Thermokomposter

Fragen zu Komposthaufen? Haben Sie einen Haufen Pferdemist der entsorgt werden muss?
Eisbaer
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Thermokomposter

Beitrag von Eisbaer »

Kann mir irgendjemand einen guten Thermokomposter empfehlen?
Es gibt so viele und einige Testberichte
Also welche findet Ihr gut und wie geht man mit 2000 Liter Pflanzenabfall die Woche um???
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Flomax
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Flomax »

Hallo Eisbär,

wo kommen die Abfälle her und wie sind sie zusammengesetzt?

Bei der Menge empfiehlt es sich den Komposter selbst zu bauen. Es gibt fertige Kunststoffdämmpaneele aus den Du die Seitenwände und den Deckel bauen kannst.

So kannst Du auch die Form selbst bestimmen. Die meisten Kauf-Komposter sind mit elend kleinen Einfüll- und Entnahmeöffnungen ausgestattet - das ist nix für große Mengen.

Ich hab mir einen mit exakt 844 l-Volumen aus solchen Dämmpaneelen selbst gebaut. Diese Paneele haben ca 20 mm Dämmstoff (Styrodur) zwischen zwei 2 mm starken Kunststoffplatten. Das Grundmaterial war eine KS-Dämmplatte von 3 x 1,5 m und ergab einen Behälter von exakt 1,5 x 0,75 x 0,75 m (BxHxT)- ohne Verschnittreste. Dann brauchst Du noch acht 50x50x3 mm Winkelprofile in je 750 mm Länge und zwei Scharniere für den Deckel. Mit den Winkelprofilen verschraubst Du die vier Seitenwände miteinander (in jeder Ecke ein Wineklprofil aussen und eines innen). Bei nur vier Winkelprofilen reißen die Schrauben bei gröberen Belastungen auf die Seitenwände aus den selben raus. Deswegen durchgende Schrauben verwenden die die Seitenwände zwischen Aussenprofil und Innenprofil quasi einspannen. Lüftungslöcher kannst Du dann bohren so viele wie Du brauchst. Scharniere anschrauben an Seitenwand und Deckel. Zugseil zwischen Seitenwand und Deckel, damit letzterer beim aufklappen nicht umklappt - fertig. Boden bleibt offen. Beim Einsetzten von Würmern musst Du noch einen Lochboden mit max 10x10 mm Löchern einbauen, damit die Fressfeinde der Würmer (Spitzmäuse, Blindschleichen und Maulwürfe) nicht von unten her eindringen können.

Roll- oder Trommelkomposter wären auch nicht schlecht da sparst Du Dir das unerläßliche Umschcihten. Ausserdem haben die oft schon viel größere Volumen wie die Standkomposter. Schau mal nach den beigefügten Links.
http://mantis-europe.de/ctwin_whybest.asp
http://www.green24.de/innovationen/p141 ... mbler.html

Was meinst Du mit Thermokomposter eigentlich genau. Die meisten so bezeichneten Komposter sind nicht wirklich doppelwandig und/oder nach aussen hin isoliert. Aber der hier ist von der Beschreibung her nicht schlecht - ich will ihn mir auch zulegen, aber nicht zum kompostieren sondern als große Outdoorwurfarm:

http://www.gartenversand-omega.de/weite ... 230-l.html

Gruß
Thomas
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Flomax
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Flomax »

noch ein Nachtrag

Ich habe noch einen Trommelkomposter gefunden.

Bei http://www.backofenbau-parchim.de/ den Link Trommelkomposter anklicken.

Ich hab auch schon angefragt was einer kosten würde. Die wollen ca. 750 EUR und 120 EUR Versandkosten dafür haben. Das ist ein stolzer Preis, aber die integrierten Siebe sind schon eine kluge Sache! So kann man das Kompostieren, Durchmischen und Absieben mit nur einem Gerät erledigen - und ohne auch nur mehr zu tun als an der Kurbel zu drehen!!! :-)

Gruß
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Eisbaer »

Hallo
Auf Deine Frage Flomax
es handelt sich um eine Salatbar (mit Auslieferung) die die Kosten sparen wollte und schon an Refood denken. Da dachte ich ich könnte ein Kleinstunternehmen machen...
Da brauche ich aber noch viel mehr Infos was ich alles brauche...
Tonnen, Komposter, Regionalwerbung, Anmelden (Gerwerbeschein) , Grundstück, hey da brauche ich noch ein wenig Zeit dann ist der Auftrag futsch :cry:
Na ja was solls vielleicht mit denen vereinbaren nur einen Teil zu nehmen und diesen dann für jugendforscht verwenden um alles zu verbessern :D
grüße an alle
Eisbaer
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Eisbaer »

Hi hat jemand eine Bauanleitung für einen Thermokomposter den man drehen kann.
Ich dachte da an eine Tonne oder eine Abfalltonne, die man um sich selbst drehen könnte oder an einen Würfel mit 1 m Kanntenlänge ( =1000l Volumen) kann man den einspannen oder auf dem Boden wenden :D dreimal rechts einmal nach oben
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Flomax
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Flomax »

1000 Liter Volumen bei einen drehbaren Thermokomposter?

Das ist mächtig viel! Angenommen Du machst dort sehr viel grünen, also sehr feuchten Kompost, rein, dann hast Du schnell mal ein Gewicht von 400 kg zusammen. Da muß das Grundgerüst, auf dem er aufgehängt wird, schon sehr stabil sein.
Und damit nicht genug - Du kannst den Komposter auch nicht vollstopfen (höchstens etwas über die Hälfte des Gesamtvolumens) denn sonst geht der Durchmischeffekt beim Drehen verloren. Und dann hat ein halb voller Komposter, bis er mal auf Drehzahl ist, eine mächtige Unwucht, die auch mit dem Gestell aufgefangen werden muß. Also das wird ein richtiges Bauwerk!

Kaufvarianten solcher Komposter kosten mindestens 600-800 EUR. Ich will Dir nicht den Spaß verderben, aber selber bauen wird nicht viel billiger. Ganz im Gegenteil - es kann Dich auch deutlich mehr kosten - sehr wahrscheinlich sogar! Also alle Varianten die ich mir bislang in der 1 - 1,5 m³-Klasse erdacht und durchgerechnet habe waren an die 1.000 EUR teuer - nur Materialkosten!! Ich muß dabei einschränken dass da jeweils ein Motor dran war der die Kiste gedreht hat, und dass die Isolierung so ausgelegt war dass auch bei -15 °C eine Heisrotte stattfinden würde. Und formschön wären die auch, denn aussen wäre die Trommel mit Douglasienbrettern verkleidet gewesen. Soll ich Dir einen bauen - nein war Scherz. Der Transport zu Dir wäre allein schon viel zu teuer.

Wären denn mehrere kleine Rollkomposter nicht besser? Nun gut die sind auch nicht für lau zu haben.

Es wird schwer da einen passenden Kompromiss zu finden. Frag doch einfach mal bei einer Schlosserei nach was so ein Grundgestell, das Du dann selbst mit Holz beplanken kannst, kosten würde.

Gruß
Thomas
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Wurmmann »

Ich will bald einen rollkomposter aus einer Plastiktonne mit Besenstiel bauen. Motto: Möglichst billig, einfach und schnell nachzubauen. Das ganze möchte ich fotografisch dann dokumentieren und hier veröffentlichen.
Ich nehme an das es mehr Sinn macht mehrere mittlere komposter zu basteln als einen großen. Die Unwuchten von denen Thomas spricht sind nämlich sehr anstrengend für die Mechanik und wer will schon das Ihm 400Kg auf den Fuss fallen! :shock:
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Eisbaer »

Hi
Der Anbieter hier schreibt:...
http://www.backofenbau-parchim.de/
"Wir bieten Ihnen serienmäßig die Größe 650 l an. Kleinere Größen haben in unseren Tests nicht die erforderliche Heißrottephase erreicht."

Wenn die Tonne funktioniert kann man ja an den Besenstil so eine Art Schaufeln anbringen. Wie beim Zementmischer dann kann man noch mehr druchmischen. oder wie bei den Lottozahlen :lol:

Wie soll die Tonne denn isoliert werden? und welche Löcher bekommt sie?

Vielleicht ein altes Weinfass?
http://www.fässer-shop.de/Holzfaesser:: ... 0601115bc2
Ich hatte irgendwo noch andere Bilder gesehen finde die aber nicht mehr
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Flomax »

Ich habe ein Buch über Kompostierung. Ein relativ altes. Eine Auflage von 1986 oder so. Dort ist ein Rollkomposter abgebildet. Er ist konstruiert wie ein Weinfaß nur nicht so bauchig sondern eher zylinderförmig. Die Außenwände sind wie bei einem Weinfaß aus passgenauen Bohlen und außen herum hat man Stahlreifen montiert die das Holz zusammenhalten. Wenn ich aus Dresden zurück bin (Dienstag), dann scanne ich es mal ein und veröffentliche es hier. Die Konstruktion hat mich schon beeindruckt. Das Teil steht an einem Friedhof und wird dort zur Kompostierung von Friedhofspflanzen (verwelkte Kränze und Blumen) benutzt. Sieht auch sehr rustikal aus. Geschätztes Volumen - so circa 2 -3 m³.

Die Backofenfuzzies haben schon recht. Wenn man eine vernünftige Heissrotte erzeugen will, dann braucht es schon eine gewisse MIndestmenge an Kompost. Aber wenn ich sehe wie deren Trommelkomposter isoliert ist, dann kommen mir die Tränen. Man muß sich vorstellen, dass die Heissrotte bis zu 75°C erreichen kann. Und wenn der Kompost in der Luft hängt, also allseitig mit der Aussentemperatur konfrontiert wird, dann ist sogar im Hochsommer bei 30°C ein Temperaturgefälle von 35°C vorhanden. Welche Heissrotte würde da nicht abkühlen und zum erliegen kommen bei der lachhaften Dämmung der Backofenfuzzies!!!! Für solch einen Komposter ist, um einen ganzjährigen Betrieb zu gewährleisten, eine Isolierschicht von mindestens 80 mm Stärke bei einer Wärmeleitgruppe von 0,35 vonnöten. Letzteres bedeutet, dass mindestens Styrodur eingesetzt werden muß.

Bei all den Überlegungen wie ein Trommel- oder Rollkomposter gestaltet werden sollte, drängt sich mir die Frage auf - macht das überhaupt Sinn? Nur um das zwei bis dreimalige Wenden zu sparen solch einen Aufwand zu betreiben. Gut - wenn man entsprechende Massen hat und die möglichst schnell verarbeiten muß - dann wohl schon. Aber ohne Betriebserfahrung jetzt solch ein Teil zu bauen, das womöglich nicht richtig funktioniert? Das ist mir zu teuer. Sollten wir nicht mal jemanden ausfindig machen der solche Komposter betreibt und nach seinen Erfahrungen befragen?

Gruß
Thomas/Flomax
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Re: Thermokomposter

Beitrag von Eisbaer »

Hi Flomax
hast DU schon die Abbildung eingescannt?
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