Warum kriechen Regenwürmer bei Regen aus dem Boden?

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Regenwurm mit Regenschirm im Regen
Regenwurm im Regen

Nach Regenschauern kommt es oft vor, das man Regenwürmer auf dem Boden findet. Viele Menschen glauben, dass dies daran liegt das Regenwürmer oder Tauwürmer sonst in Ihren Wohnröhren ertrinken würden.

Der Stand der Wissenschaft im Moment neigt eher dazu, dass die Würmer keine Angst vor dem Ertrinken haben, sondern entweder vor dem Ersticken oder vor Maulwürfen.

Ertrinken vs. Ersticken

Regenwürmer nehmen Sauerstoff über die Haut auf und sondern Co² wieder ab. Dabei benötigen Sie viel weniger Sauerstoff als z.b. Warmblütler, wie Mäuse und Maulwürfe. Regenwürmer können wochenlang im Wasser überleben, solange etwas Sauerstoff im Wasser gelöst ist.

Aber wenn Sie im stehenden Wasser sind, kann das ausgeschiedene CO² sich nicht durch den Wasserfilm zwischen dem Wurm und der Wohnröhre verflüchtigen. So könnte es passieren, dass die Würmer im Co² ersticken.

Das trifft besonders auf die Kompostwürmer (Eisenia fetida) zu, die z.B. gar keine Gänge haben und trotzdem während des Regens an die Oberfläche kommen. Diese Würmer sind besonders für den Komposthaufen oder die Wurmkiste geeignet und können hier im Shop erworben werden. Da aber die meisten Regenwürmer (vor allem der bekannte Lumbricus terrestris) außerordentlich große Röhrensysteme haben, die teilweise auch Abflüsse haben, erklärt das deren Verhalten nicht ganz.

Maulwurf

So gibt es noch eine andere Theorie warum Regenwürmer bei Regen flüchten: Durch testen aller Variablen (Luftdruck, Regenmenge, etc) hat sich ergeben, dass die auftreffenden Regentropfen eine Schwingung von 50 Hertz im Boden verursachen. Das ist anscheinend die gleiche Frequenz, auf der ein grabender Maulwurf Krach macht.

Da der Maulwurf einer der größten Fressfeinde der Regenwürmer ist, fliehen diese dann nach oben. Bei den Experimenten flohen die Würmer auch nach oben, als sie Schwingungen im 50 Hertz Bereich ausgesetzt wurde, ohne das es regnet.

Übrigens: Regenwürmer die nach einem Gewitter oder Schauer in Pfützen tot gefunden werden, sind übrigens fast nie ertrunken, sondern einem Sonnenbrand erlegen. Die überaus empfindliche Haut der Würmer wird sogar von dem Sonnenlicht während eines Regenschauers so sehr verbrannt, dass die Hautatmung unmöglich wird. Sollte sich der Wurm also noch bewegen, tun Sie ihm einen Gefallen und legen Sie ein Blatt über ihn, so dass er sich wieder eingraben kann.

Für weitere Infos rund um Regenwürmer, empfehlen wir das Buch „Regenwürmer – Helfer im Garten“ von Dr. Ralf Klinger und unseren Email Newsletter, in dem wir Ihnen monatlich Artikel rund um Kompostwürmer, Regenwürmer und Wurmkisten zusenden.

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Wurmmann

Über den Autor

Jasper hat Wurmwelten.de im Jahr 2006 gegründet. Nach einer Ausbildung im Kompostieren und einem Buch über Wurmkisten, widmet er sich in letzer Zeit neben dem Versandhandel, der Forschung über Regenwürmer und Komposttee.


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  1. Auf unserer Terrasse, weit vom Rand zur Wiese entfernt, liegen bei Regen immer zahllose Würmer – vor allem aber kleine (junge?). Ich frage mich immer, wie die dorthin kommen …

  2. in den o.g. Erläuterungen und Beschreibungen habe ich keine Erklärung für das "Kamikaze-Verhalten" – wie ich es bezeichnen möchte – von Regenwürmern gefunden, dass sie sich über weite Strecken auf Asphalt oder Beton bewegen ohne umzukehren und sich so die Möglichkeit nehmen, sich am Erdreich in Sicherheit bringen zu können.
    Haben Regenwürmer evtl. keine entsprechende Sensorik, die den "feindlichen" Untergrund erkennen können.
    Viele Grüße
    J.P.

    1. Hallo Joachim,
      vielen Dank für die Frage! Nun hier handelt es sich um eine Verknüpfung einfacher Impulse welche zu einem augenscheinlichen schlechten Verhalten (Kamikaze) führen, aber im Großen und Ganzen positiv sind. Lassen Sie mich erklären: Egal ob Kompostwurm oder Tauwurm: Als Gruppe profitieren beide Arten davon sich periodisch neues Territorium zu suchen. So kommt es bei nassen Verhältnissen immer wieder vor, dass einzelne Würmer auf Wanderschaft gehen. Davon wird ein Teil immer umgekommen sein und ein andere Teil es geschafft haben neues Territorium zu erobern. Scheinbar war der letztere Anteil der Wurmevolution so groß dass es sich genetisch eingeschrieben hat (dieser Teil ist meine Spekulation und NICHT wissenschaftlich fundiert), wie auch immer, was fest steht, ist das sie es tun. Diese „Entscheidung“ fiel vor Millionen von Jahren und hat sich dem modernen Leben nicht angepasst.

      Also ja, ein Regenwurm „merkt“ das Beton nicht zu durchdringen ist. Aber er kann nichts anderes tun als seinem Geruchssinn folgenden, immer weiter zu kriechen bevor die UV-Strahlung der Sonne (ja, auch bei bedecktem Himmel) ihn „verbrennt“. Eine „Erinnerung“ an das vorher, bzw. ein vermeiden von Beton aufgrund eines Lerneffekts sind sehr sehr unwahrscheinlich, viele Wissenschaftler schließen das sogar komplett aus.
      Das wir zunehmend die Böden versiegeln macht es dem Regenwurm natürlich nicht leichter…

      Mehr solche Informationen gibts im Newsletter.

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