Wie Nützlinge bei einem Mottenbefall helfen können

Motten im Haushalt sind eine wahre Plage. Viele Menschen ekeln sich vor ihnen und das auch zu recht. Motten können Textilien unterschiedlicher Art beschädigen und ganze Lebensmittelvorräte unbrauchbar machen. Zwar kann man im Handel einiges gegen diese Tiere erhalten, aber oft sind es nur Mittel zur Vorbeugung und nicht für die richtige Bekämpfung. Trotzdem wird sehr oft versucht, mit zum Beispiel Motten-Pheromonfallen, Lavendel, Mottenpapier, Zedernholz oder bestimmten Ölen der Plage Herr zu werden. Leider bleibt dann aber doch der gewünschte Erfolg aus und die lästigen Tierchen vermehren sich sogar munter weiter.

Es gibt aber tatsächlich eine wesentlich wirksamere Methode, um doch erfolgreich Motten zu bekämpfen. Dafür ist es nicht immer notwendig gleich zu der sogenannten chemischen Keule zu greifen. Es gibt nämlich sogenannte Nützlinge in Form von Schlupfwespen, die sehr effektiv Motten bekämpfen können. Dazu muss man wissen, dass Schlupfwespen die natürlichen Feinde der Motten sind. Diese sehr kleine Wespe (der lateinische Name ist Trichogramma) legt als Parasit ihre eigenen Eier in die Eier der Motten ab. Dabei ist es egal, ob es sich um Kleidermotten oder Lebensmittelmotten handelt. Aus den betroffenen Motteneiern können dann keine Motten mehr herausschlüpfen und der Lebenszyklus der Motte ist somit unterbrochen.

Wissenswertes über die Schlupfwespen

Nützlinge wie Schlupfwespen gegen Motten einzusetzen ist sicherlich die Variante, die man bevorzugen sollte, bevor man zu chemischen Mitteln greift. Unter dem Begriff Schlupfwespen werden Ichneumonoidea (Schlupfwespenartige) und Chalcidoide (Erzwespen) gemeint, die dann wiederum noch in mehrere Familien und noch in weitere Arten unterteilt werden. Von diesen sehr vielen Arten werden aber nur einige wenige für die Bekämpfung von verschiedenen Schädlingen eingesetzt. Wenn es um die Bekämpfung von Motten geht, ist es zum Beispiel die Art Trichogramma evanescens. Der Vorteil beim Einsatz dieser biologischen Schädlingsbekämpfung ist ganz klar, da eben nicht Chemie (Nervengifte) eingesetzt werden.

Weltweit kommen Schlupfwespen zum Einsatz

In der ganzen Welt werden diese Wespen in den unterschiedlichsten Anbaugebieten und dabei noch für ganz verschiedene Lebensmittel (kann sich zum Beispiel um Obst, Wein oder Mais handeln) zur Bekämpfung von Motten eingesetzt. Auch als Hobbygärtner kann man sich über Schlupfwespen freuen, denn es gibt eine Art, die auch zum Beispiel Schildläuse parasitiert. Eine andere Art bevorzugt dagegen die Fruchtfliegeneier für die eigene Eiablage und soll deswegen in den Olivenhainen Kaliforniens eingesetzt werden.

Schlupfwespen für die Bekämpfung gegen Kleidermotten und Lebensmittelmotten

Wenn es um die Bekämpfung der Kleidermotten und Lebensmittelmotten geht, wird insbesondere die Art „Trichogramma evanescens“ verwendet. Für die Schädlingsbekämpfung werden diese Trichogramma sogar extra gezüchtet. Diese Wespen-Gattung ist besonders klein. Nur um die 0,2 mm bis 0,4 mm soll die Schlupfwespe groß werden. Für uns Menschen ist das Tier so gut wie nicht sichtbar und wenn überhaupt, wird man sie vielleicht nur als sehr kleinen Punkte wahrnehmen. Die Schlupfwespe besitzt einen Legestachel und der ist genauso lang, wie der gesamte Körper. Diese Tiere können aber nicht fliegen sondern nur krabbeln. Man muss also nicht befürchten, dass die Schlupfwespen durch die gesamte Wohnung fliegen. Im Gegenteil, sie verweilen in der Nähe der Orte, wo man sie auch haben möchte.

Bild: Pixabay

Über den Autor:

Jasper hat Wurmwelten.de im Jahr 2006 gegründet. Nach einer Ausbildung im Kompostieren und einem Buch über Wurmkisten, widmet er sich in letzer Zeit neben dem Versandhandel, der Forschung über Regenwürmer und Komposttee.
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