Wird Blumenerde zu Humus?

Themen rund ums biologische Gärtnern sind hier richtig. Auch Fragen um Wurmhumus werden hier beantwortet.
Cinderella
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von Cinderella »

Lieber Eberhard,

ich bin nicht persönlich geworden, dass hätte anders ausgesehen.

Ich halte dir zugute, dass du bestimmte Defizite in der Nutzung der Sprache hast. Ansonsten würdest du wissen, in welchem Zusammenhang das Wort Sünde steht. Das Stilmittel der Übertreibung scheint dir auch nicht geläufig zu sein.

Du hast gleich mit Unhöflichkeiten angefangen. Das es eine Sünde sei Torf zu kaufen. Weiter unterstellst du mangelndes Urteilsvermögen, da ich statt Torf weiter nutzen zu wollen nach einer Alternative suche. Auf der steht nun mal häufig Bio.

Auch unterstellst du mir Ahnungslosigkeit auf allen Gebieten.
Das Sachliche und das Fachliche sind nicht so Dein Ding.
Und nur weil du etwas nicht weißt, heißt dass noch lange nicht dass es falsch ist.

In Anbetracht deiner Äußerungen bin ich dir gegenüber wirklich noch höflich. Und die Unhöflichkeit deines letzten Beitrages möchte ich gar nicht bewerten.

Und ehrlich gesagt habe ich nicht die geringste Ahnung wo dein Problem liegt. Möchtest du das alle Menschen wieder in Höhlen leben? Bist du sauer auf dich, dass du das Worte der Sünde, ohne Kenntnis ihrer Bedeutung genutzt hast oder hast du generell ein Problem mit Menschen die deine Ansichten nicht teilen?

Ich muss gestehen ich bin da mittlerweile wirklich neugierig. Früher haben mich Menschen die einfach nur geätzt haben schlichtweg genervt. Mittlerweile will ich wissen was für Menschen das sind, die ihre Position ohne Argumente darlegen. Das ist frei von Ironie, mir fehlt da wirklich das Verständnis und ich hoffe von dir lernen zu können.

Davon abgesehen hast du mich noch nicht davon überzeugt, dass eine Unterhaltung mit dir von Angesicht zu Angesicht nicht doch relativ unterhaltsam und friedfertig sein könnte.

Viele Grüße
Cinderella
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MarionS
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von MarionS »

Ich verstehe das mit der "Sünde" nicht ganz.
Das Wort wird doch auch im allgemeinen Sprachgebrauch benutzt für eine erlaubte, aber verpönte Handlung (z.B. wie Buttercremetorte schlemmen).
Torf ist eben nicht mehr ein unbeanstandeter Werkstoff, schon lange nicht mehr. Er bliebe besser in seinen Mooren, die zudem wieder bewässert werden sollten, weil das CO2 speichert.

Über solche Sünden kann man sich bis zur Erschöpfung auslassen: man kann immer noch mehr tun.
Wir sollten unsere Fußabdrucke nicht aneinander messen.
LG,
MarionS
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Pfiffikus
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von Pfiffikus »

MarionS hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 08:18 Noch was:
Die Ölpalme (Elaeis guineensis) https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96lpalme
und die Kokospalme (Cocos nucifera) https://de.wikipedia.org/wiki/Kokospalme
sind zwei verschiedene Spezies, wobei die Ölpalme die problematische ist (Palmöl).
Das ist mir bekannt.
Im Jahre 2019 musste ich schon Eberhard auf diesen Unterschied hinweisen.
KLICK.

Cinderella möge sich das komplette Thema mal zu Gemüte führen. Dort gibt es wertvolle Hinweise zur Auswahl von Substrat für die Blumen.


Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Menschen die mich kennen würden sich halb totlachen wenn sie mitbekommen würden, dass ich Biosiegel in irgendeiner Form verteidige oder den Abbau von Torf in irgendeiner Weise verteidige. Aber sei es drum.
Wenn wieder mal Party ist, dann gib Deinen Gästen, die Dich kennen, mal dieses Zitat zu lesen:
Cinderella hat geschrieben: Mo 28. Feb 2022, 17:05 Mit diesem schicken Biolabel fördert man dann die Massentierhaltung. Massentierhaltung finde ich persönlich schlimmer als die Nutzung von Torf.
Dann ist die Stimmung garantiert.


Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Wenn ich Bananen oder Ähnliches kaufe ist es sicherlich nicht verkehrt, diese in Bio zu kaufen. Die Arbeiter werden hoffentlich bei der Arbeit auf diesen Plantagen mit weniger Pestiziden belastet.
Auch Bananen werden in Monokulturen angebaut. Es dürfte sehr schwer sein, dieses Paradies für Bananenschädlinge frei von diesen zu halten.

Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Wenn man Produkte tierischen Ursprungs kauft ist es auch nicht schlecht, darauf zu achten, dass sie nicht mit Soja gefüttert wurden, für dessen Anbau Rodungen oder Ähnliches nötig war. Auch ist es bei Eiernudeln nicht verkehrt auf ein Biosiegel zu achten, ansonsten stehen die Chancen nicht schlecht, dass man Legebatterien sponsert.
Das ist korrekt. Wenn man Glück hat, findet man auf der Packung Angaben über die Herkunft der Eier.

Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Aber natürlich dienen diese ganzen Siegel auch dazu Geld zu verdienen. Und bei Fleisch war es für mich auch noch bis vor ein paar Jahren möglich leckeres Fleisch von glücklichen Tieren (ich hab sie mir angeschaut) zu erwerben, die kein Biosiegel hatten. Nur leider haben die Betriebe in meinem Umfeld mit leckerem Fleisch, aber ohne Biosiegel dichtgemacht.
Nun ja, wenn man sich auf Produktionsmethoden des vorvergangenen Jahrhunderts beschränken will, ist es eben schwer, auch noch dauerhaft rentabel zu produzieren. Alles andere wäre ein Wunder.

Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Also ich soll keinen Torf nehmen aber Bio ist auch doof?
Was denn nun ;)
Ich hatte schon eine Beimengung von Sand empfohlen. der Sand ist nicht biologisch sondern mineralisch. Ansonsten ist es schon in Ordnung, wenn Du Materialien bevorzugst, die nicht aus Raubbau, sondern aus Kreisläufen stammen.
Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Wenn man Fleisch (Huhn) beim Discounter kauft, sagen mir die Medien, dass in gut der Hälfte der Produkte Leben ist, welches mir gefährlich werden kann. Das muss dann ganz bestimmt nicht unerhitzt auf meine Terrasse.
Aus Sicht einer Mikrobe sind wir (Hühner und Menschen) relativ ähnliche warmblütige Wesen. Beide Fleischsorten schmecken den Salmonellen offenbar. Deshalb machst Du alles richtig, wenn Du kein Hühner-Sushi auf dem Speiseplan hast.
Gießt Du allerdings die Brühe eines aufgetauten Hähnchens, die Du auf keinen Fall trinken solltest, in einen Blumenkübel, dann passiert etwas ganz anderes. Dort finden die Salmonellen kein Warmblüterfleisch mehr vor. Dafür gibt es in dieser Erde ein Heer von verschiedensten anderen Mikroben, die sich sofort nach Ankunft der Fremdlinge das Lätzchen umbinden und zu mampfen beginnen. Im Blumenkübel wird das Zeug stofflich verwertet.
(Bei Möhren und anderem Gemüse, das roh und ungeschält verzehrt werden soll, gilt das natürlich nicht so uneingeschränkt.)

Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Davon abgesehen sind für mich Schlachtabfälle weitaus ekliger als Torf.
An dieser Stelle solltest Du Deine Präferenzen mal ordnen.

Zum Einen gibt es eine Lebensweise, die möglichst nachhaltig sein soll.
Extremfall: Die Raumfahrer auf der ISS extrahieren das Wasser aus den Exkrementen, weil es viel zu schade zum Entsorgen ist. Im Laufe eines Langzeitaufenthaltes werden alle da oben vorhandenen Wassermoleküle in Kreiskaufwirtschaft mehrfach getrunken und wieder ausgeschieden.
So weit solltest Du nicht gehen. Aber schau Dir mal an, was mit Urin möglich ist!

Zum anderen gibt es eine Lebensweise, die sich den Luxus leistet und heraus nimmt, auf so etwas wie Ekel-Vorurteile Rücksicht zu nehmen.

Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Und Erden mit Knochenmehl und Hornspänen stinken. Der erste Erdsack, den ich überhaupt gekauft habe war nicht torfbasiert. Hat allerdings so furchtbar gestunken, dass ich ihn zurückgebracht habe.
Wenn die stinken, dann waren sie lange Zeit unter Luftabschluss und es hat sich ein anaerobes Millieu gebildet. Wenn man eine solche Packung öffnet, dann passiert dasselbe wie wenn man Dir zwei oder drei Minuten mal die Nase zugehalten hat. Alle möglichen Mikroben und organischen Materialien nehmen eine kräftige Prise Sauerstoff auf und geben Reaktionsprodukte des Stoffwechsels ab. Genau das hast Du beim Öffnen des Sackes gerochen.

Alle nützlichen aeroben Bodenlebewesen waren erstickt. In einem solchen Sack gibt es keine Milben, keine Springschwänze und kaum Pilze und Bakterien mehr. Im Laufe der nächsten Stunden/Tage wird dieses Substrat wieder von aeroben Mikroben besiedelt, die das Material auch ohne üblen Geruch abbauen kann. Bei einer Verwendung als Blumenerde für Terassenkübel wird sich da kein störender Gestank mehr bilden.

Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Davon abgesehen habe ich persönlich kein Interesse daran, dazu beizutragen, dass Tönnies und Co auch noch mit den Schlachtabfällen Gewinn macht.
Irgendjemand wird aus Deinen Käufen Gewinn erzielen, wenn Du Dich nachhaltig einer Kreislaufwirtschaft verweigerst. Musst nur entscheiden, wer profitieren darf.

Praktisch gehen die Hörner, Krallen und Federn dann eben in den Schredder und Extruder, wo deren Proteine wieder aufgeschlossen werden. Man darf zwar daraus kein Futter für Warmblüter herstellen, aber Horn- und Federmehl ist ein Bestandteil von verschiedenen Fischfuttersorten. Insbesondere die Großbetriebe, in denen diese Abfälle sehr sortenrein erfasst werden können, werden das Zeug ganz sicher nicht in die Müllverbrennung bringen.




Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Der Nutzung von Torf kann man wie viele andere Dinge auch, durchaus kritisch gegenüber stehen. Wenn ich aber nach Alternativen frage und mir die Moorschützer keine gute Alternative nennen sondern mir sagen, dass mein Verhalten falsch ist, ist dass genauso schlau wie Tierschützer, die mir erklären wollen, dass ich gar kein Fleisch essen soll und Wurmkisten Tierquälerei für Regenwürmer sind.
...
Pfiffikus, da du Moore anscheinend magst, wäre es deiner Sache dienlicher nicht zu meckern sondern gute Alternativen zu nennen. Wäre auch einfacher. Dann musst du nicht Eulen nach Athen tragen.
- Kreislauf
- Upcycling von Abfällen, die ohnehin da sind.
Beide Möglichkeiten verschmähst Du. Lieber verwendest Du für ein Luxusgut (Blumenkübel) eine Ressource, die in Raubbau aus der Natur gewonnen wird. Nun ja, wir zwingen Dich hier zu nichts. Aber sofern Du diesen Widerspruch erkennst, musst Du das mit Deinem eigenen Gewissen vereinbaren.



Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Kokosfasern können zu salzig sein oder mit Schmierölrückständen oder sonstigen belastet sein. Ist halt ein Abfallprodukt, welches den Gewinn bei der Zerstörung von Regenwäldern noch steigert.
Schau mal auf die gegenwärtigen Ölpreise!
Es wird niemand extra Öl verschwenden, um Deine Kokosfasern damit zu kontaminieren. Oder von welchen Mengen reden wir hier? Die Dosis macht das Gift, wie beim Glyphosat.



Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Zu Glyphosat, das sehe ich persönlich bei sparsamer und sachgerechter Handhabung nicht als so problematisch an wie viele andere Stoffe die zugelassen sind. Hier bin ich aber durchaus belehrbar, da relativ ahnungslos.
Dieser Stoff ist für den Menschen nicht bedenklich. Schau Dir mal an, wie die WHO verschiedene Dinge einstuft:
- Rauchen: Garantiert krebserregend.
- Thüringer Rostbratwurst: Garantiert krebserregend.
- Glyphosat: Wahrscheinlich krebserregend.
Solange man nicht direkt in hoher und gefährlicher Konzentration mit dem Zeug kontaminiert wird, scheint es harmlos zu sein.
Trotzdem gehört es verboten! Denn dieses Herbizid killt alle zwischen den Kulturpflanzen befindlichen Wildpflanzen (von manchen Leuten als "Unkraut" bezeichnet). Und weil auf den Monokulturen der industriellen Lebensmittelproduktion keine Begleitvegetation mehr gedeiht und blüht, gibt es für Wildbienen und andere Insekten keine Nahrung mehr. Logischerweise haben wir dann auch weniger Vögel.




Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Wurmkacke ist toll. Gegenüber Schlachtabfällen habe ich erhebliche Vorurteil, wie oben beschrieben. Auch wenn Schlachtabfälle, zumal wenn sie nicht ausreichend erhitzt sind, unappetitlicheres und ungesünderes als Prionen zu bieten haben, so können diese auch eine ganze Weile im Boden überleben.
Gerade uns Menschen zeichnet aus, dass wir ein etwas größeres Denkorgan besitzen, mit dessen klaren Verstand, sofern vorhanden, so manches unvernünftige Gefühl überwunden werden kann.

Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Kleine Randbemerkung zu BSE, wir haben relativ wenige Fälle, weil viele Rinder in einem Alter geschlachtet werden, in dem noch kein Test vorgesehen ist.
Das ist zwar richtig. Doch auch vor BSE wurden die Rinder nicht besonders alt, insbesondere wenn sie für die Fleischproduktion gemästet wurden.
Entscheidend für die Bekämpfung von BSE dürfte die Unterbrechung der belasteten Futterkette gewesen sein, denke ich jedenfalls.

Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Ich habe niemanden gemaßregelt.
Dann lass mal eine unvoreingenommene Person Deines Vertrauens lesen, welche Formulierungen Du hier verwendet hast.
Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 13:08 ich bin nicht persönlich geworden, dass hätte anders ausgesehen.
So anders wollen wir das hier im Forum gar nicht sehen. Ein fachlicher Disput unter Verzicht von Schimpf- und Schmähworten ist viel angenehmer zu führen und zu lesen.



Pfiffikus,
der davon ausgeht, dass es hier so angenehm bleiben wird
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von Cinderella »

Die Sünde kommt aus dem religiösen Bereich. Wenn man sündigt und nicht Buße tut kommt man in die Hölle. Was als Sünde angesehen wird, ergibt sich aus der Bibel. Auch heute noch macht es der Gesetzgeber und der Staat einem schwer zu sündigen.Also hat die althergebrachte Definition der Sünde noch immer bestand. Wenn du im allgemeinen Sprachgebrauch, die Sünde mit etwas verpönten wie zu viel Buttercremetorte zu Essen gleichsetzte, bezieht sich dies auf die Sünde der Völlerei. Von daher ist es nicht nett jemanden der Sünde zu bezichtigen.

Auch setzt man sich selbst in eine moralisch erhöhte Position, wenn man jemanden anderen eine Sünde vorwirft, die man auch noch selber als solche definiert hat. Damit weigert man sich Argumente gelten zu lassen, die nicht der eigenen Position entsprechen, da sie ja eine Sünde rechtfertigen sollen. Auch aus diesem Blickwinkel sehe ich den Vorwurf der Sünde als sehr, sehr unsportliche Möglichkeit seine Position zu rechtfertigen.
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von Pfiffikus »

Eberhard hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 12:04 Blaualgen (Cyano-, Photosynthesebakterien) wären mir sehr willkommen. In EM sind sie einer der zu nennenden Bestandteile.
Welche Vorteile sollen diese haben? Insbesondere im Vergleich zu anderen Lebewesen, die Photosynthese betreiben, doch auf die Produktion von Giftstoffen verzichten.


Pfiffikus,
der auch schon von Fällen erfuhr, in denen diese Blaualgen große Schäden verursacht haben
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von MarionS »

Pfiffikus hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 18:18 Im Jahre 2019 musste ich schon Eberhard auf diesen Unterschied hinweisen.
Ich weiß das auch kaum länger. Ein Bekannter riet mit zu Kokosfett statt Margarine zum Braten und klärte mich auf, dass das nicht etwa das "böse" Palmprodukt sei, sondern ein anderes.
Pfiffikus hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 18:18
Cinderella hat geschrieben: Mi 2. Mär 2022, 10:05 Kleine Randbemerkung zu BSE, wir haben relativ wenige Fälle, weil viele Rinder in einem Alter geschlachtet werden, in dem noch kein Test vorgesehen ist.
Das ist zwar richtig. Doch auch vor BSE wurden die Rinder nicht besonders alt, insbesondere wenn sie für die Fleischproduktion gemästet wurden.
Entscheidend für die Bekämpfung von BSE dürfte die Unterbrechung der belasteten Futterkette gewesen sein, denke ich jedenfalls.
Der feine Unterschied, weswegen BSE hierzulande weniger hart eingeschlagen hat wie in GB war, dass das Tiermehl aus den an Scrapie erkrankten Schafen, das dann Rindern zum Fraß vorgeworfen wurde, mit weniger hoher Temperatur verarbeitet wurde als hierzulande, weswegen der Erreger nicht abgetötet wurde.
Ob eine Erhöhung der Temperatur und/oder sonstige Maßnahmen das Ganze gestoppt haben, weiß ich nicht mehr.

Nur weil man die Rinder nicht testet, heißt das nicht, dass sie nicht belastet sind (warum kommt mir das Konzept gerade so unangenehm bekannt vor?)
LG,
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von Eberhard »

@Pfiffikus: EM-Zusammensetzung
Photosynthesebakterien - PNSB

Für viele der besonderen Stoffwechselleistungen von EM scheinen die zwar mengenmäßig nur gering vertretenen aber extrem vielseitigen Photosynthesebakterien (PNSB) verantwortlich zu sein. Diese Bakterien sind im Boden, Seesedimenten, auf Blättern und in der Rhizomsphäre weit verbreitet und arbeiten oft eng mit anderen Organismen zusammen. Sie ernähren sich quasi von Abfallstoffen und synthetisieren eine Unmenge an Antioxidantien, Vitaminen, Wuchsstoffen und Zuckern die von anderen Mikroorganismen und Pflanzen benötigt werden.

Stars

Diese Photosynthesebakterien (PNSB) sind echte Stars in der Mikrobiologie. Es gibt mehrere Genomkartierungsprojekte zu Ihnen. Ihre Fähigkeit zur Bindung von Luftstickstoff wird untersucht, Ihre Möglichkeit Wasserstoff zu produzieren möchte man zur Energiegewinnung einsetzen. Ihre Fähigkeit Giftstoffe abzubauen wie Aromaten (PCB und PAK), chlororganische Verbindungen (Dioxin, DDT) und Kohlenwasserstoffe wie Öl interessiert Umweltsanierer und wird bereits vielfach eingesetzt. Sie sind die heißesten Kandidaten als Vorfahren unserer eigenen Zellkraftwerke, der Mitochondrien (Ja, Sie haben richtig gehört. Wir könnten zur Hälfte aus den Bakterien in EM entstanden sein). Photosynthesebakterien können atmen. Sie können Lignin und viele andere komplexe organische Verbindungen aufspalten. Sie können Wasserstoff, Schwefelwasserstoff, Nitrat und Nitrit benutzen, sie reduzieren Eisenoxid (fressen Rost) und betreiben natürlich manchmal Photosynthese.

Vorkommen

Photosynthesebakterien findet man in Süß- und Salzwasser (frei und in Sedimenten), im Boden, in der Rhizomsphäre, auf Blättern, in Güllebecken (wenn der Landwirt Glück hat), bei heißen Quellen, in Schnee und Eis, in Gesteinen und tief in der Erdkruste. Einige Forschergruppen fanden Photosynthesebakterien in Marsmeteoriten und einige Asteroiden da draußen haben einen verdächtigen unerklärlichen Purpurfarbton (Kuiperbeltasteroiden).

Die Photosynthese

Die Photosynthesebakterien in EM betreiben, wenn die Bedingungen stimmen, mit Hilfe Ihres Purpurfarbstoffes Photosynthese. Vorsicht, das ist nicht die übliche grüne Photosynthese. Sie spalten kein Wasser auf und produzieren folglich auch keinen Sauerstoff. Sondern Sie beziehen ihren zur Stoffsynthese benötigten Wasserstoff aus energiearmen und einfachen organischen Substanzen, aber auch aus Schwefelwasserstoff oder direkt aus gelöstem Wasserstoffgas. Die Kohlenstoffquelle ist Kohlendioxid und organische Substanzen. Da diese Photosynthesebakterien nicht den Kraftakt vollbringen müssen Wasser aufzuspalten, können sie viel größere Bereiche des verfügbaren Lichtspektrums nutzen und auch nahes Infrarot in Energie umwandeln (bis ca. 3µm Wellenlänge). Die Energie kommt dabei der Pflanze über den Umweg eines energiereichen und nährstoffreichen Bodens zu Gute (Luftstickstoffbindung, Nährstoffmobilisierung).

Vermehrung der Photosynthesebakterien

So viele Fähigkeiten bekommt man nicht umsonst. Für Bakterien haben unsere Photosynthesebakterien ein Monsterriesengenom. Diese vielen Gene müssen bei jeder Zellteilung kopiert werden. Das hält natürlich auf. Daher vermehren sich Photosynthesebakterien deutlich langsamer als die Milchsäurebakterien und Hefen in EM. Milchsäurebakterien sind die Sprinter, Sie brauchen, wenn sie in Fahrt sind, nur zwanzig Minuten zur Verdopplung. Hefen benötigen zur Verdopplung etwa zwei Stunden. Die für EM wichtigen Photosynthesebakterien brauchen aber deutlich länger. Das ist auch die Hauptschwierigkeit bei der Vermehrung von EM. Der relative Anteil der Photosynthesebakterien geht bei der Vermehrung deutlich zurück.
Auf imaginäre Erfahrungen anderer kann ich nicht eingehen. Auf irgendwelche Gifte in irgendwelchen Situationen auch nicht.
Aber: Auch Sauerstoff ist giftig. Lasse mal Deine Haut oder gar das Fleisch darunter oxidieren.
Zuletzt geändert von Eberhard am Mi 2. Mär 2022, 19:22, insgesamt 2-mal geändert.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von Eberhard »

BSE: Was erwartet man, wenn man Wiederkäuer, also Spezialisten, die Gras fressen und verwerten können und dazu ein effizientes Verdauungssystem entwickelt haben - was erwartet man, wenn man die mit Tiermehl wie auch immer füttert?
Wer sich da über "ungewöhnliche" Entwicklungen wundert, sollte sich das Stroh zwischen den Ohren durchblasen lassen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von Cinderella »

Pfiffikus, hier scheint ein ernsthaftes Missverständnis vorzuliegen. Ich bin kein ideologisch verbrämter Weltverbesserer. Wenn ich etwas kaufe geht es um MEINEN persönlichen Nutzen. Sofern es mir nicht weh tut, kann ich durchaus etwas kaufen, das ökologisch Sinn macht. Und jeder der einen Garten hat, hat diesen um seinen persönlichen Nutzen zu maximieren. Den hat niemand aus Liebe zu seinen Mitmenschen.

Ich habe Fragen zu Erden bzw. Torf gestellt. Ich hatte nicht die Vermutung, dass harmlose Fragen zu so weit reichenden ideologischen Überlegungen führen würden. Aber wenn ich die Antworten insgesamt richtig verstehe, soll ich um meinen persönlichen Nutzen zu maximieren Torf kaufen. Gut habe ich verstanden. Wenn sich jemand gut dabei fühlt, sein Leben in einem kleinen abgeschlossen Stoffkreislauf zu führen, kann er das gerne machen. Die Welt wird er dadurch nicht verändern und noch nicht einmal besser machen. Und selbst, wenn jemand als Einsiedler und Selbstversorger leben würde, würde er der Welt nicht helfen, da sein Flächenverbrauch zu groß wäre. Im übrigen ist mir persönlich, das Wohl der Menschen wichtiger als möglichst keine Ressourcen zu nutzen. Und um morgen jemanden retten zu können, muss er heute erstmal überleben. Aber das interessiert viele klimabewegt Menschen nicht weiter. Außerdem verhält sich kein Nutzer dieses Forums wirklich Ressourcenschonend, denn sonst hätte er gar nicht das Equipment um ins Internet zu kommen.

Mein bisherigen Beiträge fußten auf der Ansicht, dass man mir nicht unbedingt eine bestimmte Weltsicht aufzwingen möchte. Das war wohl eine Fehlannahme. Wenn ich unter dieser Prämisse mich noch mal dem Wort der Sünde annehme, dann muss ich wohl sagen, dass es sich hier ja fast um eine Inquisition handelt (ich beziehe mich hier ausschließlich auf die Bekämpfung der „Ungläubigkeit“. Ich unterstelle NIEMANDEN irgendwelche Gewaltabsichten).

Im übrigen sehe ich nicht den geringsten Nutzen für mich darin, meine Abneigung und meinen Ekel ungesundes in meine Nähe zu lassen zu überwinden, damit ich stolz sagen kann, ich nutze keinen Torf. Und für den Weltfrieden würde ich auch kein Insekten essen.

Im übrigen halte ich upcycling im Moment bei vielen Produkten für eine Schnapsidee. Langlebige Produkte und thermische Verwertung bietet sich da eher an, insbesondere aufgrund der momentanen Öl- und Gaspreise. Im übrigen werden Schmierstoffe während eines Verfahrens genutzt, dies wird zumeist unabhängig von den Ölpreisen getan, um Maschinen zu erhalten. Diese werden nicht extra zugeführt.

Es bleibt dabei, ich habe niemanden gemaßregelt. Jedoch sehe ich es als eine vernünftige Haltung meinerseits an, auf Unhöflichkeiten zu reagieren.
Eberhard
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Re: Wird Blumenerde zu Humus?

Beitrag von Eberhard »

Pfiffikus hat geschrieben:Glyphosat ... Dieser Stoff ist für den Menschen nicht bedenklich.
Warum auch sollte ein Gift, das Pflanzen abtötet und unbeobachtet auch einiges an Bodenleben, für den Menschen bedenklich sein?

Dem Fachmann dürfte klar sein, dass solch ein tolles Mittel nicht pur ausgebracht werden kann, sondern dass es da eine Reihe von Begleitstoffen gibt. Daher würde man doch nicht nur den Einzelstoff im Auge haben, sondern die Kombination an Stoffen.
Nur scheinbar harmlos
Hauptwirkstoff Glyphosat
„Ich würde meine Kinder oder Tiere nicht auf eine Wiese lassen, die mit „Roundup“ behandelt wurde, denn es ist nachweislich auch für sie giftig“, meint Steffi Ober, die Gentechnik-Expertin des NABU. Der Hauptwirkstoff in Roundup ist Glyphosat, eine chemische Verbindung, die seit dreißig Jahren zur Unkrautbekämpfung weltweit genutzt wird – mit ständig wachsendem Verbrauch. 8.000 Tonnen „Roundup“ werden pro Jahr in Deutschland auf Feldern und in Gärten aufgebracht. Und langsam zeichnen sich die Folgen ab: Zwar ist Glyphosat allein größtenteils unbedenklich, doch in Kombination mit dem Stoff Tallowamin, mit dem es in „Roundup“ vorkommt, hat es dramatische Wirkungen, die von schleimhautreizend bis krebserregend reichen.

Hierzulande wurden Erkrankungen bisher bei aquatischen Lebewesen beobachtet, also Amphibien und Fischen. Denn durch den Wind und Regen gerät das Gift auch in Gartentümpel oder angrenzende Gewässer. In Ländern, in denen das Mittel auch großflächig in der Landwirtschaft genutzt wird, wie Brasilien, Argentinien und Paraguay sind starke gesundheitliche Schäden auch für Menschen bekannt geworden, die von gereizten Schleimhäuten über Unfruchtbarkeit bis zu tödlichen Krankheiten reichen.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
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