Wurmröhre oder Wurmturm

Fragen zu Komposthaufen? Haben Sie einen Haufen Pferdemist der entsorgt werden muss?
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dynamind
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Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von dynamind »

Ich bin gestern über ein interessantes Konzept aus der Permakulturecke gesurft: Der Worm-Tower

Sie stecken ein Plastikrohr mit Löchern im unteren Bereich in die Erde und geben etwas Kompost, Würmer und Futter dazu und füttern dann kontinuierlich weiter. Durch Wässern werden die Nährstoffe dann in der Umgebung verbreitet und vom Rohr aus entwickelt sich das Bodenleben positiv.
http://www.ecofilms.com.au/2010/07/16/h ... orm-tower/

http://milkwood.net/2010/10/12/how-to-m ... orm-tower/

Bild

In der Praxis ist das alles vielleicht nicht ganz so rosig, weil sich ja von unten auch die übllichen Wurmfeinde bequem bedienen können (müsste man vielleicht noch ein Abschlussgitter dranmachen) ausserdem könnte ich mir vorstellen, dass es in so einer Röhre auch schnell anfängt zu faulen und dann ziehen die Würmer vermutlich weiter zu leckereren Gestaden.

Wenn ich ein Gemüsebeet hätte würde ich es vielleicht mal probieren - da ist der Nährstoffbedarf ja schon enorm. Vielleicht könnte man aber auch alternativ einfach Rohre mit fertigem Wurmompost füllen und ab und zu giessen - als so eine Art "Düngestäbchen". :D
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Wurmmann
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Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von Wurmmann »

Interessanter Link, aber ich teile Deine bedenken. Ob das wirklich so funktioniert?

Die Idee der Düngestäbchen ist mir allerdings auch schon gekommen. Vielleicht sollte man das mal verfolgen?
Wurmmama
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Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von Wurmmama »

Bei mir sind die Würmer unter der Mulchdecke und eigentlich immer aktiv. So verteilt sich das Ganze von Haus aus.

Die Idee ist aber witzig, selbst wenn es faulen sollte, die Jungs mögen doch sowieso matschiges Zeug viel lieber.
wurmige Grüße
Wurmmama
kiko63505

Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von kiko63505 »

Moin in die Runde,

Die idee ist soweit ok und in änlicher form hat das schon ein weibliches mitglied hier gemacht. Es gibt da die geschichte mit dem ausgehöhlten baumstamm.
Die pflanzen brauchen eigentlich den wurmhumus und dieser verbleit in der röhre, angereichertes wasser sickert nach unten, hier hätten lediglich die pflanzen einen vorteil die in absoluter nähe stehen würde.
Als minikompostbereiter ist das aber ok. In weniger auffälligen ecken und nischen im garten kann man passende gefäße aufstellen und den sommer über die natür arbeiten lassen.

kiko
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Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von Wurmbär »

@ Kiko

Irgendetwas in dieser Form müßtest Du in Deine Bambuskübel integrieren. Dann hätten die Würmer ihre Ruhe vor den Amseln. Oder mit Steinen o.ä. abdecken ...

Gruß
Wurmbär
kiko63505

Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von kiko63505 »

Hallo Wurmbär,

eigentlich hatte ich vor als lebende vogelscheuche zu fungieren :lol:

Ich werde dieses Jahr in den kübeln alle freiflächen mit pflanzen zuwachsen lassen.
kiko
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Flomax
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Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von Flomax »

@all

Tolle Kollage, aber meiner Ansicht nach funktioniert dieses System nicht. Zumindest nicht als "Düngestäbchen"! Vielleicht noch als Wurmspender!?

Wie soll denn der Wurmhumus und/oder der Wurmtee in horizontaler Richtung wandern?

Der Wurmtee sickert nach unten durch. Davon können allerhöchstens die Pflanzen direkt neben der Röhre profitieren. Und dann auch nur, wenn sie weitgefächertes Wurzelwerk haben. Unter einem Baum wäre so etwas denkbar!

Der Wurmhumus selbst verbleibt mal locker in der Röhre. Und selbst wenn der Umsatz in der Röhre funktioniert, wandert der Humus nicht von selbst da raus!

Bleibt noch zu klären wie der dringend benötigte Luftsauerstoff in die Röhre gelangt. Ok - man könnte in die Röhre ein gerolltes Gitter oder ein gerolltes Lochblech stecken. Dann könnte in dem Zwischenraum zwischen dem Aussenrohr und dem mit Substrat, Würmern und Bioabfall gefüllten, gelochten Rohr die Luft zirkulieren. Rein theoretisch!

Fazit: So schön die Darstellung auch ist (und davon läßt man sich oft beirren) - funktionieren wird der Turm/Röhre nicht! Nicht als "Düngestäbchen"! Als Wurmspender für das angrenzende Beet schon. Aber wozu sollten, bei ausreichender Verköstigung, die Würmer im Sommer die Röhre verlassen?

Gruß
Flomax
Hajo
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Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von Hajo »

Hallo kiko,
kiko63505 hat geschrieben:eigentlich hatte ich vor als lebende vogelscheuche zu fungieren
dann stelle doch bitte mal ein Bildchen davon hier ein, wäre recht interessant, das mal zu sehen.. :P :P :P

MfG Hajo
kiko63505

Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von kiko63505 »

Hallo Hajo,

ich denke das forum würde nach der veröffentlichung vereinsamen.
Wenn ich mich recht erinnere... warst es nicht Du der eine Wurmfarmheizung gebastelt hat? :lol: :lol: :lol: .
:idea: Wer sowas kann, der kann sicher auch eine elektronische Amselverschreckmichmaschine konstruieren 8-) .

schönen abend

kiko
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dynamind
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Re: Wurmröhre oder Wurmturm

Beitrag von dynamind »

Flomax hat geschrieben:Der Wurmtee sickert nach unten durch. Davon können allerhöchstens die Pflanzen direkt neben der Röhre profitieren. Und dann auch nur, wenn sie weitgefächertes Wurzelwerk haben. Unter einem Baum wäre so etwas denkbar!

Der Wurmhumus selbst verbleibt mal locker in der Röhre. Und selbst wenn der Umsatz in der Röhre funktioniert, wandert der Humus nicht von selbst da raus!
Also das Schreiben die Anwender dazu:
The worms do their wonderful wormy thing and convert that organic matter into rich worm poo and worm juice. The worm juice leaches out the holes and into the surrounding garden, bringing increased soil moisture, microbiology, fertility and in turn yummy vegies, for very little effort on your part. [..] Every 6 months or so you can clean out the worm tower and harvest the rich, fertile worm poo, using it as you choose on your garden.
Also sie scheinen den Humus zu ernten und den Garten mit dem entstehenden Wurmtee zu düngen. Ich denke eigentlich , dass nicht nur die unmittelbar daneben liegenden Pflanzen profitieren, sondern, im Sinne von Erde als eine Art ganzheitlicher quasi lebendiger Organismus, dass die Mikrorganismen vom Wurmtower aus die Humusproduktion anregen und sich das vielleicht auch ausbreiten kann (naiv stelle ich mir das gerade so vor wie das beschriebene Wachstum von Terra Preta).

Ob das jetzt Vorteile bringt gegenüber Giessen mit Wurmtee und ähnlichem müsste man mal schauen - vielleicht hat es einen nachhaltigeren Effekt auf die Bodengesundheit in dem Bereich in dem man es einsetzt - weil die Mikrorganismen ja eine sichere Heimat haben - das Wurmrohr - von dem aus sie auch bei widrigen Bedingungen immer wieder losziehen können. Das w#re dann ja auch ein bisschen wie bei Terra Preta wo die Holzkohlenporen eventuell der Speicher oder der Rückzugsraum sind - zumindest nach einer der Theorien dazu.

Und nur meine Gedanken dazu die empirisch durch nichts - noch nicht mal eigene Erfahrung - belegt sind :D
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