Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Fragen zu Komposthaufen? Haben Sie einen Haufen Pferdemist der entsorgt werden muss?
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Wurmmann
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Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von Wurmmann »

Hallo,
ich habe mal eine schöne Liste über die verschiedenen Kompostmaterialien gefunden:
http://www.composting101.com/c-n-ratio.html

Dort ist das Verhältnis von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N) für einige gebräuchliche Kompostgüter aufgelistet.

Die Liste kann sehr hilfreich sein wenn es darum geht eine optimale Rotte zu erzielen...

VG,
Jasper
Wurmmama
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Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von Wurmmama »

Da steht aber geschredderte Zeitung 175:1 (irre)
wurmige Grüße
Wurmmama
kiko63505

Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von kiko63505 »

Hallo Jasper,

Die Informationen aus Deinem link entsprechen in Kurzform denen aus meinem Link, siehe hier. Die Auflistung der einzelnen Garten und Küchenabfälle und deren C/N Verhältnis allerdings unterscheiden sich von denen aus demLinkEin weiterer Link allerdings ergibt auch unterschiede im C/N Verhältnis.
Ich denke man sollte jetzt nicht "Kalorien" zählen, es dürfte langen wenn man nur annähernd im Bereich um 25;1 liegt.
Die Kernfrage allerdings ist noch immer nicht beantwortet, wie wirkt sich ein schlechtes C/N Startverhältnis auf das Endprodukt aus.
Hintergrund der Frage ist:
Mehr oder weniger schwören wir alle auf Wurmhumus und haben eine gewisse Erwartungshaltung, die oftmals nicht realistisch ist. Trifft diese Erwatung nicht ein, folgt eine Enttäuschung, siehe Wurmbär. Bei derartigen Rückschlägen, kleinstwachstum usw. möchte ich ausschliesen können das ein mögliches schlechtes C/N Verhältnis im Ausgangsmaterial daran Schuld ist.
kiko
Wurmmama
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Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von Wurmmama »

Moin Kiko,

Jasper hat es schon geschrieben, mein Wissensstand ist das auch: das C/N Verhaeltnis beeinflusst die Rotte. Diese dauert bei einem hohen C Anteil laenger, weil Stickstoff gebunden wird.

Der Vergleich mit dem Kaffee kommt mir die ganze Zeit schon merkwuerdig vor. Wir verduennen ja nicht, sondern wir reduzieren. Pflaumenmus waere ein passender Vergleich gewesen :) Wurmhumus ist ein Konzentrat.

Hat man also Pflaumen, die nicht genuegend Spurenelemente und Mineralstoffe eingelagert haben, hat man auch davon weniger im Endprodukt.

Ich bin mir nicht ganz sicher, Chemie war noch nie mein Lieblingsthema, aber C und N sind doch fluechtige Stoffe, oder?

viele Gruesse
Wurmmama
wurmige Grüße
Wurmmama
kiko63505

Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von kiko63505 »

Moin Wurmmama,

auch ich tue mir in dieser Sache weh, kaum Grundwissen in der Sache und das gepaart mit vielen unbekannten.
Man möge mir meine Unwissenheit nachsehen, aber ich möchte nochmals auf den Kaffeevergleich kommen:
In diesem Fall wäre das Wasser C und der Kaffee N . Nehmen wir mal an das ein gekochter und guter Kaffee aus 1000 ml Wasser und 40 ml Kaffee besteht, was ein Verhältnis von 25:1 entspricht. Ändere ich nun den Wasseranteil oder dann Kaffeeanteil so ändert sich der Kaffee von sehr dünn bis hin zu sehr stark. Bei der Rotte bedeutet dass nun kurze oder lange Rottezeit, weil die Bakterien ein ungünstiges Verhältnis vorfinden. Ungünstige Verhältnisse bedeuten aber auch dass das Rottegut unvollständig versoffwechselt wird. Es entsteht zwar Humus aber eben nicht in der optimalen Qualität. In einer Wurmfarm kann das ähnlich sein, es entsteht zwar Wurmhumus aber möglicherweise in schlechter Qualität.
Ich verweise nochmals auf den Forumbeitrag den man öfters lesen sollte, ich zumindest.

kiko
Wurmmama
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Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von Wurmmama »

Auf welchen? (irre)
wurmige Grüße
Wurmmama
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Wurmmann
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Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von Wurmmann »

Hallo Kiko,
kannst Du bitte den Link wieder einsetzten? Ich habe Biozac mit jemanden anderem verwechselt und den Link vorschnell entfernt.

Um Deine Frage von meinem Wissenstand noch einmal genau zu beantworten: Das C:N Verhältnis bestimmt vor allem die Rottegeschwindigkeit. Inwieweit dadurch das Endergebnis beinflusst wird, kann man so gar nicht beantworten. Das hat viel mehr mit anderen Faktoren, wie z.B. dem Nährstoffgehalt der Ausgangsmaterialien oder den Wettereinwirkungen während der Rotte zu tun.

Den meisten wird es ja sowieso so gehen, dass sie keine große Wahl beim Ausgangsmaterial haben (siehe Flomax) und die C:N Werte nur benutzen um möglichst schnell zum Endergebnis zu kommen.

Prinzipiell kann man sicher noch hinzufügen das eine Mischung aus Ausgangastoffen wahrscheinlich auch eine ausgewogeneres Ergebnis liefert. Auf der anderen Seite ist es einfacher eine gleichbleibende Qualität mit gleichbleibenden Ausgangsmaterial zu erreichen.

VG,
Jasper
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Wurmbär
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Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von Wurmbär »

Oha,

in jedem Fall ist der C/N Unterschied zwischen Torf und Pappe gravierend. Ich bevorzuge den von Torf und kann somit nicht so sehr daneben liegen. :D

Der heutige Link von Kiko über Naturland und die Wurmkompostierung ist auch sehr gut ... und nervenberuhigend ...

Gruß
Wurmbär

Ähem, derletzt hatte ich 333 Beiträge und keiner hat mich zu einer Runde aufgefordert
Ihr könnt Euren Wurmtee alleine trinken ... :)=
kiko63505

Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von kiko63505 »

Hallo Wurmmann,

der link ist wieder im alten Beitrag hergestellt.
Generell hast Du recht mit den Ausgangsstoffen und deren Endqualität, großartig können wir das kaum beeinflussen. Es scheint auch als wenn alle Grünabfälle in einem annehmbaren Bereich liegen und sich hier schon eine Art Gleichgewicht einstellen dürfte. Beeinflussen können wir aber die Papierbeigaben, denn diese scheinen das C/N Verhältnis empfindlich zu stören. Allerdings kann auch hier jeder Wurmfarmer nach eigenem Ermessen füttern was immer er/sie will.
@ Wurmmama
im Beitrag, siehe hier, ist es der erste Link
Kiko
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dynamind
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Re: Stickstoff & Kohlenstoff Verhältnis

Beitrag von dynamind »

Ich frage mich ob das C/N Verhältnis nicht eher für einen "normalen" Kompost bzw. eine Heissrotte gilt. Dort wird ja quasi mit N die Rotte befeuert.

Da ich bei meinen Wurmfarmrecherchen auf teilweise sehr extreme Monokulturen gestossen bin (z.b. NUR Pappe oder NUR Gemüseabfälle) und diese Wurmfarmen aber trotzdem gut zu funktionieren scheinen könnte ich mir vorstellen, dass es tatsächlich nur für das Verhältnis der Nährstoffe im späteren Wurmkompost eine Rolle spielt (ist aber nur eine Hypothese) und es für die Würmer wesentlich wichtiger ist ideale Lebensbedingungen vorzufinden (siehe die wiss. Artikel in einem anderen Post: phWert, Feuchtigkeit, Temperatur). Wenn die Lebensbedingungen stimmen und dann noch organisches Material vorhanden ist unterstützen ja die Würmer SELBST die Rotte indem sie durch Ausscheidungen eine ideale Basis für die ihnen zuarbeitenden Bakterien schaffen.
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