Richtiges Düngen durch Bodenuntersuchungen

Wer seinen Garten jetzt optimal auf den folgenden Frühling vorbereiten möchte, für den ist es wichtig zu wissen, welche Nährstoffe der Boden benötigt. Bei Gemüsebeeten, Obstkulturen & Co ist es unerlässlich, den Boden jährlich mit Düngergaben aufzupäppeln, damit der Ertrag in der nächsten Erntesaison erfreulich ausfällt. Doch welchen Dünger braucht der Boden im Garten wirklich? Und wie kann man sich sicher sein, die richtige Dosierung zu wählen?

BodenprobeHäufig kommt es zu einer einseitigen oder viel zu starken Versorgung des Bodens mit Nährstoffen. Circa 80% unserer Gartenböden sind mit Phosphat und ca. 60% mit Kalium überversorgt. Das verhindert eine optimale Aufnahme anderen Nährstoffe, so das Ihr Pflanzen trotz Düngergaben nicht richtig wachsen und Mengelerscheinungen auftreten. Oft wird dann zu viel nachgedüngt um diese Mangelerscheinungen zu beheben.

Diese – meist nicht auf den Boden abgestimmten – Düngergaben belasten nicht nur die Natur, sondern wirken sich auch ungünstig auf das Pflanzenwachstum aus. Damit Nährstoffe richtig aufgenommen werden, müssen die verschiedenen Nährstoffe im richtigen Verhältnis zu einander stehen und dieses Verhältnis ist bei jeder Nutzungs- und Pflanzenart anders. Nur wer um die Nährstoffverhältnisse in seinem Garten weiß, der kann auch die Düngung richtig bemessen. Denn hier gilt: Viel hilft nicht immer viel!

Der erste Schritt zur richtigen Düngung ist daher die Bodenuntersuchung durch ein geeignetes Bodenlabor. Durch sie erhält der Kleingärtner verlässlich Auskunft darüber, ob eine Unter- oder Überversorgung mit Kalk, Phosphat, Kalium oder Magnesium vorliegt. Das Labor stellt dann einen sogenannten Gartenpass aus, in dem klare Düngeempfehlungen für die nächsten Jahre stehen. Mit diesem Wissen lässt sich gezielt das richtige Düngemittel auswählen.

Bodenprobe Gartenpass Set

Bodenprobe Gartenpass Set

Und teuer ist das auch nicht: Je nach Umfang kostet eine Bodenuntersuchung zwischen 10,- – 20,-€. Hier können Sie eine Bodenprobe mit Gartenpass für 16,95€ in Auftrag geben. Geliefert wird eine ausführlcihe Anleitung, der Probenauftragszettel, ein Probenbeutel, sowie ein Versandkarton zum versenden der Probe an das Bodenlabor.

Bodenprobe – so wird´s richtig gemacht:

1) Zeitpunkt

  • Herbst bis Frühjahr
  • Niemals unmittelbar nach einer Düngung!
  • Alle 2-3 Jahre wiederholen, sonst vor jeder Neuanlage eines Beetes

2) Vorgehensweise

    • Bodenproben nur von einer einheitlichen genutzten Fläche entnehmen! Das heißt Proben von Rasen und Beeten müssen getrennt genommen und ausgewertet werden.
    • Pro Fläche 10-15 Einzelproben nehmen, und zwar gleichmäßig verteilt. Dabei Wege, Randstreifen, Komposthaufennähe etc. Unbedingt aussparen, da diese das Ergebnis verfälschen.
    • Einzelproben im einem 10Liter Eimer sammeln und zu einer Probe vermischen.

3) Tiefe der Probenentnahme

– bei Rasen 0-10 cm

-bei Gemüse 0-30 cm

-bei Beerenobst 0-30

-bei Baum-/Obstkulturen 30-60 cm

0-30 und 30-60 cm

  • Mit dem Spaten die gewünschte Tiefe in den Boden einstechen, Erdscholle ausheben
  • Im Erdloch mit dem Löffel an der geraden Schnittfläche von unten nach oben gleichmäßig viel Erde abschaben oder
  • Erde vom Spatenhub gleichmäßig Erde von unten nach oben abnehmen

4) Versand

  • Von der Mischung der gesammelten Einzelproben (sehr gut durchmischt!) werden ca. 900g in einen Probenbeutel gefüllt.
  • Auf dem Beutel ist unbedingt die Nutzungsart der Fläche sowie die gewünschte Untersuchung zu vermerken. Als weiteres ist neben der Adresse des Absenders zudem der Vermerk wichtig, ob in den letzten zwölf Monate Kompost ausgebracht wurde.

Die Düngeempfehlung

Kein Gift

Bei den meisten Bodenuntersuchungslaboren ist in der Standartuntersuchung eine Düngeempfehlung inklusive. Diese wird meistens Gartenpass genannt und beinhaltet den Kalium, Phosphat und pH Wert, sowie die Bodenart. Ein Beispiel finden Sie hier. Ergänzende Untersuchungen auf Humusgehalt, Stickstoff, Spurenelemente und Schwermetalle können gesondert in Auftrag gegeben werden.

Je nach Empfehlung sollte nun der entsprechende Dünger in den Boden eingebracht werden. Biologische Düngemittel wie Wurmhumus, geperlter Kalk und Urgesteinsmehl haben gegenüber den chemischen Bodenhilfen klare Vorteile: So schaden sie nicht den empfindlichen Bodenlebewesen und es geraten keine Chemikalien ins Grundwasser. Zudem sind organische Dünger beim späteren Verzehr von Obst und Gemüse absolut unbedenklich.

Hier können Sie eine Bodenprobe in Auftrag geben.

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