Schneckenbekämpfung im Garten






Natürliche Schneckenbekämpfung In feuchten Sommern können Nacktschnecken jeden Gartenbesitzer schier zur Verzweiflung bringen. Es gibt etliche Wege und Möglichkeiten, gegen die „Störenfriede“ vorzugehen, doch der Erfolg ist nicht garantiert. Am besten kombiniert man mehrere Methoden miteinander, um sich nachhaltig der Nacktschnecken in seinem Garten entledigen zu können, oer sie zumindest so zu reduzieren, dass ein miteinander möglich ist.

Nacktschnecken im Überfluss zeigen, dass das natürliche Gleichgewicht im Ökosystem Garten gestört ist. Um langfristig eine Lösung zu finden, empfiehlt es sich, die Gegebenheiten des eigenen Gartens zu verstehen und auf diese positiv einzuwirken, anstatt kurzlebige Mittel einzusetzten.  Lustige Fachliteratur (Schneckenalarm vom Sofie Meyers) hilft sehr, langfristig die richtigen Weichen zu stellen.

Schnecken absammeln

Möchte man der Plage Herr werden, gibt es hier ein paar erprobte Tipps. Allen Vorraus und am schnellsten gilt das Absammeln der Schnecken. Nach Einbruch der Dämmerung und wenn der Tau gefallen ist, bewehrt Man / Frau sich am besten mit einer Taschenlampe, Eimer und Grillzange um der immensen Heerscharen Herr/in zu werden. Sammelpunkte, an denen Leckerbissen wie frischer Salat oder mit Bier gefüllte Gefäßen stehen, machen es noch leichter, eine große Menge an Schnecken zu finden.

Die gesammelten Schnecken werden sehr gern von Gänsen, Igel, oder anderen natürlichen Feinden (siehe unten) gefressen.

Schneckenbekämpfung mit Barrieren

Schneckenzaun doppelfalz

Schneckenzaun doppelfalz

Schnecken lieben und brauchen Feuchtigkeit, daher sollte man von Nacktschnecken befallene Pflanzen nur wenig mulchen und den Boden offen halten, damit die oberste Erdschicht abtrocknen kann. Man kann zusätzlich um die Pflanze herum einen Ring aus Sägemehl, Urgesteinsmehl oder Kalk streuen. Kalk verätzt die Sohle der Nacktschnecken, raue Oberflächen werden ohnehin gemieden. Ein Nachteil: bei Regen ist diese Methode nur bedingt wirksam.

Ein weiterer Schritt sind die sogenannten Schneckenzäune. Diese können in der Regel von den Tieren nicht überklettert werden. Die entsprechenden Modelle werden im Fachhandel angeboten. Doch Vorsicht! Schneckenzaun ist nicht gleich Schneckenzaun!

So werden die verschiedenen Modelle auf der Basis unterschiedlicher Materialien, nämlich…:

• Metall
• Kunststoff
• Holz

oder sogar als Elektrozaun angeboten. Die Zäune sind in der Regel circa zehn Zentimeter hoch und stellen für die Schnecken ein nicht zu unterschätzendes Hindernis dar. Wichtig ist, trotz des geringen Eigengewichts der Schnecken, dass der Zaun stabil steht und am besten circa 10 bis 15cm im Boden eingegraben wird. Hierbei handelt es sich um eine vergleichsweise tierfreundliche Variante, da die Schnecken durch die Barriere nicht verletzt werden. Dies gilt übrigens auch für den erwähnten Elektrozaun, der auf der Basis von Niedrigstrom arbeitet und die Tiere lediglich erschreckt. Eine doppelte Falz im Rahmen verhindert zuverlässig, dass die Tiere an die jungen Pflanzen kommen, hat aber seinen Preis.

Schneckenband im EinsatzWer keine Lust auf den etwas aufwendigen Bau eines Zaunes hat, kann alternativ auch auf das selbstklebende Schneckenkupferband setzen. Auch hierbei werden die Schnecken nicht getötet, sondern (im Idealfall) lediglich davon abgehalten, ihre „Schneise der Fress-Zerstörung“ fortzusetzen. Hobby- und Profigärtner, die dieses Verfahren anwenden, setzen auf die chemische Reaktion des Kupfers auf die Schleimhaut der Störenfried. Diese Reaktion löst keine nachhaltigen Schaden aus, ist aber unangenehm für die Schnecke und hält sie davon ab, die Absperrung zu überwinden. Dieses erweist sich jedoch nur als effektiv, wenn es die zu schützende Fläche vollständig umringt. Der sitzt des Kupferbands muss während der „Schneckenzeit“ immer mal wieder kontrolliert werden. Aufgrund der Selbstklebefunktion ist das Kupferband vor allem zur Anwendung an Blumentöpfen o. ä. geeignet.

Schneckenbekämpfung mit Gift

Ein beliebtes Schnecken-Abwehrmittel ist Schneckenkorn. Ihnen bleibt die größte Plage erspart, wenn Sie schon im März oder April die ersten Generationen dezimieren. Da es zu dieser Zeit auch noch nicht viel frisches Grün gibt, wird das Korn auch bereitwilliger gefressen. Am häufigsten wird in diesem Zusammenhang der Wirkstoff Eisen-III-Phosphat (enthalten in Ferramol Schneckenkorn von Neudorff und Natria Schneckenkorn Biomol von Bayer Garten) zur Schneckenbekämpfung eingesetzt.

Eisen-III-Phosphat ist für die Umwelt unschädlich, wenn richtig angewandt, weil es in geringeren Konzentrationen auch natürlicherweise im Boden vorkommt. Es besitzt sogar die Zulassung für den ökologischen Landbau. Das Präparat führt zu Zellveränderungen im Darm der Schnecken und ist sehr regenfest. Die Tiere hören daraufhin auf zu fressen und sterben.

Wichtig ist dabei, ausreichend und frühzeitig nachzustreuen, denn Eisen-III-Phosphat wirkt erst in relativ hohen Dosen. Eine ausgewachsene Schnecke muss mindestens 20 Körner fressen damit eine Wirkung eintritt.
Regelmäßiges Einsammeln der Tiere ist -gerade bei starkem Befall- sinnvoll, aber mühsam. Um sich hierbei das Procedere zu vereinfachen, kann man Rhabarber-Blätter auslegen und regelmäßig deren Unterseite kontrollieren. Dasselbe funktioniert ebenfalls mit Brettern oder flachen Steinen. Bei all dem Ärger über die Tiere sollte man jedoch nicht vergessen, dass Schnecken der „Gesundheitsdient“ im Garten sind. Sie fressen auch verwesende Pflanzenteile und tote Tiere. Dadurch unterstützen sie auch die Humusbildung.

Schneckenbekämpfung mit Artgenossen

TigerschnegelEine weitere, natürliche Alternative: Tigerschnegel. Die Tigerschnegel fressen die Gelege anderer Nacktschnecken und sorgen somit dafür, dass diese sich nicht vermehren können. Weiterhin fressen Tigerschnegel auch andere Nacktschnecken auf. Die Tigerschnegel sind zudem naturgemäß nachtaktiv und sorgen nach und nach für einen nacktschneckenfreien Garten.

Besonders beeindruckend ist die Größe der Tigerschnegel, die leicht eine Länge zwischen 15 und 20cm erreichen können. Auch die Farbgebung kommt bei den „kleinen großen Schnecken“ durchaus harmonisch daher. Die Flecken bzw. Streifen erinnern hier wirklich an einen Tiger. Wer diese Helfer zur Schneckenbekämpfung im Garten einsetzen möchte, sollte in jedem Fall dafür sorgen, dass sie sich wohl fühlen. Hierbei hilft nicht nur die passende Umgebung, sondern auch ein entsprechendes Nahrungsangebot. Tigerschnegel lieben beispielsweise einen Mix aus Pilzen und abgestorbenen Pflanzenteilen. die natürlichen Feinde der Schnecken wie zum Beispiel Tigerschnegel im Garten zu unterstützen bzw. einzusetzen. Diese fühlen sich in einer naturnahen Umgebung wohl, vertreiben andere Nacktschnecken und fressen deren Gelege. Ein weiterer Vorteil: die hauptsächlich nachtaktiven Tigerschnegel knabbern im Gegensatz zu ihren gefräßigen Artgenossen kaum Pflanzen an.

Doch nochmal: auch wenn sich sicherlich kein Gärtner über allzu viele Schnecken in seinem Garten freut, bleibt festzuhalten, dass zumindest die meisten GEHÄUSEschnecken unschädlich sind und sich ohnehin fast nur von totem Pflanzenmaterial ernähren.

Schneckenbekämpfung mit natürlichen Feinden

Spanische NacktschneckeMacht man es dem Igel mit einem dauerhaften Reissighaufen im Garten gemütlich, wird dieser viele Schnecken fressen. Ein Naturgarten ist immer auf der Such nach dem passenden Gleichgewicht und jeder Frassfeind der Schnecke sollte willkommen sein. Aber Achtung: gegen die orangen-braune spanische Nacktschnecke – eine eingeschleppte Art – helfen nur sehr wenige heimische Tiere, wie der Tigerschnegel.

Natürliche Feinde der Schnecken

Amphibien Frösche, Kröten, Blindschleichen, Eidechsen, Lurche, Salamander, Ringelnattern
Säugetiere Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse
Vögel Amseln, Drosseln, Elstern, Fischreiher, Möwen, Saatkrähen, Spechtmeisen, Stare, Würger
Insekten Glühwürmchen, Laufkäfer, Leuchtkäfer, Marschfliegen sowie deren Larven, Aaskäfer, Goldlaufkäfer, Halbflügler, Hundertfüßer, Kurzflügelkäfer, Weberknechte, Weichkäfer

Eine sehr ausführliche Liste der Feinde ist hier zu finden.

Schneckenbekämpfung im Herbst: Gelege absammeln

schneckengelegeIm Herbst können sich Gartenbesitzer schon auf das nächste Jahr vorbereiten. Schnecken sorgen im Spätsommer und Herbst für ihren Nachwuchs und jede Schnecke legt bis zu 400 Eier. Die Gelege zu finden und zu entfernen ist daher eine effektives Mittel den kommende Frühling leichter zu gestakten.

Für die Eiablage bevorzugen Schnecken immer die gleichen, dunklen und feuchten Orte: Im Komposthaufen, unter Blumentöpfen, unter der Regentonne, in Ritzen und Spalten im Gartenboden, in Erdlöchern oder unter unter lockeren Steinen. Die milchig-weißen Eier sind leicht zu identifizieren und einLeckerbissen für Fische und Vögel. Kontrollieren Sie die gleiche Stelle ein paar Tage später wieder: Schnecken kehren gern an ihre Lieblingsstelle zurück um mehrmals Eier abzulegen.

Wir hoffen dass eine Kombination dieser Schneckenmittel genügend Ihrer Blumen und Nutzpflanzen übrig lässt, so dass Sie weiterhin Freude am Garten haben. Unser Newsletter informatiert Sie über neue Erkenntnisse auf dem Gebiet.

 

 

Über den Autor:

Jasper hat Wurmwelten.de im Jahr 2006 gegründet. Nach einer Ausbildung im Kompostieren und einem Buch über Wurmkisten, widmet er sich in letzer Zeit neben dem Versandhandel, der Forschung über Regenwürmer und Komposttee.
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