Ratten im Komposthaufen?

Mancher Gärtner wurde schon von einer überraschten Ratte angestarrt als er den Deckel des Komposters öffnete.  Haben Sie schon mal eine Ratte oder deren Hinterlassenschaften in Ihrem Komposthaufen gefunden?

RatteIn diesem Artikel steht wie Sie Rattenbefall erkennen können, was Sie dagegen tun können, und welche Maßnahmen gegen einen erneuten Befall vorbeugen können.

Ratten sind als Krankheitsüberträger und Schädlinge gefürchtet. Sie können immer noch eine Reihe gefährlicher Krankheiten wie zum Beispiel Gelbsucht, Typhus und  – durch Ihre Zecken – Borreliose übertragen. Ihren ständig nachwachsenden Zähnen, ist kaum ein Material gewachsen. So gibt es Fälle bei denen sich Wanderratten durch mehrere Zentimeter Stahlbeton genagt haben, um an Getreidevorräte zu kommen. So ist es kein Wunder, dass manch Gärtner faustgroße Löcher im Thermokomposter findet. Rattenlöcher sind mit 8-12 cm fast doppelt so groß wie die Löcher von Mäusen.

Bei Rattenbefall sollte umgehend gehandelt werden, denn da wo Sie eine beobachten können, befinden sich viele in der Gegend. Ratten vermehren sich außerordentlich schnell und leben in sozialen Gruppen bis zu 200 Tieren. Aber zuerst muss man sichergehen, dass es sich wirklich um Ratten handelt. Ratten werden oft mit großen Mäusen verwechselt. In Deutschland gibt es vor allem 2 Rattenarten. Die Hausratte (Rattus rattus), welche mit einer Rumpflänge von 15-20cm etwas kleiner als die Wanderratte (Rattus norvegicus) mit 20-25cm ist.

RattenschwanzWeitere Unterschiede der beiden Arten können Sie im Link weiter unten nachlesen. Im Rahmen dieses Artikels ist es aber nicht wichtig, um welche Art es sich handelt: Beide Arten können im Komposthaufen vorkommen.

Typisch für Ratten sind die unbehaarten, rosafarbenen Pfoten und der schuppige, dicke, nackte Schwanz. Der Schwanz ist körperlang bzw. 5cm länger.  Die Schwänze von Mäusen sind sehr dünn und kürzer. Ohren und Augen sind auffallend klein. Das Fell der Ratten ist graubraun (norvegicus) bis schwarz (rattus). Die Kotbrocken der Ratten sind 8-20mm groß und Zigarren, bzw. Bananenförmig bei einem Durchmessern von 3-5mm. Die der Mäuse sind weitaus kleiner.

Ziehen Essensreste Ratten auf den Komposthaufen?

Küchenabfälle kompostierenEs ist allgemein bekannt, dass gekochte Essensreste, sowie Fleisch Abfälle Ratten anziehen und daher nicht auf dem Komposthaufen entsorgt werden sollten. Wie kommt es dann trotzdem zu Rattenbefall?

Gerade in den kalten Monaten kann es sein, dass Ratten viel mehr von der Wärme des Komposthaufens angezogen werden, als von irgendeiner Nahrung. Besonders in Thermokompostern, welche darauf ausgelegt sind die Verrottung selbst bei niedrigen Temperaturen aufrecht zu erhalten, kann dies vorkommen. Das ist aber kein Grund diese nicht zu verwenden!

Um sicher zu gehen, kompostiereren Sie Ihre Essensreste ein paar Wochen lang in der Wurmkiste oder im Bokashi Eimer. Auf den Komposthaufen kommen nur ungekochte Schalen und Kartonage. Das zieht auf keinen Fall Nager an.

Was kann man gegen Rattenbefall tun?

Glücklicherweise gibt es einiges was man tun kann um diese Schädlinge zu vertreiben. In schlimmen Fällen können Sie dem Ordnungsamt den Rattenbefall melden. Das Ordnungsamt wird dann kostenlos eine WurmkisteRattenbekämpfung vornehmen. Die vom Ordnungsamt eingesetzten Gifte werden dann sachgerecht eingesetzt und entsorgt. Dies ist besonders wichtig, wenn sich Haustiere oder Kleinkinder im gleichen Garten aufhalten.

Aber es gilt auch nicht gleich in Panik zu verfallen. Ist es eine gern verdrängte Wahrheit, dass Ratten ständig um uns herum sind. Große Vergiftungsaktionen können dank der hohen Vermehrungsrate seitens der Ratten schnell wieder gutgemacht werden. Es gilt also die Ratten nur von den Plätzen zu vertreiben, wo wir Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht dulden wollen.

Unsere Recherche hat ergeben, dass Geräte die auf (Ultra) Schall Basis arbeiten, nicht so gut funktionieren. Auch ein Kaninchendraht, der den Komposthaufen umgibt, wird von den findigen Ratten belächelt. Ratten Lebendfallen funktionieren je nach Köder ganz gut, sind aber aufwendig, weil Sie regelmäßig kontrolliert werden müssen. Totschlagfallen haben nur sehr kurze Wirkung, die Nager lernen schnell dazu.

Drahtgitter Komposter

Drahtgitter Komposter mit optionalen Deckel

Die beste Verteidigung ist ein gut geführter Kompost, da Mäuse und Ratten diesen meiden. Der Kompost sollte mindestens 2x im Jahr komplett umgesetzt werden. Fleischreste und ähnliches sollte wirklich vermieden werden. Wenn Sie den Komposthaufen regelmäßig besuchen, wird es auch den Ratten die nur einen trockenen Platz suchen schnell zu ungemütlich. Im extremsten Fall ist ein Komposter aus Drahtgitter mit Deckel und Boden der letzte Ausweg.

Verteilen Sie Obstreste immer großzügig auf der Oberfläche des Komposthaufens. So wird Fäulnis und der damit verbundene Geruch vermieden. Gerade Fäulnisgerüche wirken auf Ratten interessant.

Zusätzlich sollten Sie darauf achten, dass Ihr Komposthaufen immer schön feucht ist. Dies ist sowohl für einen guten Rotteprozess gut, als auch ungemütlich für die Ratten.

Lagern Sie keine Gelben Säcke für Tiere zugänglich im Freien und schließen Sie die Deckel Ihrer Mülltonnen.

Achten Sie darauf, dass die Ratten keinen Zugang zu Vogelhäusern haben. Diese sind eine beliebte Futterquelle für den Winter!

Zu guter Letzt müssen wir noch in eigener Sache hinzufügen, dass wir noch nie von einem Rattenbefall in einer Wurmfarm gehört haben. Vielleicht bietet sich eine Wurmfarm besonders für Küchenabfälle als Ungezieferfreie Alternative  an… 🙂

Weitere Infos:

Schädlingsecke im Shop

https://www.ratteneck.eu
https://www.rentokil.de

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