Beobachtungen über den Winter

Nicht sicher in welches Forum Deine Frage gehört? Hier passt alles rein! Nicht nur Kompostwurmiges...
Hier könnt Ihr Euch auch vorstellen.
Claudia
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Beobachtungen über den Winter

Beitrag von Claudia »

Hallo Forum!

Ich war eine Weile in Winterruhe... Das hatte entgegen Eurem Verdacht nichts mit Werner zu tun. :)=

Aber derweil habe ich wieder Neues über meine Würmer gelernt:

1. Herumtreten auf Holzböden, auf denen auch die Wurmfarm steht, ist den Würmern ziemlich schnurz. Wenn die erstmal in ihrer Farm eingelebt sind, schockt sie so schnell nichts mehr. Meine Farm hat den ganzen Winter in meinem Büro gestanden, wo ich herum laufe und wo der Holzboden schon bedenklich nachgibt. Keine Flüchtlinge, keine Würmer im Deckel, alles friedlich.

2. Bei nicht all zu hohen Temperaturen (nachts bis 10 Grad, tags Zimmertemperatur aber an kalter Außenwand) sind die Würmer sehr genügsam.

3. Die Würmer, die in meinem Schnecken-Terrarium überwintert haben waren besonders interessant. Sie hatten durchgehend Tags 25°C und nachts 20°C. Sie leben in einem ca. 7 cm hohen Substrat aus Waldboden. An Futter gibt es ausschließlich hier und da mal etwas Schneckenkack und frisches (kein vergammeltes) Gemüse. Wenn ich morgens die Abdeckung des Terras weg nehme, flitzen die Würmer durch das Licht in die Erde zurück. Vorher saßen sie auf dem frischen Gemüse und taten sich offenbar daran gütlich. Die Terra-Würmer bekommen also nur einen Bruchteil des Futters, was man normalerweise in eine Wurmfarm gibt und sie vermehren sich wie blöd. Ich finde durchgehend jede Menge Kokons und wenn ich icn dem Substrat wühle, dann ringelts und wimmelt es nur so. Wärme scheint im Vergleich zum Futterangebot doch eine ziemlich große Rolle zu spielen.
Andere Schneckenhalter müssen so alle sechs Wochen bis zwei Monate das komplette Substrat erneuern. Ich habe das seit September überhaupt nicht gemacht. Die Würmer halten das Substrat sauber und lebenddig. Keinerlei fieser Geruch. Die Schnecken sind strunzgesund. Alles was ich mache ist, täglich die Reste des Schneckenfutters vom Vortag entfernen. Die Würmer bekommen also überhaupt kein vergammeltes Obst oder Gemüse. Trotzdem sind sie relativ groß und sehr vermehrungsfreudig. Ich muss ca. 1x im Monat eine handvoll Substrat mit Würmern in die Wurmfarm zurück geben, weil sonst zu viele Würmer im Terra leben würden.

4. Anfangs habe ich meine Würmer mit pürrierten Küchenabfällen gefüttert. Den ganzen Winter über habe ich nur die ganzen Stücke an Gurken, Salatblättern, Tomaten und Äpfeln, die die Schnecken nicht gefressen haben, in die Farm gekippt. Die Salatblätter dienten jeweils als Abdeckung (anstatt einem Flies oder so). Funktionierte super. Ab und zu gab es Mineralpellets oder Wurmfutter. In der Farm ist alles top. Viele hungrige Würmchen drin.

Jetzt freu ich mich auf den Frühling mit Humusernte und Würmern in den Blumentöpfen.

Viele Grüße
Claudia
kiko63505

Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von kiko63505 »

Hallo Claudia,

schön das Du aus der winterruhe wieder zurück bist.
Dein bericht liest sich doch super, ich wünsche in dieser sache weiter´hin alles gute.

kiko
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Wurmbär
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Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von Wurmbär »

(wave)
Claudia hat geschrieben:Die Terra-Würmer bekommen also nur einen Bruchteil des Futters, was man normalerweise in eine Wurmfarm gibt und sie vermehren sich wie blöd.
Das sehe ich ein bißchen anders ... ;)

Kannst Du Dir für Mist- und Kompostwürmer etwas besseres vorstellen als ... äääh ... Kack? Und Schneckenkack bekommen sie ja reichlich. Glückliche und satte Würmer vermehren sich doch gerne ... Vor allem bei 25°C im Schatten.

Und scheinbar hat sowohl Dir als auch den Würmern die Winterruhe ganz gut getan.

Gruß
Wurmbär

PS: Ergibt sich eigentlich eine Kosten-/Zeitersparnis beim Terra durch die Würmer?
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Rasplutin
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Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von Rasplutin »

Hallo Claudia,

noch ein Schnecken-Fan :)
Ich habe mit der Wurmerei wegen meiner Weinbergschnecken angefangen! Vor anderthalb Jahren ging es los mit fünf Dendros - weil ich nicht sicher war, ob Schnecken durch Würmer gestört werden, war ich anfangs sehr vorsichtig.
Aber schnell war klar, dass sie hervorragend zusammen passen!

Meine Weinbergschnecken leben auf meinem Balkon in einer Fensternische, so dass ich von innen eine Art Terrarium habe, aber die Schnecken nahezu Aussenbedingungen. Im Spätherbst sammele ich die Würmer heraus, weil sie im Gegensatz zu Weinbergschnecken keine Minustemperaturen vertragen - Dachte ich! Aber vorgestern sah ich zwei grosse Würmer auf Erkundungstour an den Scheiben, die beiden hatte ich wohl übersehen. In diesem Winter war es in Berlin ziemlich kühl und mein Terrarium gut durchgefroren, also vertragen Dendros deutliche Minustemperaturen, das wusste ich vorher nicht.

Viele Grüsse,
Norbert
kiko63505

Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von kiko63505 »

Moin Norbert,

Glückwunsch zu dem fensterterrarium.
Nachdenklich stimmt mich allerdings dass die würmer in dem terra überlebt haben sollen. Sofern das terra durchgefroren war, dürfte ein kompostwurm das nicht überleben. Er müsste durch die frostsprengung regelrecht platzen.
Bist Du sicher das Dein Terra komplett durchgefroren war? Kann es sich bei den würmern um junge würmer handeln? Wurmeier können unter umständen minusgrade überstehen.

kiko
Claudia
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Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von Claudia »

Hi Wurmbär!
Wurmbär hat geschrieben:Kannst Du Dir für Mist- und Kompostwürmer etwas besseres vorstellen als ... äääh ... Kack? Und Schneckenkack bekommen sie ja reichlich.
Na, also meine vier Schnecken machen am Tag vielleicht jede einen Teelöffel voll. Das Terra hat 60x40 cm. Das ist im Vergleich zu den Mengen Gemüse, die ich in die Wurmfarm gebe, extrem wenig.
Wurmbär hat geschrieben:Ergibt sich eigentlich eine Kosten-/Zeitersparnis beim Terra durch die Würmer?
Ja, klar. Das Säubern des Substrats und das regelmäßige komplette Austauschen des Substrats entfällt völlig. Das ist nicht nur eine Zeit- sondern auch eine Kostenersparnis, denn andere müssen ja dann immer frisches Substrat kaufen (kann ja nicht jeder alle 6 Wochen Literweise frische Laubwalderde holen). Ich bin auch sicher, dass es für die Schnecken gesünder ist, auf einem Substrat mit Mikroflora und -fauna zu leben.

Viele Grüße
Claudia
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Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von Rasplutin »

Hallo KiKo,
kiko63505 hat geschrieben:Bist Du sicher das Dein Terra komplett durchgefroren war?
Ja, bin ich - denn als ich vor einigen Wochen im Wetterbericht hörte, dass es hier -18 Grad kalt sein soll, habe ich die Lage gechecked und auf der Innenseite (=der wärmsten Seite) Wasser aufgeträufelt. Es ist sofort gefroren. Natürlich gab es ein enormes Temperaturgefälle und leider habe ich die Temperatur an der wärmsten Stelle nicht gemessen, es war aber auf jeden Fall minus.

Und weil das noch nicht lange her ist, können die jetzt von mir gesichteten grossen Dendros auch nicht als Kokon überwintert haben.

Vielleicht haben (manche?) Würmer ja ein ähnlich gutes Frostschutzmittel wie (Weinberg-)Schnecken? Viele Weinbergschnecken warten im Herbst die ersten Nachtfröste ab, bevor sie sich eingraben - leichter Frost ist für sie überhaupt kein Problem, sie kriechen dabei sogar noch herum.

Wenn sie dann erst eingedeckelt sind, scheint ihre Frostresistenz ins Unvorstellbare zu wachsen, hier ein Ausschnitt aus einem Schneckenbuch (Günther Nietzke, "Die Weinbergschnecke"):
Bild

Viele Grüsse,
Norbert
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Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von Wurmmann »

Ich muss zu der Verwirrung beitragen. Wissenscahftliche Quellen bestätigen eindeutig das Würmer Minustemperature nur sehr kurz aushalten können.
Ich habe allerdings selber auch schon öfter die Erfahrung gemacht das in vollkommen durchgefrorenen Behältern bei minus 15 auf einmal doch wieder Würmer auftauchen die nicht nach dem auftauen geschlüpft sein können. :?

Man könnte dazu ja mal eine Versuchsreihe starten, aber ich werde das auf keinen Fall machen. Nachdem ich schon große moralische Bedenkenn hatte Würmer mittels Ether zu betäuben werde ich nicht hunderte von Würmern in die Tiefkühltruhe werfen um zu sehen was passiert.
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Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von Wurmbär »

@ Claudia
Claudia hat geschrieben:Das Säubern des Substrats und das regelmäßige komplette Austauschen des Substrats entfällt völlig.
So extrem hatte ich mir das jetzt nicht vorgestellt. Das hört sich echt gut an. Evt. könnte man aber einen Teil des Substrats dennoch für Zimmerpflanzen entnehmen (okay, Du jetzt nicht, weil Du ja noch extra eine Wurmfarm hast).

@ Wurmmann
Wurmmann hat geschrieben:Ich habe allerdings selber auch schon öfter die Erfahrung gemacht das in vollkommen durchgefrorenen Behältern bei minus 15 auf einmal doch wieder Würmer auftauchen die nicht nach dem auftauen geschlüpft sein können.
Dann kann ich für mein Balkonsystem ja noch hoffen. Bis heute kann ich jedenfalls nur Springschwänze, Fadenwürmer und kleine Enchys sehen ... aber letztere lassen auf die Kompostwürmer hoffen.

Gruß
Wurmbär
Claudia
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Re: Beobachtungen über den Winter

Beitrag von Claudia »

Hi!
Wurmbär hat geschrieben: Evt. könnte man aber einen Teil des Substrats dennoch für Zimmerpflanzen entnehmen (okay, Du jetzt nicht, weil Du ja noch extra eine Wurmfarm hast).
Ja, klar. Ein Schneckenterrarium mit Kompostwürmern ist ja im Prinzip auch eine Wurmfarm. Nur dass sie nicht dem Zweck dient, möglichst viel Abfälle umzuwandeln. Im Frühling/Sommer werde ich auf jeden Fall mehrmals einen Teil Terra-Substrat gegen Waldboden austauschen und das heraus genommene Substrat samt Würmern bei den Nutzpflanzen verwenden.

Wenn ich mir vorstelle: Es gibt Leute, die haben ganze Regalwände voll mit Schneckenterrarien und tauschen andauernd Substrat aus. Was die mit ein paar Würmern für super Blumenerde in ihren ganzen beheizten Becken herstellen könnten... Und die ganze Arbeitsersparnis. Aber die meisten finden halt Würmer eklig (haha: Schnecken halten und Würmer eklig finden (irre) ). Es sollen sich auch schon Würmer in die Atemlöcher von Schnecken verlaufen haben, aber die kommen da sicher auch freiwillig wieder raus.

Viele Grüße
Claudia
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