten in der freien Natur anzufinden. Wenn sie sich frei vorkommend ansiedeln, dann jedoch zumeist in trockenem Nadelholz oder Laubholz, bevorzugt auch unter Efeu.
Die Holzwurm-Larven befallen kein frisches, sondern verbautes Holz, was ihr erhöhtes Auftreten in Möbelstücken erklärt. Die Eier werden in natürlichen Holzspalten oder Rissen abgelegt, woraus schließlich die schädlichen Larven schlüpfen, welche sich durch das Frühholz fressen, wohingegen das Spätholz verschont wird. Nach der Metamorphose verpuppt sich die Larve, aus diesem Kokon schlüpft schließlich ein Käfer. Da dieser seine Eier bevorzugt wieder in das Holz legt, in dem er selbst als Larve aufwuchs, entsteht somit ein Kreislauf, welcher den Befall stetig vorantreibt.

Holzwurm – Einen Befall erkennen

Im befallenen Holz erkennt man etwa einen Millimeter lange, runde Bohrlöcher. Bereits optisch ist der Befall somit leicht zu erkennen, da die typischen Spuren in Form von etwa einen Millimeter langen, runden Löchern und Fraßspuren im Holz hinterlassen werden. Die Spuren an sich sind jedoch kein Nachweis für einen aktiven Befall, da diese optischen Spuren auch nach erfolgreicher Bekämpfung oder natürlichem Aussterben – was jedoch selten passiert – verbleiben.
Einen aktiven Befall erkennt man unter anderem an herausquellendem Holzmehl, dieses wird beim Fressen des Holzes seitens der Larven an die Holzoberfläche transportiert. Um dies eindeutig zu erkennen, empfiehlt es sich schwarzes oder dunkles Papier bzw. Pappe unter eine vermeintlich betroffene Stelle zu legen. Bei aktivem Befall ist nach wenigen Tagen Holzmehl auf dieser Unterlage sichtbar. Jedoch ist es unbedingt nötig, hierbei einige Tage abzuwarten, da die Larven gelegentlich eine Fraßpause von mehreren Tagen einlegen können. Je höher die Menge der Löcher und des Bohrmehls, desto weiter ist die Zerstörung im Holzinneren vermutlich bereits fortgeschritten.

Holzwurm als Schädling

Besonders bei Möbeln, Kunstobjekten und Gebrauchsgegenständen aus Holz, aber auch bei Musikinstrumenten zählt er zu den häufigsten Schädlingen.

Seine optimalen Lebensbedingungen werden vor allem in kühlen und feuchten Räumen erfüllt, weshalb sein Vorkommen in alten landwirtschaftlich genutzten Gebäuden und Kellerbereichen besonders wahrscheinlich ist.

Aber auch Einrichtungsgegenstände in Kirchen wie Kirchenbänke, Altare oder alte Holzfiguren sind häufig vom Befall betroffen sind. Bei entsprechender Luftfeuchtigkeit und mäßigen Temperaturen befällt er auch Dachkonstruktionen, wie Dachstühle und Balken oder auch Stallungen. Wie stark das Holz befallen wird hängt neben Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt in Luft und Holz – optimale Bedingungen findet er in Holz mit mehr als 10% Feuchtigkeit – auch vom Eiweißgehalt des Holzes ab.

Zu den besonders häufig befallenen Holzarten gehören sämtliche Nadelhölzer, Möbel aus Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche aber auch Eiche sind deshalb besonders anfällig; Weichhölzer sind weniger betroffen. Das Alter des Holzes spielt hierbei keine Rolle, die neue Gartenbank wird ebenso gerne besiedelt wie der Jahrhunderte alte Altar. Die einzige Bedingung, die den Befall negativ begünstigt, ist die Verarbeitung des Holzes, frisches und naturfeuchtes Holz ist nahezu nie betroffen.

Holzwurm bekämpfen und vorbeugende Maßnahmen

Grundsätzlich gilt bei Holzwurmbefall: Vorbeugung ist die beste Maßnahme. Verwendetes Bauholz sollte stets gut durchgetrocknet sein. Des Weiteren sollte Holz, welches zur späteren Verarbeitung geplant ist, niemals im Freien auf dem Erdboden gelagert werden, da dies beste Voraussetzungen für einen späteren Befall begünstigt.

Legen Sie stattdessen für die Lagerung Pfähle oder Balken unter das zu trocknende Holz, damit Sie direkten Bodenkontakt vermeiden. So kann auch ein eventueller Pilzbefall vermieden werden. Lagern Sie Holz generell an zugigen und sonnigen Stellen, diese sollten optimalerweise überdacht sein, um das Holz auch vor Nässe von oben – sprich Regen – zu schützen.
Diese Bedingungen können Sie natürlich nur kontrollieren, wenn Sie das Holz selbst lagern und verarbeiten möchten, bei gekauften Einrichtungsgegenständen aus Holz lässt sich dies schlecht überprüfen.
Holz, welches für den Außenbereich verwendet werden soll, sollte stets lasiert werden. Eine Lasur schützt das Holz zwar nicht im eigentlichen Sinne vor Holzwurmbefall, wirkt jedoch wasserabweisend und verhindert eine Zerstörung des Holzmaterials durch Sonnenlicht, was den das Eindringen in das Holzinnere erschwert.

Im Innenbereich sollten Sie Risikobereiche wie Dachstuhl oder Keller regelmäßig auf einen Befall und die Raumfeuchte kontrollieren, damit ein beginnender Befall durch die Schädlinge so früh wie möglich bekämpft werden kann.

Holzwurm bekämpfen

Je früher ein Befall erkannt und bekämpft wird, desto höher sind Ihre Erfolgschancen. Grundsätzlich ist eine Bekämpfung mit Hausmitteln und biologischen Mitteln zu empfehlen, da es für Mensch, Tier und auch für das betroffene Holz am schonendsten ist.

Die erste Maßnahme bei Befall sollte deshalb sein, den befallenen Gegenstand längere Zeit in einen möglichst beheizten und trockenen Raum zu stellen. In dieser Umgebung trocknet das Holz vollständig durch, woraufhin die Holzwürmer absterben, da ihre Lebensbedingungen nicht mehr erfüllt werden, sobald die Holzfeuchte dauerhaft unter zehn Prozent sinkt. Bei dieser Vorgehensweise ist jedoch Geduld angesagt.

Handelt es sich bei dem befallenen Gegenstand um kleinere Objekte, bietet sich eine Bekämpfung der Schädlinge im eigenen Backofen an. Hierfür sollte der Ofen auf 60 Grad Celsius eingestellt werden, anschließend sollte das betroffene Holz für mindestens eine Stunde in den laufenden Ofen gelegt werden. Der Effekt ist der gleiche wie oben beschrieben.

Saunabesitzer können betroffene Gegenstände auch einfach für einige Stunden in die angeschaltete Saune stellen, da bereits Temperaturen ab 55 Grad Celsius ausreichend sind, um die Schädlinge absterben zu lassen. Jedoch sollten Sie hierbei unbedingt beachten, dass mit dieser Variante kein zu feuchtes Holz behandelt werden darf, da es durch Erhitzen und daraus resultierenden Trocknung zu Rissen im Holz kommen kann.

Grundsätzlich können sämtliche befallenen Holzstücke im Sommer auch einfach längere Zeit im Freien in die Sonne gestellt werden. Jedoch gilt hierbei zu beachten, dass das Holz keinesfalls einen Regenschauer abbekommen darf. Es empfiehlt sich zudem, die Möbel hierfür mit schwarzer bzw. möglichst dunkler Folie zu Umwickeln, da die benötigte Temperatur so einfacher und schneller erreicht wird.

Tatsächlich wirkt eine genau entgegengesetzte Behandlung ebenso gut: Kälte. Befallene Gegenstände können in die Kühltruhe oder ¬– bei größeren Möbelstücken – im Winter (bei mind. -10 Grad) hinausgestellt werden. Auch dies tötet die Holzwürmer ab.

Besonders zu empfehlen ist der Einsatz von Borsalz. Dieses Salz wird aus trockenen Salzseen in den USA gewonnen und als Mittel gegen Pilz- und Insektenbefall in Holz verwendet.

Borsalz dient nicht nur der Bekämpfung bei Befall, sondern wirkt bereits präventiv, da damit behandelte Hölzer zukünftig von Schädlingen und Pilzen gemieden werden. Da das Salz jedoch nicht weit ins Holzinnere eindringt, dauert es einige Zeit, bis die vollständige Wirkung einsetzt – diese erfolgt erst wenn das Insekt hiermit in Berührung kommt, dies kann einige Lebenszyklen dauern. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Borsalz vorbeugend einzusetzen.

Als Hausmittel gilt auch die Verwendung von Eicheln, diese sollten um die Bohrlöcher im Holz verteilt werden. Die Larven des Holzwurms werden vom Geruch der Eicheln angelockt und verlassen das Holz, um sich stattdessen in die Eicheln einzubohren und dort mit ihrem schädigenden Verhalten fortzufahren. Jedoch kann nicht garantiert werden, dass mit dieser Variante alle Larven entfernt werden, von daher ist die Methode eher als Hausmittel bei einem früh erkannten Befall zu empfehlen. Sobald die Larven tief in das Holzinnere eingedrungen sind und sich bereits in großer Zahl vermehrt haben, ist das Risiko von weiterem Restbefall zu hoch.

Als weiteres Hausmittel gilt der Einsatz von Zwiebeln. Hierfür reiben Sie das Holz mit der Schnittfläche einer halben Zwiebel ein, Holzwürmer meiden dies. Jedoch hilft diese Variante nur bei schwachem Befall.
Auch Essigessenz kann wirksam, jedoch aufwendig sein. Hierfür muss mithilfe einer Spritze Essigessenz manuell in jede Fraßöffnung gespritzt werden. Wird dies akkurat durchgeführt, sind die Erfolgschancen jedoch sehr gut.

Diese Methoden eignen sich grundsätzlich nur für einzelne Möbelstücke oder Holzteile. Sind jedoch ganze Gebäudeteile wie ein Fußboden aus Holzdielen oder der Dachstuhl betroffen, sollten Sie einen Experten mit der Bekämpfung beauftragen, dieser wird voraussichtlich eine chemische Bekämpfung einsetzen müssen. Hierbei werden betroffene Räume oder Gebäudeteile meist mittels Begasung und chemischen Mitteln behandelt.

Weiterführende Informationen:

http://www.fachwerkfreunde.de/component/k2/365-gemeiner-nagekaefer
http://www.ungeziefer-ratgeber.info/holzwurm-bekaempfen/
https://www.plantura.garden/gartentipps/pflanzenschutz/holzwuermer-erkennen-vorbeugen-bekaempfen

Über den Autor:

Jasper hat Wurmwelten.de im Jahr 2006 gegründet. Nach einer Ausbildung im Kompostieren und einem Buch über Wurmkisten, widmet er sich in letzer Zeit neben dem Versandhandel, der Forschung über Regenwürmer und Komposttee.
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