Überwinterung

Kompostwürmer für den Garten oder als Futtertier? Fragen zu den Spezies: Eisenia foetida, Dendrobaena veneta oder doch ein Regenwurm (Lumbricus terrestris) ? Dann bist Du hier richtig!
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Helmut
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Überwinterung

Beitrag von Helmut »

Ich habe einen großen sog. Thermo-Komposter draussen, in dem die Würmer seit Sommer 2020 arbeiten. Sie bekommen jeden 2. Tag ca. 5 ltr. Abfälle, viel Küchenpapier, alle möglichen Obst-und Gemüsereste.
Zusätzlich haben sie 2 Schubkarren Laub und auch eine Karre voll Hühnermiste bekommen.
Die Tonne hat ein Fassungsvermögen von 700 ltr.
Die Würmer arbeiten so rasant, dass trotz massiver Materialzufuhr der Füllstand erst 50% erreicht hat.
Ohne Würmer würde der Container überquellen.
Eine Sichtung heute ergab, dass sie ganz oben und sehr agil sind.
Und das trotz der niedrigen Temperaturen.
Ich bin begeistert.
Welche Erfahrungen macht ihr im Winter?
Wurmilisk
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Re: Überwinterung

Beitrag von Wurmilisk »

Meine bisherige Winter-Erfahrung:

Hatte seit etwa zwei Jahren eine Wurmkiste drinnen. Bedeutend kleiner und mit weniger Futter. Obwohl ansonsten alles gut klappte, hatte ich aber mit der Zeit Dungmückenprobleme, die auch mit Steinmehl und Neemöl nicht nachhaltig beheben konnte. Als ich sah, dass im kleinem Hochbeet auf dem Balkon auch nach einigen Frostnächten überraschenderweise noch eine grössere Anzahl Würmer war, die trotz allem Aussortieren bei der Humusernte dort landeten, beschloss ich radikal, die Wurmkiste auf den Balkon zu zügeln.

Bisher scheinen sie das gut verkraftet zu haben. Wohne allerdings in einer innerstädtischen Hitzeinsel der wärmsten Regionen des deutschsprachigen Raums (Oberrhein) und bisher war der Winter noch nicht so streng (nur gelegentlich nachts leicht unter 0° C). Und das Haus ist nicht sehr gut isoliert, so dass sie wohl auch auf dem Balkon noch etwas Wärme vom Haus bekommen. Als zusätzliche Sicherheitsmassnahme habe ich noch eine Aquarienheizung installiert. Ist zwar bezüglich Stromverbrauch nicht vorbildlich, aber das ist ja nur für den absoluten Notfall (wenn es mal langfristig auch tagsüber unter 0° C bleibt, was nur alle paar Jahre vorkommt). Aktuell mache ich mir fast mehr Sorgen, wie es im Sommer wird, Temperaturen über 35° C sind nicht selten (allerdings hatten die Würmer im Hochbeet den letzten Sommer ja auch überstanden).

700 Liter ist ja ein recht grosses Volumen, bedeutend grösser als meine Wurmkiste oder mein Hochbeet. Da dauert es wohl recht lange, bis der Inhalt durchgehend und nicht nur am Rand gefroren ist.

Kommt aber sicher auf den Ort an.
Helmut
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Re: Überwinterung

Beitrag von Helmut »

Danke für Deine Antwort. Ich wohne in der Mitte Schleswig-Holsteins. Um Weihnachten hatten wir einige Nächte um -10 Grad. Bei Kontrollen tummelten sich die Würmer ziemlich weit oben. Temperatur im Kompost waren gut +10 Grad. Ich rechne mit keinem stärkeren und längeren Winter-Einbruch mehr. Sie bekommen noch 2 Schubkarren Laub in den nächsten Tagen obendrauf. Im Frühjahr kommt ein 2.ter Kompostbehälter daneben. Den ersten werde ich dann vorsichtig in den 2.ten umsetzen.
Dabei will ich schätzen, wie groß der Bestand sein könnte. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie ich da eine Zählung/Schätzung veranstalte.
Wurmilisk
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Re: Überwinterung

Beitrag von Wurmilisk »

Ein Gedanke kam mir noch, der für mich als Nicht-Gartengrundstück-Besitzer nur theoretisch und vielleicht naiv und nicht praktisch erprobt ist:

In der Natur würden die Würmer bei extremen Temperaturen ja einfach tiefer in den Boden flüchten, was in einem Behälter halt nicht geht.

Wenn der Behälter draussen auf Erdboden steht, wäre es ja vielleicht eine (auch "ethisch") vorteilhafte Möglichkeit, ihnen absichtlich eine Fluchtmöglichkeit bei Extremtemperaturen zu schaffen, in dem man einige Löcher in den Boden des Behälters bohrt. Solange die Temperaturen nicht extrem sind, haben sie aufgrund des Futterangebots wohl kein Interesse daran zu verschwinden und nach einer Extremwetterphase würden sie vielleicht aus dem selben Grund wieder zurückkommen.
Simons
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Re: Überwinterung

Beitrag von Simons »

Ist ein Thermokomposter nicht sogar isoliert und erzeugt durch die Verrottung Wärme?

Ab wann kann man denn die Würmer auf den Balkon bringen?
Ich dachte daran neu zu beginnen, zunächst im Keller, damit ich die ersten Tage das Licht an lassen kann. Aber dann möglichst bald ins freie und ich würde ungern bis zu den Eisheiligen warten.
Helmut
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Re: Überwinterung

Beitrag von Helmut »

Ich habe im Sommer 20 angefangen und es ist viel organische Substanz im Behälter. Die Würmer können sich also bei Kälte zurückziehen. Die Besatzdichte ist mittlerweile recht hoch und bei sehr kalten Temperaturen rotten sie sich zusammen und erzielen durch die Massierung eine Eigenwärme, die sie, wenn es ungemütlich wird, warm und am Leben hält.
Ich würde also nun erstmal ausreichend organische Substanz in den Behälter füllen und dann nach und nach den Bestand nach draussen bringen.
Cinderella
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Re: Überwinterung

Beitrag von Cinderella »

Letztes Jahr im Frühling habe ich mit einer Wurmkiste angefangen. Sie war über den Winter also gut gefüllt (ca 40 Liter). Da sie bei mir auf der Terrasse steht habe ich den Würmern eine Heizung spendiert. Im Nachhinein würde ich sagen, dass die Heizung eher einen Wellnesszweck erfüllt hat 😉
Gut ich wohne eher im Norden und wirklich durchgängigen Bodenfrost gab es nicht, jedoch ist es nachts auch bis -12 Grad kalt geworden.

Da meine Würmer ihre Behausung ohne große Schwierigkeiten verlassen können, habe ich wirklich überall Würmer. Die Wiese ist auch keine zwei Meter weit weg. Letztens meinte einer in der Gießkanne Baden zu müssen, dieser Freizeitbeschäftigung habe ich allerdings eine Ende gesetzt und ihn zurück in die Kiste gesetzt. Bei ca. - 5 Grad hab ich bei mir auf der Terrasse mal in und unter die Blumenkästen geschaut. Da waren überall muntere Würmer, sogar unter der zugefrorenen Vogeltränke.

Ich denke die Regenwürmer finden schon immer ein Plätzchen, an dem sie sich wohl fühlen. Bei dauerhaften Bodenfrost, sieht das wohl anders aus.

Aus meiner kurzen Erfahrung heraus würde ich sagen, die Überlebensfähigkeit, Neugier und Wanderlust der kleinen Tierchen wird gemeinhin unterschätzt.
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Re: Überwinterung

Beitrag von Wurmilisk »

Die Notfall-Heizung habe ich mit einer Thermo-Schaltuhr mit externem Fühler verbunden. Der Fühler ist in der Kiste selbst eingegraben, so dass die Heizung nur dann anspringt, wenn es im Kernbereich der Kiste trotz Kompost- und Würmer-Eigenwärme unter 0.5° C wird. Bisher konnte ich das noch nicht beobachten.

Den letzten Sommer haben die damals noch unbekannten Würmer im Hochbeet wohl dank viel Giesswasser-Verdunstung überstanden. Also werde ich bei Hochtemperaturen über 30° C die Kiste also halt einfach relativ stark wässern. Da die Kiste unten nicht absolut dicht ist, kann zu viel Wasser am Boden auch raussickern. Was auf dem Balkon-Boden ja nicht stört. Ausser, dass man so Nährstoffe verliert. Vielleicht schaffe ich es ja bis zum Sommer, einen improvisierten Hahn anzufügen, damit der "Wurmtee" gesammelt werden kann.
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Re: Überwinterung

Beitrag von Trulllla »

Cinderella hat geschrieben: Do 17. Feb 2022, 18:08 Ich denke die Regenwürmer finden schon immer ein Plätzchen, an dem sie sich wohl fühlen. Bei dauerhaften Bodenfrost, sieht das wohl anders aus.
Das würde ich voll unterschreiben!
Ein paar Grad minus haben meinen auch nichts ausgemacht. Sie müssen natürlich einen Platz haben, wo sie hin können, aber die Kiste bzw das Substrat in der Kiste hält ja auch schon viel Kälte ab. Das gleiche habe ich hier auch im Sommer bei hohen Temperaturen über 30 Grad beobachtet (wobei sie durchaus im Schatten standen).
Helmut
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Re: Überwinterung

Beitrag von Helmut »

Soeben im Komposter mal nachgeschaut. Sind aktiv und fressen. 3 Grad Plus.
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