Wer den Kompost umsetzt oder im Beet gräbt, entdeckt jede Menge Leben: Würmer, kleine weiße Tierchen, Larven und Käfer. Doch welche helfen dir, und welche fressen an deinen Pflanzen?
Faustregel: Im Kompost wohnen die Helfer
Im Kompost leben fast nur Tiere, die abgestorbenes Material zersetzen und aus Abfällen wertvolle Erde machen. Echte Schädlinge findest du eher im Beet, im Rasen oder im Blumentopf. Dort gibt es lebende Wurzeln zu fressen.

Die Helfer im Kompost
Regenwürmer graben tiefe Gänge im Gartenboden und lockern ihn auf. Der kleinere, kräftig rote Kompostwurm lebt dagegen in der Rotteschicht von Kompost und Wurmkiste. Beide verwandeln Pflanzenreste in nährstoffreichen Humus.
Dünne, weiße Würmchen von einem halben bis drei Zentimetern sind meist Enchyträen. Sie sind harmlose Zersetzer. Siehst du in der Wurmkiste mehr davon als Kompostwürmer, ist sie wahrscheinlich zu sauer.
Asseln, Springschwänze und die meisten Milben fressen abgestorbenes Material und Pilze. Nur wenn sehr viele Asseln im Beet unterwegs sind, knabbern sie gelegentlich an Keimlingen oder Erdbeeren.
Hundertfüßer und Laufkäfer sind Jäger. Sie fressen Insekten, Larven und Schneckeneier.
Rosenkäfer-Engerlinge: die guten Engerlinge
Dicke, weiße Larven im Kompost stammen oft vom Rosenkäfer. Sie fressen nur abgestorbenes Material und stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Du erkennst sie am kleinen Kopf und an den kurzen Beinen. Außerdem bewegen sie sich auf dem Rücken fort. Schädliche Engerlinge von Mai-, Juni- oder Gartenlaubkäfer haben einen großen Kopf und längere Beine und liegen gekrümmt auf der Seite. Achte auch auf den Fundort: Im Kompost ist es eher ein Rosenkäfer, im Rasen eher ein Schädling.
Diese Tiere machen im Beet Ärger
Natürliche Schädlingsbekämpfung beginnt damit, den Schädling richtig zu erkennen. Diese Larven fressen an lebenden Pflanzen:
- Engerlinge von Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer fressen Wurzeln. Im Rasen entstehen braune Stellen, die sich wie ein Teppich anheben lassen.
- Wiesenschnakenlarven sind graubraun und beinlos und haben eine zähe Haut. Sie sorgen für kahle Stellen im Rasen.
- Erdraupen rollen sich bei Berührung ein. Nachts fressen sie junge Pflanzen knapp über dem Boden an.
- Dickmaulrüssler-Larven sind cremeweiß mit braunem Kopf. Sie fressen an den Wurzeln von Rhododendron, Kirschlorbeer oder Erdbeeren.
- Drahtwürmer sind hart, glänzend und gelblich bis braun. Sie bohren sich gern in Kartoffeln und Möhren.
Trauermücken sind ein Sonderfall. In Kompost und Wurmkiste sind ihre Larven harmlos. Im Blumentopf fressen sie dagegen an feinen Wurzeln von Keimlingen und Stecklingen.
Schädlinge natürlich loswerden
Chemische Mittel treffen im Boden auch die Helfer. Besser sind Nematoden. Das sind winzige Fadenwürmer, die gezielt bestimmte Insektenlarven befallen. Regenwürmer, Menschen und Haustiere bleiben verschont. Wähle die passende Art zum Schädling. Achte außerdem auf eine Bodentemperatur von mindestens 12 °C und einen gleichmäßig feuchten Boden. Nicht jeder Fund ist gleich ein Befall. Ein paar Larven verkraftet ein gesunder Garten problemlos, auch dank Vögeln, Igeln und Laufkäfern.
