Pferdemist entsorgen

Pro Großpferd, das im Stall auf Stroh steht, rechnet man mit etwa 10m³ Mist pro Jahr. Für viele Pferdehalter ist die Pferdemistentsorgung ein Problem und verursacht Kosten. Doch mit relativ geringem Aufwand können die Hinterlassenschaften in Humus verwandelt werden, der für die Weiden wertvoll und bei Gärtnern beliebt ist.

Pferdemist

Ein Pferd produziert je nach Einstreu, Futter und Gewicht einen Düngewert (an N,P,K), der zwischen 50 und 100 Euro pro Jahr liegt. Um diesen Dünger zu erhalten und dabei dabei das Mistproblem zu lösen, gibt es zwei Vorgehensweisen: Das impfen des Misthaufens mit Kompostwürmern oder eine Wurmmiete mit Kompostwürmern.

Das impfen des Misthaufens mit Kompostwürmern

Um ein schnelles Umsetzen des Misthaufens zu ermöglichen, „impft“ man diesen mit etwa 1000 Kompostwürmern (Passende Pakete mit Eisenia hortensis und Eisenia foetida finden Sie hier.) pro m² . Die Reduktion des Pferdemisthaufens ist je nach Zeitpunkt des Impfens und der Art des Mistaufbringens sehr unterschiedlich und variert zwischen 10-25%.

Die Kompostwürmer müssen nie nachgekauft werden, solange Sie beim Abfahren des Misthaufens die oberen 20cm zur Seite schaufeln und behalten. Da sich die Kompostwürmer fast ausschließlich dort aufhalten, können Sie so Ihre Population immer weiter verwenden. Die Kompostwürmer ziehen sich im Winter in den warmen Misthaufen zurück, so sind auch Minusgrade kein Problem. Ein von Anfang an geimpfter Misthaufen bringt die besten Ergebnisse! So wird sich auch der Bauer der diesen Mist abholt über den erhöhten Nährwert bzw. die kompoakte Form des Misthaufens freuen.

Um das Mistproblem aber langfristig zu lösen und die besten Ergebnisse zu erzielen, ist es empfehlenswerter eine sogenannte Wurmmiete anzulegen. Bei dieser sehr effizienten Methode lässt sich der Mist nahezu vollständig zu Humus verwerten.

Wurmmiete mit Kompostwürmern

Eine Wurmmiete ist ein Flachkompost, der es den Kompostwürmern (Eisenia) erlaubt, den Mist sofort und kontinuierlich umzusetzen. DasPferdemisthaufen Volumen des Mistes wird bis um 80% reduziert. Es entsteht ein hervorragender organischer Rohdünger, in dem keine Parasiten überleben. Für das Anlegen solch ein Wurmmiete ist zunächst die Genehmigung der zuständigen Wasserschutzbehörde notwendig. Je nach Landesamt sind die Forderungen hier sehr unterschiedlich (Wir stellen den Antrag für Sie. Kontaktieren Sie uns dazu). So ist es jedoch unabdingbar, eine spezielle Präparation des Unterflurs vorzunehmen. Üblicherweise geschieht die Unterflursicherung mit Folie oder Beton und Gülletank. Eine einfachere und zu gleich bessere Möglichkeit ist hier die Abdeckung des Unterflurs mit einer Schicht Bentonit, einem Tonmineral, welches den Stickstoff im Sickerwasser reduziert. Hierfür errechnet sich die Menge an Bentonit nach einer speziellen Formel, die Sie von uns erhalten können. Je nach Wasserschutzstandort wird eventuell noch das Abdecken der Miete mit einer Kompostplane von oben verlangt.

Wie geht man beim Anlegen einer Wurmmiete vor?Ist die Genehmigung eingeholt und der Unterflur präpariert, so legt man den ersten Haufen, die erste „Wurmmiete“, an. Hierbei können Breite und Tiefe beliebig gewählt werden. Der Misthaufen wird mit einem Mindestbesatz von 1000 Kompostwürmern/m² geimpft.Neben der Wurmdichte ist die Höhe des Misthaufens und damit die Schicht an Pferdemist, die in regelmässigen Abständen immer wieder aufgetragen wird, entscheidend. Für eine optimale Vermehrung der Würmer in der Miete ist es günstig, nie mehr als 1-3 cm frischen Mist in einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Tagen aufzubringen.Werden die neu aufgetragenen Schichten jeweils zu dick und der Misthaufen damit zu hoch, so entstünde eine Heissrotte, die die Kompostwürmer vertreiben würde.

So beschickt man die Wurmmiete ca. ein Jahr lang, um diese danach ein weiteres Jahr ruhen zu lassen. Während die erste Miete nun liegt und die Würmer ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen können, legt man nun die zweite Wurmmiete direkt daneben an und verfährt mit ihr identisch. Die Kompostwürmer werden – nchdem sie die erste Miete vollständig umgesetzt haben – zur frischen Nachbarmiete umziehen. Im 3. Jahr wird dann die erste Miete abgetragen und als vollwertiger Dünger weiterverwendet. Die Unterflursicherung wird mit Bentonit erneuert, und der Kreis schliesst sich. Möchte man den Vorgang in der Wurmmiete beschleunigen, so hat man noch die Möglichkeit den Pferdemist bereits im Stall mit Rottebeschleuniger vorzubehandeln.

Entscheidet man sich für eine Wurmmiete, so sollte bedacht werden, dass diese sich meist erst ab fünf Pferden lohnt. Als natürlicher Dünger auf der Weide ausgebracht, ist der Wurmhumus in vielerlei Hinsicht ein guter Helfer: die Bodenqualität auf der Weide wird stark verbessert und die Pflanzen können bessere Wurzeln ausbilden. Dies erhöht die Trittsicherheit und verbessert das Überdauern der Pflanzen in Trockenperioden. Durch die ökologische Düngung bilden die Pflanzen gute Eiweiße, die der Pferdegesundheit nicht schaden. Nach der Behandlung der Weide mit chemischen Dünger hingegen reagieren einige Pferde oft mit Allergien.

Übrigens: Pferde Parasiten können in der Wurmmiete nicht überleben, so ist das ausbringen der fertigen Wurmerde kein Problem.

Kontaktieren Sie uns jetzt, damit wir Sie beim Entsorgen Ihres Pferdemistes beraten können!

  Weitere Artikel