Küchenabfälle durch das Kompostieren wiederverwenden





Müll produzieren wir Menschen viel zu viel, auch wenn es schon so einige Ansätze gibt, unnötige Abfälle zu vermeiden oder wenigstens wiederzuverwerten. Leider aber noch viel zu wenig und nicht konsequent genug. Natürlich ist das Vermeiden und Wiederverwerten zugegebenermaßen nicht immer so einfach möglich. Aber trotzdem kann man auch bereits jetzt schon einiges unternehmen, um unsere Umwelt zu entlasten. Wenn es um den Abfall geht, ist Mülltrennung schon lange ein Thema. Mit am besten lässt sich sicherlich dabei der organische Abfall trennen und auch wiederverwerten. Pflanzlicher Müll entsteht in den meisten Haushalten reichlich, da viel Obst, Gemüse aber auch Blumen und andere Pflanzen verwendet werden. Wer einen eigenen Garten hat, entnimmt die aufgezählten Dinge vielleicht auch schon daraus.

Eine tolle und eigentlich einfache Art ist es, den durch Pflanzen entstandenen Abfall wiederzuverwenden, ihn also einfach zu kompostieren. Als Kompost bezeichnet man ein humusreiches Rotteprodukt, was aus organischen Abfällen besteht. Es handelt sich also um einen Teil des Nährstoffkreislaufs. Bodenlebewesen bauen organisches Material unter dem Einfluss von Luftsauerstoff ab. Bei diesem Vorgang werden neben Kohlendioxid zusätzlich noch wasserlösliche Mineralstoffe freigesetzt. Das sind dann zum Beispiel Ammoniumsalze, Nitrate, Phosphate, Kalium- und Magnesiumverbindungen. Diese Stoffe wirken wie ein Dünger. Ein Teil von diesen Zwischenprodukten, die bei diesem Abbau entstehen, wird dann noch zu Humus umgewandelt. Das Wort Kompost stammt vom lateinischen Wort „compositum“ ab und bedeutet „das Zusammengestellte“. Wir meinen mit Kompost die Stelle, wo der organische Abfall gesammelt wird, wie auch das dorthin getragene Material (Abfall) und auch das fertige Produkt, das durch die Verrottung entsteht.

Aus Küchenabfällen guten Dünger herstellen

Das Tolle bei diesem beschriebenen Vorgang ist, dass man mit dem Kompost einen guten Dünger herstellen kann, den man dann beispielsweise im eigenen Garten wiederverwendet. Fehlende Nähstoffe und Humus können so wieder zugeführt werden. Man kann kaum einfacher Abfälle selbst wiederverwenden. Die bekannteste Methode ist sicherlich, die Pflanzenabfälle in den Garten zu einer Kompoststelle zu bringen, um ihn dort kompostieren zu lassen. Für denjenigen, der keinen Kompost im Garten haben will oder kann, gibt es sogar noch eine andere schöne Möglichkeit. Man kann nämlich auch in einem sogenannten Bokashi-Eimer ganz einfach und geruchslos die Küchenabfälle sammeln. Dort werden sie sogar noch zusätzlich zu einem sehr nützlichen Dünger umgewandelt. Auf diese Art erhält man einen praktischen und einfach zu handhabenden Küchenkomposter.

Was sich alles zum Kompostieren eignet

Bedenken sollte man aber, dass nicht alle Abfälle aus der Küche sich auch für die Kompostierung zuhause und im eigenen Garten eignen. Der eigene Kompost ist also kein Ersatz für den Biomüll, aber man kann das ganze Jahr über die richtigen Abfälle kompostieren.

Was auf den Kompost darf:

• Gemüse- und Obstreste, aber nur roh und Zitrusfrüchte gar nicht
• Alte (verwelkte) Blumen oder Kräuter. Die längeren Stile und dickeren Pflanzenteile sollten vorher nur klein geschnitten werden, dies beschleunigt die Kompostierung
• Eierschalen
• Rasenschnitt (besser schon leicht angetrocknet, damit keine Fäulnisgefahr entsteht)
• Tee- und Kaffeesatz
• Laub und Strauchschnitt (der Strauchschnitt sollte ebenfalls vorher klein geschnitten werden)
• In kleinen Mengen Zeitungspapier und Pappe (aber kein farbiges Papier, Hochglanz-Materialien. Nur gut verrottbares Papier)
• In kleineren Mengen den Mist von Haustieren (aber nicht die Zusätze wie beispielsweise Katzenstreu. Man muss chemische Bestandteile ausschließen können)

Was nicht auf den Kompost gehört:

• Gekochtes Essen, da vor allem Fleisch und andere proteinhaltige Lebensmittel, oder zubereitetes Essen. Diese Essensreste können Ratten und andere Tiere anlocken
• Von einem Pilz befallene Pflanzenreste. Diese gehören besser in die Biotonne
• Asche, denn sie kann schadstoffbelastet sein. Außerdem verrotten die größeren Asche-Klumpen sehr langsam
• Zitrusfrüchte, da sie oft stark gespritzt sind. So könnten Pestizide in den Humus gelangen
• Auch Schnittblumen (besonders die aus dem Supermarkt) enthalten auch oft Pestizide
• Größere Äste, Zweige oder Wurzeln sowie gröbere Schnittabfälle, denn diese verrotten nur sehr langsam
• Auch Nussschalen (zum Beispiel Walnüsse, Haselnüsse, aber auch Erdnuss-Schalen) verrotten zu langsam. Deswegen nur in kleinen Mengen dazu geben
• Schwer verrottbares Laub ist zu vermeiden. Das kann beispielsweise Laub von Kastanien oder Walnussbäumen sein und auch von Eichen oder Platanen. Die Blätter vom Kirschlorbeer eignen sich ebenfalls nicht
• Auf den Kompost gehört auch kein farbiges oder dickes Papier- und Papp-Abfälle

Die Vorteile des Kompostierens

Es ergeben sich einige Vorteile durch das eigene Verrotten bzw. Kompostieren von Küchen- und Gartenabfällen. Reste aus Küche und Garten werden einer sinnvollen Weiterverwendung unterzogen, wodurch wertvoller und nährstoffreicher Humus entsteht. Das bedeutet, dass man sich das Geld für extra Düngemittel sparen kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Herstellung des eigenen Düngers kein Geld kostet. Auch benötigt man keine teuren Gartengeräte oder andere kostspieligen Baustoffe und der eigene Rasenschnitt, das Laub oder sonstige Pflanzenreste müssen nicht anderweitig und aufwendig entsorgt werden. Man kann sich also die Fahrten mit dem Auto zum nächsten Bauhof sparen.

Weitere Kompostarten

Wer sich eingehender mit dem Thema Kompostieren beschäftigen möchte, sollten sich einmal über Wurmkisten, und weitere Spezial Komposter informieren.

Über den Autor:

Jasper hat Wurmwelten.de im Jahr 2006 gegründet. Nach einer Ausbildung im Kompostieren und einem Buch über Wurmkisten, widmet er sich in letzer Zeit neben dem Versandhandel, der Forschung über Regenwürmer und Komposttee.
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