So wichtig sind die Regenwürmer für unseren Boden





Dass der Regenwurm für unser Erdreich enorm wichtig ist, wissen die meisten Hobbygärtner garantiert. Schließlich ist er es, der für einen lockeren und nahrhaften Humus für unsere Blumenbeete sorgt. Er ernährt sich hauptsächlich von Kohlenhydraten und Eiweißen abgestorbener Pflanzenteile. Er kann Bakterien, Algen, Pilze und Einzeller aufnehmen und weil er nun nicht unzersetzt fressen kann, bevorzugt er welke Blätter und er frisst zudem eine Menge an Erdreich.

Der mikrobielle Zersetzungsprozess der bei feuchtem Klima unterhalb der Erde in den Gängen der Regenwürmer herrscht, ist für unseren Boden Gold wert. Denn nicht nur, dass die fortwährend erneute Bildung von neuen kleinen Röhren und Gängen im Erdreich durch die Würmer dafür sorgt, das der Boden einer ständigen Auflockerung unterzogen wird und einer Verdichtung der Erdreiches vorgebeugt wird. Auch als Nahrungsquelle für andere Tiere ist er ebenso wichtig und eben auch, um unseren Boden auf ganz natürliche Weise so kostbar und nahrhaft für Pflanzen, Blumen und Bäume wie möglich zu gestalten.

Die eigene Regenwurmzucht aufbauen

Damit der Boden im Garten immer wieder wie von Geisterhand aufgelockert und mit Sauerstoff, Mineralien und Co. angereichert werden kann, ist die Idee sich eine eigene Regenwurm-Kolonie heran zu züchten gar kein abwegiger Gedanke und lässt sich leichter durchführen, als man zunächst einmal nehmen würden. Denn Regenwürmer züchten ist relativ einfach. Denn desto mehr Würmer wir dem Erdreich beifügen, umso lockere wird er Boden und eine Verdichtung und zu fest werden des Erdreiches kann nicht stattfinden, Dazu kommt, dass bei starken und anhaltenden Regengüssen der Boden nicht untergeht und sich mit stehendem Wasser füllen kann. Die Auflockerung durch e vielen Gänge und Röhren der Würmer sorgt auch gleichzeitig für einen guten Abfluss und ein Durchsickern des Regenwassers.

Der Regenwurm

Sie sind feucht, glitschig an ihrer Oberfläche und und wir sehen sie besonders oft, wenn es geregnet hat. Dann kriechen sie aus dem Erdreich nach oben, um nicht in ihren Gängen, die mit Wasser volllaufen zu ertrinken. Regenwürmer können zwar Helligkeitsunterschiede erkennen, doch sehen können sie nicht. Sie haben keine Augen, sondern Fotorezeptoren, die am vorderen Ende des Wurms sitzen. Dank dieser winzigen Organe können sie Lichtinformationen aufnehmen, mehr nicht. Hören können Regenwürmer nicht. Aber auch hierbei verfügen sie über Rezeptoren, die Druckwellen spürbar machen und das Auftreten des Fußes eines Menschen, oder einer viel befahrenen Straße und Co. nimmt der Wurm wahr. Übrigens: Es gibt sogar den Tag des Regenwurms, der alljährlich am 15. Februar des Jahres stattfindet.

Helfer im Gartenreich und in der Landwirtschaft

Dank der außerordentlichen Fähigkeit des Regenwurms, dass er sich ständig in Bewegung unterhalb der Erdoberfläche hält, tut er eigentlich nur Gutes für den Gärtner. Denn er lockert so auf dieser Weise ständig das Erdreich für uns auf. Dadurch bekommt der Boden Luft zum Atmen und kann sich nicht verdichten. Andererseits kann er bei Regenfall gut mit Feuchtigkeit und Regenwasser versorgt werden. Und in trockenen Monaten vor großer Bedeutung. Denn wenn es lange trocken war verdichtet sich der Boden bekanntermaßen recht schnell und lässt dann bei Starkregen beispielsweise wiederum keinen einzigen Tropfen Wasser ins Erdreich und läuft auf der Oberfläche quasi einfach davon. Durch die Auflockerung des Bodens durch die Würmer aber kann auch bei starker Trockenheit Wasser bis tief zu den Wurzeln von Pflanzen und Bäumen gelangen. Auch das Zersetzen und Verdauen von Laubresten und Erdreich durch die Würmer erhält der Boden wichtige Nährstoffe, die er wiederum an Pflanzen, Blumen und Bäume abgibt. Somit tritt teils ein ganz ähnlicher Effekt ein, wie es beim klassischen Kompostieren der Fall ist.

So schließt sich der Kreislauf und somit ist der Regenwurm alles andere als unnütz, wie es ihm so oft nachgesagt wird. Er ist der Bauarbeiter im Erdreich und strebsamer Mitarbeiter des Gärtners, der immer arbeitet und nur selten zur Ruhe kommt. Er ist aber auch einer der ältesten Bewohner unseres Planeten und man nimmt sogar an, dass eine Vorfahren schon vor einer halben Milliarde Jahren aus dem Meer gekrochen sein könnten. Sobald die Bodenbildung er Erde begann, machte sich der Regenwurm so wie heute noch ans Werk. Egal ob bei heißen Temperaturen und Vulkanausbrüchen, oder auch allen anderen klimatischen Veränderungen. Der winzige und eigentlich zerbrechlich anzuschauende Wurm ist ungemein robust und widerstandsfähig. Auch in der Landwirtschaft schenkt man dem Wurm mittlerweile sehr viel Zusprache. Denn man geht davon aus, dass Regenwürmer an der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Erde pro Jahr etwa eine Arbeit im Wert von 250 Milliarden Euro leisten. Regenwürmer pflügen so Tonnenweise Erdreich um und mischen dabei mineralische und organische Substanzen ins Erdreich und reichern es dadurch mit diesen wichtigen Botenstoffen, um Pflanzen zu versorgen an.

Regenwürmer in der Wurmkiste

Ein besonderer Vertreter, der Kompostwurm (Eisenia) findet sich oft als Kompostierer in Wurmkisten wieder. Dort werden seinen Eigenschafter als Meister Komposter genutzt, um organische Abfälle zu Wurmhumus zu verarbeiten.

Über den Autor:

Jasper hat Wurmwelten.de im Jahr 2006 gegründet. Nach einer Ausbildung im Kompostieren und einem Buch über Wurmkisten, widmet er sich in letzer Zeit neben dem Versandhandel, der Forschung über Regenwürmer und Komposttee.
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