Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Bokashi: Das kompostieren mit effektiven Mikroorganismen (EM)
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baily
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Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von baily » Mo 19. Dez 2011, 22:05

Liebe Leute,

ich versuche mich gerade über Bokashi schlau zu machen. Ich weiß, dass es eine Milchsaure vergärung ist wie zb. bei Sauerkraut und dass das Resultat extrem sauer ist und erst vererden muss.

Meine Frage ist nun, wofür verwende ich welche Erde und was kann in den Bokashi alles rein. Gebe ich einfach die Dinge hinein die nicht in die Wurmfarm dürfen (zb.: Fleisch, Milchprodukte,...) oder ist die Zusammensetzung ähnlich?

Danke und lg
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Re: Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von Wurmmann » Di 20. Dez 2011, 11:18

Hallo Bailey,
herzlich (willkommen) hier!

Der fertige Bokashi sollte am Stück in in einzelteilen zerlegt, vergraben werden, so dass er vererdet und seine Nährstoffe an den Boden abgibt. Wie Du schon erkannt hast, hat Bokashi den Vorteil das auch (!) Fleisch, Fisch und Milchprodukte darin verarbeitet werden können. Alles andere organische allerdings auch.

Der Vorteil der Wurmfarm liegt vor allem bei der Qualität des fertigen Humus. Die Nährstoffe werden besser verwertet und so gebunden, das sie über Monate hinweg den Pflanzen zur verfügung stehen. Wurmhumus ist weitaus konzentrierter und hat auch gleich den richtigen pH Wert verglichen mit dem Bokashi.

Viele unserer Kunden haben bereits angefangen beide Methode simultan zu verwenden. Dabei erstaunt mich vor allem wi viel Bio-Abfall enstehen muss. Ich persönlich produziere in meinem 2 Personen Haushalt gerade mal genug für eine Methode (Wurmkiste). Der Bokashi ist natürlich auch interessant wenn man ungleichmässiges Aufkommen an Bio-Abfall hat.

Hat das Deine Frage beantwortet?

VG,
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Re: Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von baily » Di 20. Dez 2011, 19:12

danke :)
ja, meine frage ist beantwortet. wir sind ein 5 personen haushalt, da fällt schon etwas mehr an ;) da wir großen wert auf biologische, regionale und saisonale lebensmittel legen, wäre der bokashi eine gute möglichkeit um z.b. vom biohuhn/fisch auch die restln als dünger zu verwerten, ist einfach auch zu schade für die biotonne.

eine frage hätte ich noch: kann ich in den bokashi auch nur die reste hineingeben, die nicht in die wurmfarm dürfen, oder ist das zu einseitig? sprich muss auch gemüseabfall zwingend hinein?

und da bei uns meistens nicht allzuviel übrig bleibt, würde ich noch ganz gerne wissen in welchem zeitraum der bokashi kübel befüllt werden muss.

danke und lg
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Re: Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von Wurmmann » Mi 21. Dez 2011, 02:40

kann ich in den bokashi auch nur die reste hineingeben, die nicht in die wurmfarm dürfen, oder ist das zu einseitig? sprich muss auch gemüseabfall zwingend hinein?
Es reicht das was über bleibt reinzufüllen. Habe ich auch eine zeitlang so gemacht.

Wenn Du den Abfall dick mit den Flocken bestreust, und den Deckel fest aufdrückst, kannst Du Dir Zeit lassen. Das Mixumin habe ich selber auch noch nie ausprobiert. Ich nehme an das 3-4 Wochen kein Problem sind...
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Re: Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von baily » Mi 21. Dez 2011, 10:42

danke für die antwort, ich glaube ich werds versuchen :)
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Re: Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von Kurt Walter Lau » Mi 5. Dez 2012, 17:27

Hallo baily,
das Bokashi im Garten, Balkonkasten, Blumenkübel und an Topfpflanzen ausgebracht ist ein absoluter Langzeitdünger (stetig fliessende Nährstoffquelle) bzw. -Bodenverbesserer allerhöchster Güte, durchsetzt mit unzähligen nützlichen Mikroorganismen, Enzymen und Antioxidanzien. Und: Über den Vorgang der so genannten Endozytose (eine Art aktiver Fressvorgang) nimmt die Pflanze über die Wurezelspitzen die lebenden Proteine, sprich Effektiven Mikroorganismen (EM), aus dem Bokashi auch direkt auf, also nicht nur die Absonderungsprodukte dieser Kleinstlebewesen. Das entspricht dem natürlichen Ernährungsvorgang wie er auch bei Pflanzen in der freien Natur, z.B. im Wald, zu beobachten ist (siehe auch das Buch von Herwig Pommeresche: Humussphäre - Humus, ein Stoff oder ein System?"). Das Bokashi hat damit einen vielfachen Nutzen! Die Bokashi-"Flocken" Auch an dieser Stelle möchte ich nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Bokashi-"Flocken" immer gut mit den organischen Küchenabfällen gemischt werden müssen, bevor sie in den Eimer kommen.

Mit mikrobiellen Grüßen! :)
Kurt Walter
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Re: Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von *Ces* » Sa 10. Mär 2018, 20:03

Hallo zusammen, habe mal eine Frage da ich irgendwie gerade einen Knoten im Kopf habe.

1. Kann man da auch Speisereste reingeben?
2. Bei den Würmern bekomme ich ja richtige Erde raus. Bei Bokaschi ja nur eine Art Dünger den ich unterheben muss/kann, oder?
Eberhard
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Re: Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von Eberhard » So 13. Mai 2018, 09:03

Kann man da auch Speisereste reingeben?
Wenn Du den Bokashi meinst: Es ist Kennzeichen und Vorteil der milchsauren Fermentation im Bokashi, dass man bei der Zugabe von organischen Abfällen deutlich entspannter sein darf und anderenorts problematische Stoffe wie Speisereste, Schalen von Zitrusfrüchten & Co. auch zugeben kann, sogar Fäkalien (Thematik Komposttoiletten). Allerdings sollte man da eine Verhältnismäßigkeit in der stofflichen Mischung beachten.
Bei Bokaschi ja nur eine Art Dünger
Bei dem Wort "Düngen" tue ich mich persönlich etwas schwer. Es impliziert ja den Gedanken, man gibt notwendige Nahrung in einen leeren Raum, die Erde ist dann quasi nur Trägersubstrat für Pflanzen.
Der Boden ist aber, wenn man ihn nicht gänzlich falsch behandelt, durchsetzt mit mannigfaltigem Leben (Mikroben, Pilze, Algen und einige größere Tierchen). Diese sorgen durch ihren Stoffwechsel und ihre Tätigkeit auch für die Ernährung der Pflanzen - bereits seit Millionen von Jahren, während die Zeit und Tätigkeit des Menschen im Verhältnis sehr überschaubar und recht oft nun nicht so im Sinne der Natur ist.

Um den Kreis zu schließen: Bokashi ist (neben anderem) aufbereitetes Futter für das Bodenleben. Sind Futter und sonstige notwendige Bedingungen reichlich vorhanden, wird das Bodenleben darauf reagieren, wovon dann auch die Pflanzen profitieren werden.
Der Wurmhumus ist in diesem Sinne etwas anders und weiter aufbereitet und kann daher unmittelbarer wirken. Man muss jetzt aber nicht abwägen, was besser ist. Vielfalt im "Futter" wird sicher nicht nur von Menschen honoriert.
Davon kann man dann auch ableiten, dass jetzt Bokashi nicht an Würmer in der Wurmfarm verfüttert werden muss. Man kann es auch schlicht parallel nutzen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Unterschied der Erde bei Bokashi und Wurmfarm

Beitrag von Wurm-Bine » Fr 25. Mai 2018, 10:00

Hallo Ces,

ich packe alle Speisereste in den Bokashi-Eimer.
Okay, eigentlich betreibe ich eine Wurmfarm und da kommt alles rein. Wenn es aber zu viel wird oder Dinge gibt, die die Würmer nicht mögen, kommt es im Winter in den Bokashi-Eimer. Im Sommer wird es direkt im Garten verbuddelt.
Aber ich bin auch kein echter Bokashi-Macher. Das ist für mich eher das Beiprodukt zu den Würmern.

Schöne Grüße
Sabine
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