Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

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Hannelore_65
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Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Hannelore_65 »

Wie viel Wurmhumus produziert meine WurmFactory so? Wir haben 2 Kinder und essen viel Gemüse. Die Wurmfarm wird täglich gefüttert...
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Wurmmann
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Wurmmann »

Erfahrungsgemäß kann man die unterste Schicht ca. alle 3 Monate leeren. Natürlich hängt dies stark von der Art des Futters ab. Je mehr Wasser im Futter enthalten ist desto länger dauert es.
Da die Kompostwürmer äußerst Effizient sind, wird Ihr Biomüll im Volumen bis zu 80% reduziert während ihm das Wasser entzogen wird. So können Sie den Wurmtee weitaus öfter entnehmen und als Flüssigdünger einsetzten. (Der Wurmtee sollte soweit mit (Regen)Wasser verdünnt werden bis er die Farbe von leichtem schwarzem Tee hat).
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Eisbaer »

Hi
Je mehr die zu kompostierbaren Abfälle zerkleinert werden - Zwiebelhacker - und so desto größer ist die angreifbare Oberfläche für die kleinen Helfer. Je wärmer -Temperarturoptimum - desto aktiver
vielleicht hilft das.
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Flomax
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Flomax »

Hallo

das mit dem Zerkleinern stimmt - da hat Eisbär recht.

Ich benutze normale stapelbare Kunststoffkisten (Industriequalität - keine Curverboxen) mit Lochboden und luftig verschlossenen Eingrifflöchern als Wurmfarm. An zwei Stapeln habe ich jeweils die obersten Kisten (kommt man besser ran zum beobachten des Umsatzes) mit jeweils 500 Stück Eisenia foetida und Kaninchenmist (nach Heissrotte) als Grundsubstrat bestückt. In der ersten Kiste habe ich den Kompost in kleinen Stücken (mit Messer klein geschnitten)gefüttert. In der zweiten habe ich das Futter mit einem Standmixer (Hersteller: Unold, Typ: »Multitalent«) richtig zerkleinert bis es nur noch eine steife Brühe war.

Der Umsatz des Futters war in der zweiten Kiste viermal so schnell (14 Tage) wie in der mit den Kompoststücken (nach acht Wochen fand ich immer noch Teile des Kompostes).

Allerdings muß der Mixer schon ein wenig robust sein (sollte für crushed-Ice geeigent sein), und nicht unter 500 Watt Leistung haben.

Gruß
Flomax
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Wurmmann »

Ich bin erstaunt das die Kiste mit der "Brühe" am besten funktionierte. Ja, je kleiner desto besser, aber sobald ein Brühe entsteht habe wird der Sauerstoff ausgeschlossen und es fängt zu riechen an. Wie hast Du das gefüttert? Einen grossen "Blob" oder eine dünne schicht gegossen?
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Eisbaer »

Hallo
Wenn man diesen Brei "antrocknet" oder gar im Ofen trocknet und dann als Pulver überstreut?
Es gibt für die Bienenwachsgewinnung solche Öfen. Sie sind im Grund nichts als ne Fensterscheibe die dann a la Kamineffekt die warme Luft nach oben durch das zu trocknende Material führt. Anders Prinzip die Trockenobstgewinnung mit dem heizregulierbaren System.
Aber das wollen wir ja nicht- wir wollen möglichst ökologisch arbeiten ohne Backofen und elektrischen Strom.
man könnte die Energie aus der Heissrotte verwenden, muss nur abgeführt werden - GEGENSRROMPRINZIP ( Erdwärme tauscher) :D :? :roll:
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Flomax »

Hallo ... nein ihr macht euch grundlos unnötige Gedanken.

die "Brühe" ist nicht wirklich sehr flüssig... eher zäh wie ein steifer Brei. Ich gebe dieses Futter nie direkt auf die Wurmfarm. Ich mische es stets mit gesiebtem und aufgelockertem Substrat (Kanichenmist nach der Heissrotte).

Einen aneroben Abbau konnte ich bislang nicht feststellen.

Gruß
Thomas
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Wurmmann »

OK, das erklärt warum es so gut funktioniert... :D
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Eisbaer »

Hi Flomax
kurze zusammenfasung
1) Kaninchenmist in Tonne (?) - Heissrotte => Wieviel und Wie lange dauert das?
2) Gesiebte fertige Heissrotte vermischen mit Brei (Küchenabfälle mit Mixer behandelt) = Turbowurmkompost? wie lange ?
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Re: Wurmhumus Produktion einer Wurmfactory

Beitrag von Flomax »

Hallo Eisbär,

den Kaninchenmist lagere ich nach dem Misten erst einmal drei Wochen auf einem Haufen damit er gleichmäßig durchfeuchtet (durchzieht). Denn Kaninchenmist ist an manchen Stellen patschnass (die Stellen wo die Kanins ihren Urin ablassen) und an anderen eher sehr trocken.

Danach wird er zusammen mit Strukturmaterial (Heckenschnitt und/oder Holzhackschnitzel) in einem Hammerschlaghäcksler zerkleinert. Das so aufbereitete Häckselgut kommt dann in eine aussen isolierte und nach unten offene Kiste (ca. 700 l Fassungsvermögen) mit Deckel. Bei mir hat der Mist von ca. 3 - 4 Wochen nach dem Häckseln ein Volumen von ca. 400 - 500 l. Schon wenige Stunden nach dem Einfüllen herrschen Temperaturen von ca. 60°C in meinem "Thermokomposter". Die Temperatur steigt dann tags darauf auf über 70°C. Auf diesem Niveau bleibt sie ca. 7 Tage. Danach ist der Luftsauerstoff im zu kompostierenden Häckselgut verbraucht und die Temperatur beginnt langsam zu fallen. Eine deutliche Volumenreduzierung stellt sich ein und wenn die Temperatur auf ca. 30 - 40°C gesunken ist (nach ca. 14 Tagen), dann belüfte ich das Material mittels eines Doppelstabmixers (wie man ihn aus dem Verputzerhandwerk kennt). Dabei wird das trockene Material im Inneren (das durch die Heissrotte sehr viel Feuchtigkeit verloren hat) mit dem nassen Material aussen (das durch das vom Deckel tropfende Kondensat sehr feucht geworden ist) wieder vermischt. Danach steigt die Temperatur wieder bis auf ca. 60°C. Aber nur für ca. eine Woche danach ist dann die Heissrotte abgeschlossen. Das merkt man daran, dass weder ein weiteres Belüften noch ein Durchmischen dann noch zu merklichem Temperaturanstiegen führt.

Alles in allem dauert die Heissrotte in meinem Thermokomposter 3 Wochen. Diese drei Wochen sind auch der Zeittakt für alle daran anschließenden und die vorangehenden (Ställe misten) Arbeitsschritte.

Substrat sieben und die Wurmfarm damit bestücken, das mache ich allerdings noch vom Zustand der Wurmfarm (Futter nötig oder nicht) abhängig. Momentan ist die Wurmfarm auch noch der Flaschenhals in meinem System. Sprich ich habe noch nicht die notwendige Kapazität aufgebaut den Heissrottemist in eben diesen drei Wochen in Humus umzusetzen.

Ich werde wohl in Zukunft mehrgleisig fahren. Soll heissen dass ich meine momentane Stapelkistenwurmfarm auch weiter betreibe wenn ich eine funktionierende Durchflusskompostierung laufen hab. An letzterer bin ich gerade am experimentieren, probieren und konzeptionieren.

Den "Turbowurmkompost" füttere ich zur Zeit nur weil ich meine Population für die kommende Outdoorsaison extrem vergrößern muss. Die ca. 1000 Würmer pro Kiste vertilgen davon ca. 2 kg in rund 1,5 Woche. Zumindest ist dann nix mehr vom Futter an der Oberfläche sichtbar und sie ist wieder plan eben. Nur durch eine sogenannte Häufchenbildung beim Füttern kann ich überhaupt feststellen wann das Futter verbraucht ist.

Ich hoffe es war verständlich was ich geschildert habe und hoffentlich waren nicht zu viele Wiederholungen aus anderen Threats hier in meinen Ausführungen.

Gruß
Flomax
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