Kann ich das verfüttern?

Kompostwürmer für den Garten oder als Futtertier? Fragen zu den Spezies: Eisenia foetida, Dendrobaena veneta oder doch ein Regenwurm (Lumbricus terrestris) ? Dann bist Du hier richtig!
Eberhard
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Eberhard »

Ich habe mal gelesen, ein getrockneter Kuhfladen riecht wie ein Kräutergarten. Da ging man aber davon aus, dass die Kuh selbstredend natürlich gewachsenes Gras (ohne Gülletränkung, Kunstdünger, Pflanzengifte) frisst und nicht etwa mit Kraftfutter vollgestopft wird, was dann, weil im Verdauungstrakt nicht so vorgesehen, zu Verdauungsbeschwerden und Durchfall führt.
Bei Pferden wird es nicht anders sein, da kommt ja noch halbes unverdautes Gras wieder raus.
Gegen einen Kräutergarten wird man dann auch nichts haben ...

Geruchsintensiv ist weniger der Kot, sondern der Urin, weil im letzteren sehr schnell eine enzymatische Umwandlung von Harnstoff in z.B. Ammoniak stattfindet, und das riecht man.

Wenn man also eine Vermischung von Kot und Urin vermeiden kann, ist das Ganze schon ordentlich entschärft. Gegen Restgerüche kann man wirkungsvoll effektive Mikroorganismen oder einen entsprechenden Ersatz einsetzen. Ich verweise da auch auf die Hinweise von Rüdiger: EM1 selber machen

So ein Kuhpansen ist eine gigantische mikrobiologische Verdauungsfabrik und in etlichem vergleichbar mit der Verdauung von Würmern. Da müsste man sich auch die Frage stellen, ob der Kuhkot noch genügend Nahrung für die Würmer enthält oder vielleicht besser gleich als Boderverbesserer/Dünger eingesetzt werden sollte.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Wurmcolonia
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Wurmcolonia »

Eberhard hat geschrieben: So 26. Aug 2018, 08:37 Ich habe mal gelesen, ein getrockneter Kuhfladen riecht wie ein Kräutergarten. Da ging man aber davon aus, dass die Kuh selbstredend natürlich gewachsenes Gras (ohne Gülletränkung, Kunstdünger, Pflanzengifte) frisst und nicht etwa mit Kraftfutter vollgestopft wird, was dann, weil im Verdauungstrakt nicht so vorgesehen, zu Verdauungsbeschwerden und Durchfall führt.
Bei Pferden wird es nicht anders sein, da kommt ja noch halbes unverdautes Gras wieder raus.
Gegen einen Kräutergarten wird man dann auch nichts haben ...

Geruchsintensiv ist weniger der Kot, sondern der Urin, weil im letzteren sehr schnell eine enzymatische Umwandlung von Harnstoff in z.B. Ammoniak stattfindet, und das riecht man.

Wenn man also eine Vermischung von Kot und Urin vermeiden kann, ist das Ganze schon ordentlich entschärft. Gegen Restgerüche kann man wirkungsvoll effektive Mikroorganismen oder einen entsprechenden Ersatz einsetzen. Ich verweise da auch auf die Hinweise von Rüdiger: EM1 selber machen

So ein Kuhpansen ist eine gigantische mikrobiologische Verdauungsfabrik und in etlichem vergleichbar mit der Verdauung von Würmern. Da müsste man sich auch die Frage stellen, ob der Kuhkot noch genügend Nahrung für die Würmer enthält oder vielleicht besser gleich als Boderverbesserer/Dünger eingesetzt werden sollte.
Hallo Eberhard,
jetzt musst du nur noch verraten, wo man mitten in der Großstadt solch hochklassiges, naturbelassenes Material für seine Würmer her bekommen soll. :?: :?: :?:
Die Hinterlassenschaften der Ponys im hiesigen Stadtwald stinken kilometerweit gegen den Wind. Die holt sich freiwillig niemand in seine Wohnung, um sie seinen Würmern zu verfüttern. Über die Trennung von Kot und Urin braucht man da gar nicht erst nachzudenken.
Die Wurmkiste ist ja gerade für Stadtmenschen ohne Garten gedacht, die ihren Küchenabfall sinnvoll verwerten wollen und die Kiste in der Wohnung stehen haben.
Wurmige Grüße
Wurmcolonia
Kompostwürmer, die kleinen Meister des Recyclings.
Otto, der Kompostwurm, erzählt von seinem Leben in der Wurmkiste auf https://wurmcolonia.blogspot.de
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Pfiffikus »

Wurmcolonia hat geschrieben: So 26. Aug 2018, 12:07Über die Trennung von Kot und Urin braucht man da gar nicht erst nachzudenken.
Die spielt ohnehin kaum eine Rolle. Weder die Kuh auf der Weide, noch Euer Großstadtpony pflegen auf den abgesonderten Kot drauf zu pinkeln. Insofern ist diese Trennung für uns kaum relevant.
Eine Mischung von Kot und Urin findet nur in Ställen statt, in denen die Exkremente in Form von Gülle entfernt werden.


Pfiffikus,
der nicht daran glaubt, dass irgendwer von uns auch nur drüber nachdenkt, Gülle in die Wurmfarm zu verbringen
Eberhard
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Eberhard »

jetzt musst du nur noch verraten, wo man mitten in der Großstadt solch hochklassiges, naturbelassenes Material für seine Würmer her bekommen soll
Das weiß ich nicht. Manche Stadt ist auch nur ein Dorf. Sowie: Wenn man unbedingt Pferdemist in seiner Wurmbox haben will, aus welchen Gründen auch immer, dann macht man sich eben Gedanken oder auch nicht, man treibt Aufwand oder eben nicht.
Man kann ja auch einen Ausflug machen. Eine Nachbarin von mir hat sich bei einem besuch ihrer Schwester (45 km entfernt) etwas Kuhdung für ihren Garten mitgebracht. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Ich gehe da über den Berg auf eine Wiese (300 Meter), wo Färsen in freier Weidehaltung sind, notfalls mit Schubkarre statt Eimerchen. Spaziergang in der Natur und kostenlose Fitnessrunde sind da inklusive

Ich habe im Gartenmarkt gesehen, dass man Pferde- und auch Kuhdung getrocknet in Tüten kaufen kann. Über die Qualität kann ich keine Aussagen machen, ich kaufe auch keinen Samen für Maistöcke.
Aber der Verbraucher will ja bedient werden, und Geld ist zum Fließen da, nicht zum Horten.
Die Hinterlassenschaften der Ponys im hiesigen Stadtwald stinken kilometerweit gegen den Wind.
Es war kein Witz. Das Besprühen mit verdünntem EM hilft gegen schlechte Gerüche augenblicklich. In Indien bspw. wird das erfolgreich bei allgegenwärtigen Müllbergen angewendet. Auch im heimischen Bad ist das ein geeigneter Raumspray nach einer etwas geruchsintensiveren Sitzung.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Trulllla »

Wurmcolonia hat geschrieben: So 26. Aug 2018, 12:07 Hallo Eberhard,
jetzt musst du nur noch verraten, wo man mitten in der Großstadt solch hochklassiges, naturbelassenes Material für seine Würmer her bekommen soll. :?: :?: :?:
Ich kann dir was zuschicken :lol:
Aber ich denke mal, es geht auch ohne Pferdeäpfel, oder?
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Hummelbrumm »

wie haltet ihr es mit teebeuteln? habe gelesen, das einige teebeutel auch einen kleinen teil plastik enthalten und der nicht richtig zersetzt wird... bis jetzt hatte ich ab und zu mal ein paar teebeutel in die kistegegeben, schließlich suhlen sich die wurmis regelrecht unter dem beutel. Aber wenn da wirklich plastik drin sein soll, überlege ihc mir das nochmal... (bat)
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Trulllla »

Woher hast du die Info? Ich habe das noch nicht gehört und verfüttere Teebeutel auch.
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Hummelbrumm »

hier schau mal... nicht alle teebeutel sind plastikfrei...

https://www.fairlis.de/post/plastik-im- ... re-fragen/
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Worma »

Hallo Hummelbrumm,
vielen Dank für den Hinweis auf diesen tollen Artikel. Wieder mal so ein Augenöffner, denn ich hab bisher auch alle Teebeutel in die Kiste getan und dachte, ich tu den Judels - und meinem Kompost - was Gutes. Der Artikel hat mich eines Besseren belehrt und ich werde künftig mehr darauf achten, wie mein Beuteltee genau verpackt ist.
Wenn ich die Sache mit den Plastikanteilen im Papier recht verstehe, sind die notwendig, wenn das Papier heiß verklebt wird. Das ist ja auch bei Papier-Kaffeefiltern der Fall. Die sollten dann wohl auch nicht in ide Kiste (cry)

Danke für den Denkanstoß!
Sonnoge Grüße
Worma
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Re: Kann ich das verfüttern?

Beitrag von Trulllla »

Da schließe ich mich Worma an, danke für den Artikel!
Ich dachte, ich hätte geantwortet :oops:
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