Kompostwürmer im (Klein-) Garten





Die Wurmkiste als Turbokomposter: Ein paar Fakten

Wurmkiste

Wurmkiste mit Abflusshahn

Eine spezielle Wurmkiste kann Ihre Küchenabfälle und viele Gartenabfälle dank Kompostwürmern schnell und geruchslos zu Wurmhumus verarbeiten. Dabei wird die gefräßige Natur der speziellen Kompostwürmer genutzt. Kompostwürmer sind sehr nah mit Regenwürmern verwandt, haben sich aber schon vor Millionen von Jahren auf das fressen von organischem Material spezialisiert.

In einer Wurmkiste sorgt die ständige Bewegung der Kompostwürmer und deren Bakterien für einen aeroben (mit Sauerstoff) Kompostvorgang. So entstehen keine Unangenehmen Gerüche, die den Nachbarn stören könnten und es bleiben mehr Nährstoffe im Humus erhalten.

Kompostwürmer im Komposthaufen

Natürlich kann der Komposthaufen auch mit Kompostwürmern geimpft werden. Das darf aber erst geschehen wenn sich der Komposthaufen abgekühlt hat! Dabei setzt man zwischen 500 und 1000 Würmer pro m² Komposthaufen während des Tages ein. Das Sonnenlicht treibt die Kompostwürmer erst einmal in die Tiefe wo sie es sich bequem machen. Von dort beginnen sie dann den Kompost zu fressen und umzusetzen.

Achtung: Um reinen Wurmhumus zu bekommen, wird die Wurmdichte in einem Komposthaufen nicht ausreichen. Auch sind die Kompostwürmer dort natürlichen Feinden wie dem Maulwurf ausgesetzt. Wir empfehlen daher ein Mäusegitter zwischen Komposttonne und Boden zu installieren.

Den Kompost umheben lassen

KomposterEinmal eingesetzt, machen sich die Kompostwürmer ans Werk. Dabei fressen und bewegen sie sich so schnell das bei flachen Komposthaufen (20-50cm Höhe) nach einer Weile gar kein Umsetzten mehr notwendig wird. Die Kompostwürmer bringen Sauerstoff und aerobe Rottebakterien in den Kompost und verteilen alles gleichmäßig. Dazu müssen sich die Kompostwürmer aber richtig vermehren können, also sollte etwas Garten Kalk oder Mineral Mix hinzugefügt werden um sicherzugehen das die Kompostwürmer genügend Kalk und andere Mineralien haben. Besonders Kalk ist wichtig, damit die Würmer ihre Wurmkokons bilden können.

Sie können aber auch Ihre Komposterde in die Wurmfarm füllen (nach und nach!). Die Kompostwürmer fressen dann die letzten organischen Überbleibsel auf und reduzieren das Volumen der Komposterde nochmal drastisch. Die Nährstoffe werden konzentriert, so dass – je nach Ausgangsmaterial – ein bio-organischer Dünger überbleibt mit dem Sie ihre Pflanzen düngen können.

Warum Kompostwürmer und nicht „normale“ Regenwürmer?

Kompostwürmer sind sehr nah mit Regenwürmern verwandt und oft wird angenommen das sich bereits Kompostwürmer im Komposthaufen befinden. Tatsächlich ist das fast nie der Fall und es handelt sich dabei um Regenwürmer. Regen- und Tauwürmer (Lumbricus terrestris) fressen allerdings hauptsächlich mineralische Erde und ziehen nur selten einmal ein Blatt oder Grashalm in Ihre Gänge. Kompostwürmer (Eisenia fetida, Eisenia hortensis oder Dendrobaena veneta) hingegen fressen täglich bis zur Hälfte Ihres Körpergewichts an organischem Material.

Über den Autor:

Jasper hat Wurmwelten.de im Jahr 2006 gegründet. Nach einer Ausbildung im Kompostieren und einem Buch über Wurmkisten, widmet er sich in letzer Zeit neben dem Versandhandel der Forschung über Regenwürmer.
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