Tag des Regenwurms: Der Held des Bodens





Kleiner Wurm mit großer Kraft: der Regenwurm

Am 15. Februar feiern wir den Tag des Regenwurms. Er wurde 2005 von Naturschützern zu Ehren dieses kleinen Tieres, das doch eine große Aufgabe für unsere Böden hat, eingeführt. Aber warum brauchen wir überhaupt einen Tag, an dem wir an Regenwürmer denken? Was machen die kleinen Tiere überhaupt? Werden sie vielleicht, gerade von Nicht-Gärtnern, vollkommen zu Unrecht als Störenfriede angesehen? Schauen wir uns die Würmer doch einmal genauer an…

Fakten über Regenwürmer

Sie sehen klein und unscheinbar aus, sind taub, stumm und haben keinen geformten Körper – trotzdem gehören Regenwürmer zu den stärksten Tieren der Welt. Jedenfalls wenn man ihre Größe mit ihrer Kraft in den direkten Vergleich setzt.

Die Herkunft des Namens des Regenwurms ist nicht ganz geklärt. Vermutlich stammt es aus dem 16. Jahrhundert, wo man ihn “reger Wurm” aufgrund seiner unermüdlichen Aktivität taufte. Aus dieser Bezeichnung wurde dann mit der Zeit das bekannte “Regenwurm”. Der Zusammenhang zwischen „Regen“ und dem Regenwurm ist, in sprachlicher Hinsicht, damit zufällig. (Mehr auf Wikipedia)

Ein Fakt am Rande: Regenschauer enden für die Würmer oft tödlich. Trotz des bedeckten Himmels, erliegen die Würmer einem Sonnenbrand wenn Sie länger an der Oberfläche sind. Da hilft es auch nicht in einer Pfütze zuflucht zu suchen. Solche Würmer legt man am besten auf den Erdboden und beschützt Sie von oben mit einem Blatt.

Regenwurm

Tauwurm (Lumbricus terrestris)

Genaugenommen gibt es auch nicht nur einen Regenwurm, sondern ungefähr 46 verschiedene Arten in Deutschland, weltweit existieren sogar circa 3.000 Arten. Bekannt ist hierzulande vor allem der Tauwurm (Lumbricus terrestris). Er ist ungefähr 12 – 30 cm lang und zeichnet sich durch seine rötliche Farbe aus. Er ist in Gärten, Wiesen und Obstanlagen zu finden. Wichtig für den gesunden Garten ist außerdem der Kompostwurm. Er kommt genau dort vor, wie es sein Name vermuten lässt: im Kompost. Dabei ist er vor allem dafür verantwortlich, dass der Kompost effektiv abgebaut wird. Falls sie nicht mit ihren Erzfeinden, den Vögeln, aus der Erde gezogen oder von einem Schuh erdrückt werden, können Regenwürmer von drei bis hin zu acht Jahren alt werden.

Unsere „kleinen Gärtner“

Dendros

Kompostwürmer: Dendros (Eisenia veneta)

Die unglaublich nützliche Arbeit, die der kleine Regenwurm in unseren Gärten leistet, wird oft unterschätzt. Hier lohnt sich ein Blick aufs Detail: der Wurm gräbt um, kompostiert Laub und düngt die Erde.

In seiner wichtigen Grabearbeit schichtet er die Erde um und bringt Nährstoffe, die wichtig für Pflanzen sind, an die Oberfläche. In einem Quadratmeter gesundem Boden leben ungefähr 100 Würmer und dies ist auch wichtig, da die Tiere die Erde durch ihr ständiges Umgraben auflockern. Eine aufgelockerte Erde kann Wasser bei Regenfall besser absorbieren und den Pflanzen die Nährstoffe zur Verfügung stellen. Auch die Wurzeln von Pflanzen können in einem lockeren Boden besser wachsen und gedeihen. Kurz: Würmer machen unsere Gartenarbeit um einiges leichter.

Der “rege” Wurm hört niemals auf zu fressen. Täglich können die kleinen Tiere die Hälfte ihres Gewichtes zu sich nehmen. Das ist aber nicht so einfach, da der Regenwurm ein zahnloses Tier ist. Er zieht dafür, vor allem nachts, Blätter in seinen Untergrundgang und klebt sie an seinem Hautschleim fest. Pilze und Bakterien zerkleinern sie dann für den Wurm, bis er den Rest fressen kann. In seinem Darm tun ganz besondere Bakterien dann das Ihrige, um die Mineralien und Nährstoffe zusammen mit Ton, zu sogenannten Ton-Humus-Komplexen zu verbinden. Diese Ton-Humus-Komplexe speichern Nährstoffe auf eine pflanzenverfügbare Art, welche ein Auswaschen durch Wasser verhindert. Gleichzeitig sorgt die krümelige Struktur dieser Komplexe dafür, dass Regen besonders gut gespeichert werden kann.

Würmer als nützliches „Haustier“?!

Natürlich ist jeder schon einmal Regenwürmern begegnet. Draußen, vor allem in Gärten, auf der Straße oder eben im Komposthaufen. Doch es mag schon ein wenig ungewöhnlich erscheinen, dass sich Städter neuerdings Würmer als „Haustiere“ halten. Wer die Vorteile von Kompost nutzen möchte, braucht keinen eigenen Garten mehr. Wie bereits erwähnt, sind vor allem Kompostwürmer wichtig für unser Ökosystem, da sie unsere biologischen Abfälle für uns abbauen können.

Wurmkiste "Wurm Truhe"

Wurmkiste „Wurm Truhe

Sogenannte „Wurmkisten“ nutzen die effektive Umsetzung der Würmer von Abfall zu Dünger und werden mittlerweile in vielen verschiedenen Versionen und Größen angeboten. Mit der Hilfe der kleinen Würmer lässt sich nicht nur Abfall organisch abbauen, sondern auch wertvoller Dünger herstellen, der für die eigenen Pflanzen in der Wohnung verwendet werden kann. Gärtner sind sich einig: Der daas entstehende Wurmhumus ist der natürlichste Dünger, den die Natur kennt.

Zudem handelt es sich bei den Würmern um pflegeleichte Haustiere. Man kann sie bis zu vier Wochen ohne Nahrung „fasten“ lassen, ihre Komposterde muss nur ab und zu neu angefeuchtet werden und der Kompostprozess funktioniert ganz ohne schlechten Geruch. Denn es gilt die Regel: sondern die Wurmkiste unangenehme Gerüche ab, hat der Mensch einen Fehler gemacht.

Wichtig ist, dass alle Abfälle locker liegen, sodass Sauerstoff an die Mischung kommen kann. Ansonsten kann es zu Fäulnis und damit zu schlechtem Geruch kommen. Allgemein ist es empfehlenswert sich vor der Anschaffung genau über die Wurmkiste zu informieren. Hierbei handelt es sich um eine tolle Alternative zur klassischen Kompostierung.

Wie viele Organismen auf unserer Erde sind Regenwürmer also ein wichtiger Teil unseres Ökosystems und als solcher unentbehrlich. Obwohl sie eher unscheinbar wirken, haben sie große Aufgaben zu erfüllen und helfen unseren Gärten besonders allein durch ihre Anwesenheit.

Ein Tag des Regenwurms ist also deshalb wichtig, um uns vor Augen zu führen, wie unersetzlich der Wurm im gesunden Garten ist. Er ist kein Störenfried in unseren Komposthaufen oder Obstplantagen. Im Gegenteil! Denken wir also am 15. Februar an unseren kleinen, starken Helfer, die uns die Garten – und Kompostarbeit um einiges erleichtern.

Pro-WurmDieser Artikel entstand mit Unterstützung von Pro-Wurm.org, einer Interessenvereinigung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Informationen über Regenwürmer zu verbreiten.

Über den Autor:

Jasper hat Wurmwelten.de im Jahr 2006 gegründet. Nach einer Ausbildung im Kompostieren und einem Buch über Wurmkisten, widmet er sich in letzer Zeit neben dem Versandhandel, der Forschung über Regenwürmer und Komposttee.
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