Auf den Wurm gekommen...

Nicht sicher in welches Forum Deine Frage gehört? Hier passt alles rein! Nicht nur Kompostwurmiges...
Hier könnt Ihr Euch auch vorstellen.
kiko63505

Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von kiko63505 »

bin ich nun auch!
Standort: Länge: 8.99° geog. Breite: 50.16° Höhe (NN): 117 m
In weniger als einer Woche, von der Bestellung bis Lieferung, sind am heutigen Tage meine bestellten Würmer unversehrt bei mir angekommen. Superservice von Wurmwelten.de, zumal ich erst am Mittwoch/Donnerstag nächster Woche damit gerechnet habe. Zu meinem Glück war die selbstgebastelte Wurmkiste schon fertig und die Lieferung ist schon ins neue Heim gezogen. Die Kiste selbst ist seit 14 Tagen von 40 Mistwürmern aus dem Angelladen besetzt und es gab bisher keine Schwierigkeiten.

Warum habe ich mir eine Wurmzucht zugelegt?
Seit 5 Jahren habe ich einen kleinen Ziergarten, in erster Linie ist dort Bambus angepflanzt und soll es wenn möglich auch bleiben. Weiterhin gibt es ein paar Tomaten, Paprika, Erdbeeren, Himbeeren usw, welche aber in Kübeln gepflanzt sind. Der Düngebedarf von Bambus ist doch enorm hoch und der käufliche Dünger ist teuer und nicht wirklich gut für die Umwelt. Vor 3 Jahren habe ich dann mit einem Thermokomposter angefangen und alle möglichen Garten- und Küchenabfälle, Essensreste ausgenommen, selbst kompostiert. Voller Hoffnung das mein Komposter auch mal Würmer haben würde habe ich nun 3 Jahre vergebens gewartet. Auch jeder Versuch gesammelte Würmer dort einzubringen war vergebens. Allerdings auch nicht verwunderlich, da ich meinen Komposter regelmässig in die Heißrotte kommt. Nach knapp 3 Monaten wandert der Inhalt des Komposters als Mulch zu den Pflanzen, wo er dann gerne von den dortigen Würmern angenommen und verarbeitet wird. Soweit ich das beurteilen kann funktioniert das auch recht gut und ich konnte in diesem Jahr ca 50% des sonst benutzten Düngers einsparen, was ich als positiven Umweltbeitrag ansehe. Mit der Wurmfarm würde ich gerne meine Zimmerpflanzen und das essbare Obst/ Gemüse versorgen, was hoffentlich von Erfolg gekrönt ist.
Da mir als Anfänger sicherlich Fehler unterlaufen werden, oder aber ich dumme Fragen haben werde, hielt ich es für angebracht mich diesem Forum anzuschliesen.
Nun drücke ich mir mal selbst die DAumen und wünsche euch ein schönes langes Wochenende.
kiko
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Wurmmann
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Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von Wurmmann »

Hallo Kiko,
schön Dich hier begrüßen zu können! Wurmhumus als Bambusdünger klingt nach einer Klasse Idee und jedes eingesparte KG Dünger ist es meiner Meinung nach wert!
Ich bin auf Deine Fragen gespannt. Sei versichert das Du hier in guten Händen bist :)

Frohe Pfingsten!
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Flomax
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Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von Flomax »

@kiko

Auch von mir ein herzliches Willkommen. Stell hier im Forum bloß alle Fragen die Du zu stellen hast! Und teile uns Deine Erfahrungen die Du machst mit. So können wir alle davon profitieren. Wir betreiben aus den unterschiedlichsten Motivationen heraus unsere Wurmfarmen (siehe auch Wurmfarmtagebuch in das Du Dich bei Gelegenheit auch eintragen könntest), und sind alle auch selbst noch am Experimentieren. Wir haben uns zum Ziel gesetzt uns gegenseitig zu unterstützen und sind um jedes neue aktive Forumsmitglied bemüht. Aber das wirst Du noch im Verlaufe der nächsten Zeit feststellen. Dieses Forum ist sozusagen eine dynamische und ständig wachsende Betriebsanleitung für jegliche Art von Wurmfarm.

Den Wurmhumus zur Düngung des Bambus einzusetzen ist interessant. Ich habe letzten Sommer auch ein paar Bambuspflanzen angepflanzt. Hochwüchsige Sorten (angeblich bis 6m auch in unseren Breiten). Der strenge Winter hat sie allerdings sehr leiden lassen. Sämtliche oberirdischen Pflanzenteile sind abgestorben. Nach einer Wurmteekur sind nun aber aus allen Wurzelstöcken wieder Sprösslinge am hochschießen. Und das Hochschießen ist wörtlich zu nehmen! ca. 1 cm Höhenzuwachs pro Tag!

Allerdings betreibe ich die Bambusanpflanzung aus rein praktischen denn aus optischen Gründen. Ich möchte keinen Ziergarten, sonder ich will den Bambus, wenn er denn groß genug wird, als Bohnenstange, Wuchshilfe und dergleichen ernten und einsetzen.

Wir freuen uns auf Deine Fragen und Erfolgsberichte aus der Ziergartendüngung.

Gruß
Flomax

Wohin führen den die GPS-Koordinaten wenn man sie auswertet?
kiko63505

Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von kiko63505 »

Moin in die Runde und danke für das Willkommen in eurer Runde...
Hallo Wurmmann, hallo Flomax,

@ Flomax, Bambus ist eigentlich ein eigenes Thema. Was die Nutzung der Halme angeht, so sehe ich da eher schwarz, die Halme selbst zersetzen sich recht schnell wenn man diese als Bohnenstange in die Erde setzt, der Zuwachs deiner dicke und langen Halme dürfte auch recht lange dauern. Ich hoffe du hast den Bambus ausbruchsicher eingebuddelt. Die GPS Daten führen Dich nach Erlensee nähe Hanau.

@ Wurmmann, der Düngebedarf einer Bambuspflanze auf ca 1m² liegt bei ca. 300/Jahr Gramm eines guten Rasendüngers, wobei der Rasendünger einen NPK Wert von ca. 20/5/10 haben sollte.
Nun möchte ich aus diesem Forum kein Bambusforum machen, allerdings wird es sich nicht vermeiden lassen Bambus ab und an hier zu erwähnen.
Bevor ich nun an meine Fragen komme, welche ich sicher in einem anderen Tread stellen sollte, möchte ich an dieser Stelle auf die mein Düngeverhalten aus den letzten Jahren eingehen, wobei auch da der Wurm eine wesentliche Rolle spielt.
In den ersten beiden Jahren habe ich ausschlieslich fertigen Langzeitdünger verwendet, was auf Dauer teuer sein kann. Ein wenig angehaucht von Umweltschutz erschien mir dann auch diese hohe Düngermenge als nicht gerade Umweltfreundlich und ich suchte nach alternativen. Pferdemist, Rinderdungpellets, Hornsphäne und Kompost ersetzten dann einen Teil der gekauften Düngemenge. Vor 3 Jahren fing ich dann an mit Bambus im Kübel, derzeit 3 Kübel je 400l und diverse Kübel mit 40 und 70l Inhalt. Ca. 30 Zimmerpflanzen, Tomaten, Paprika und Physalis stehen auch in Töpfen und Kübeln. Der Bedarf an Substrat für diese Kübel ist nicht gerade wenig und es lag mir nicht Baumärkte mit meinem Geld zu füttern, zumal die Herkunft der dortigen Pflanzsubstrate zweifelhaft ist. Mittlerweile ist mein Substratbedarf gedeckt und macht Jährlich die Runde. Verbrauchtes Substrat geht durch den Komposter und ruht für ein Jahr. Beim Umtopfen wird dieses Substrat von mir neu gemischt und kommt wieder in die Kübel/Töpfe, hierbei ist es mir egal welche Pflanze in dieses Substrat kommt. Bisher hat sich keine Pflanze darüber beschwert oder gar Mangelerscheinungen gezeigt, auch die Zimmerpflanzen nicht. Die Zusammensetzung meines Substrates ist auch kein Geheimnis und für Interessenten möchte ich es hier mitteilen: ca. 40% gute Gartenerde, ca. 30% Pferdemist welcher gut vergangen ist, 20% Kompost welcher maximal den Reifegrad 2 hat, also noch nicht absolut zersetzt ist, Bentonit als Granulat für den Wasserhaushalt und die benötigten Tonminerale, Rinderdungpellets, Hornspähne und Sand decken den Rest ab. Seit ich Bentonit benutze ist der Wasserbedarf der Pflanzen gesunken, das Bentonit kaufe ich als "Katzenstreu" es sollte allerdings unbehandelt sein.
Als ich vor 2 Jahren meine Yuccapalme umtopfte, soweit es die Zimmerpflanzen vertragen stehen diese im Sommer drausen, musste ich feststellen das einige Würmer im Topf überwintert hatten. Die Würmer müssen sich im Sommer dort heimlich eingenistet haben ... nunja es gibt schlimmeres als ein paar Würmer im Blumentopf der im Wohnzimmer steht. Was der Yuccapalme nicht geschadet hat kann auch meinen Kübelpflanzen im freien nicht schaden waren so meine Gedanken, warum also diese nicht mit Würmern besiedeln. Seit dieser Zeit habe ich auf meinen Spaziergängen mit meinen Hunden immer eine Wurmtüte in der Tasche und nehme jeden Wurm mit der mir auf diesen Spaziergängen begenet. Diese wandern dann in die Kübel und verrichten dort ihre Arbeit. Eine Kontrolle über die Würmer habe ich leider nicht, aber es scheint zu funktionieren. Lustig anzuschauen ist es wenn ein Bambusblatt senkrecht in der Erde steckt und so langsam darin verschwindet.
Was unkontrolliert funktioniert sollte auch kontrolliert funktionieren, bleibt also nur eine Wurmafm, welche ich mir nun zugelegt habe.
Nun aber genug sonst ermüdet der Leser möglicherweise, ich hoffe das die eine oder ander Information hilfreich sein wird. Ab morgen wird dann gefragt, wobei die erste Frage sicherlich um das Wurmfutter gehen wird.
Korrektur lesen entfällt wegen Zeitmangel, icdh bitte um Nachsicht.
mfG Kiko
Wurmmama
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Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von Wurmmama »

Guten Morgen und herzlich willkommen!

Wow! Was für ein interessanter Beitrag um diese Uhrzeit :o

Wofür nutzt du den Bambus? Was braucht er eigentlich für Lichtverhältnisse?
wurmige Grüße
Wurmmama
Claudia
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Registriert: So 31. Jan 2010, 12:12

Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von Claudia »

Hallo Kiko!

Zu den Bentonit-Streus: Es wurde mal von einer Gruppe privater Menschen eine Laboranalyse verschiedener Bentonit-Streus in Auftrag gegeben. Der Gehalt an z.B. Arsen und Asbest war erschreckend und teilweise deutlich über den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwerten. Das Wort "unbehandelt" auf der Packung bedeutet nur, dass der Hersteller selber nichts mehr hinzu gefügt hat, gibt aber keine Auskunft über die von ihm eingekauften Stoffe (z.B. Bauschutt). Es gibt Katzen, die über die Jahre eine chronische Arsenvergiftung von solchen Streus davon trugen. Das nur so als Info von wegen Paprika und Tomaten...

Viele Grüße
Claudia
kiko63505

Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von kiko63505 »

Hallo Wurmmama, hallo Claudia..
@ Wurmmama, die Lichtverhältnisse beim Bambus gehen von vollsonne bis schattig, kommt ganz auf die Sorte an. Wirklichen Nutzen habe ich durch den Bambus nicht, der eine oder andere Halm dient als Stütze bei anderen Pflanzen. Für mich ist Bambus einfach nur schön und elegant, interessant ist auch das Wachstum eines Halmes. Man kann fast zusehen wie dieser wächst, bis zu 10 cm je Tag sind bei meinen Bambussen schon möglich. Bambus ist durchaus in der Lage bei optimalen Bedingen Ofenrohrdicke Halme bis zu 24m in ca. 60 Tagen zu schaffen. Man muss sich hier mal vorstellen welche Biomassen dort in dieser kurzen Zeit aufgebaut wird.

@ Claudia, bei allem was wir täglich kaufen sind sicherlich viele Stoffe im Produkt von denen man lieber nichts weiss. Die Wahrheit über Inhaltsstoffe wird weitgehenst verschwiegen oder nur sehr ungenau beschrieben. Ich will damit sagen das Du generell recht hast, aber wir können das nicht ändern. Mein Produkt ist seit Jahren auf dem Markt ohne das ich je davon was negatives gehört habe. Dennoch werde ich mir mal das Produkt vornehmen und im Netz danach suchen.
mfG kiko
kiko63505

Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von kiko63505 »

Nachtrag für Claudia: Nähere Informationen zu dem Katzenstreu findest Du unter http://www.gimborn.de/content.php?conte ... er_biokats , man möge mir das einfügen eines Links vergeben.
mfG
kiko
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Flomax
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Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von Flomax »

@kiko

Ich sehe schon, Du schreibst sehr gerne und beherrscht es auch!!Ausserdem hast Du eine sehr direkte Art und scheinbar sehr viel Spaß an analytischer Vorgehensweise - was immer Du auch tust!! Ich freue mich auf den zuküfntigen Informationsaustausch und fruchtbare Diskussionen mit Deiner Beteiligung!!

Wie haben Deine feststehenden Bambuspflanzen diesen harten Winter überstanden?

Gruß
Flomax
kiko63505

Re: Auf den Wurm gekommen...

Beitrag von kiko63505 »

Hallo Flomax,
nach den Bambussen hättest besser nicht gefragt, für diese war der letzte Winter sehr schlimm. Teilweise bis zu 90% Blattverlust hat der lang andauerndé Frost gefordert. Die Pflanzen konnten einfach kein Wasser mehr aus dem Boden aufnehmen und sind Buchstäblich vertrocknet. Bei den Kübelbambussen hatte ich mehr Glück, die hatten ein wenig mehr Winterschutz durch Ihre Position im Hof. Der Blattverlust dort war weniger als geschätzte 5%. Nun ist aber wieder alles im Lot und der Bambus treibt fleisig neue Halme.
Das Thema Wurmkiste ist sicherlich noch eine Weile aktuell und wird sicherlich noch einige Fragen aufwerfen auf die ich hoffentlich eine Lösung hier erhalten werde.
mfG kiko
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