Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Fragen zu Komposthaufen? Haben Sie einen Haufen Pferdemist der entsorgt werden muss?
BodoW
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Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von BodoW »

...leider auch etwas traurig, da der letzte im Rudel nunmehr das Zeitliche gesegnet hat :( .

So, aber zur Sache:
Ich hatte also einen Wurmkompost auf dem Balkon und vier Ratten, die eine gewisse Menge Hanfeinstreu mit Rattenköteln drin herstellten, die ich nicht in die Wurmkiste zum Produzieren von Gemüseerde schmeißen wollte. (Eigentlich wollte ich das schon, Jasper hat aber davon abgeraten.) Es musste also eine Zwischenstufe her.
Der Prototyp meiner Vorverrottungsanlage sah nun folgendermaßen aus:
  • - Ein Plastik-Abflussrohr mit seitlicher Inspektionsklappe an einem Ende
    - Ein größeres Abflussrohr mit einem Loch an einem Ende eingesägt, so dass
    - beide ineinander gesteckt werden konnten, und man von außen noch durch die Klappe ans innere Rohr kommt.
    - Mit rostfreien Maschinenschrauben verbunden, so dass zwischen beiden noch ein paar Zentimeter Platz ist, um
    - den Zwischenraum zur Geruchsvermeidung (Rattenkötel können ziemlich miefen) mit grob gemahlener Holzkohle füllen zu können.
    - Das ganze dann auf der Seite der seitlichen Öffnung zugepfropft und auf selbiger aufgestellt. (Platzverbrauch ~30x30 cm²)
Das blinde Ende unten bei der Inspektionsöffnung wurde mit Erde gefüllt, und dann wurde der anfallende Mist und Futterreste (gierige Viecher, mehr als Schalenreste und leere Kürbiskerne war da nicht) von oben in das Innenrohr geschüttet. Ab und zu gab es einen Tropfen Wasser und gelegentlich Wurmtee obendrauf.

Das Ergebnis heute, knapp ein Jahr nach dem Start, waren nun knapp fünf Liter vorverotteter Mist. Es waren keine Kötel mehr erkennbar, und das ganze roch nur noch nach Blumenerde.
Ich habe aus der seitlichen Öffnung so viel herausgenommen, bis wieder solide Kötel erkennbar waren. (Aber auch schon in einem Status, in dem das ursprüngliche "Betonhart" in "Sahnebaiserspröde" gewechselt ist.)
Momentan wird die Ladung im Backofen sterilisiert und danach kommt sie auf das Wurmmenü.

Fazit: Projekt gelungen, Ratten tot. (Keine Kausalität :D )

- Um derartige Bedenken auszuräumen: Alle Ratten waren zum Zeitpunkt der Entnahme medikamentenfrei.
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Flomax
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Re: Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von Flomax »

Hallo bodo,

gelungene Vorbehandlung! Eigentlich sogar schon Rohkompostqualität. Glückwunsch zu dem gelungenen Versuch, auch wenn er, wegen dem Ableben der Probanten, keinen Nutzen mehr bringt.

Deiner Beschreibung Deines Vorroterohres konnte ich nicht wirklich gut folgen. Kannst Du mal ein Foto davon einstellen?

Gruß
Flomax
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Re: Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von BodoW »

Immer diese Nörgler :D

So, ich hoffe, anhand der Fotos wird der Aufbau einigermaßen klar.
Wie man sieht, ist der Kohlestand nicht ganz oben, aber irgenwann brauchte ich mal eine Pause vom Zerkleinern, und die dauert noch an. ;) Daher scheint es oben grau durch die Belüftungslöcher. (Die hatte ich in der Beschreibung noch vergessen.)
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Re: Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von Flomax »

@Bodo

Coole Konstruktion! Du bist handwerklich echt geschickt. Und aus diesem Rohr hast Du so eine Qualität gezaubert - aus Rattenkot!? Respekt! Das hätte ich so nicht erwartet. Ich hätte eher angenommen, daß das Zeug im Rohr zu faulen beginnt. Da war die Belüftung scheinbar sehr gut geplant!

Gruß
Flomax
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Re: Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von BodoW »

Erstmal vielen Dank für die Blumen. Die Belüftung war eher Glückssache bzw. aus dem Bauch heraus.
Flomax hat geschrieben: auch wenn er, wegen dem Ableben der Probanten, keinen Nutzen mehr bringt.
Na, noch sind einige Liter in der Röhre drin. Und vielleicht schaffe ich mir ja auch nochmal ein neues Haus-/Nutztier an. Dann kann man es vielleicht wiederverwenden. Bis dahin werde ich mal probieren, ob man da drin auch regulär wurmkompostieren kann.
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Re: Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von Flomax »

@Bodo

... also wenn normales Kompostieren schon so gut darin klappt, dann sollte das Vermikompostieren auch klappen!

Ich bin da mehr als zuversichtlich. Probier es mal aus, und berichte uns dann darüber!

Mich würde vor allem interessieren wie lange es dann dauert bis der erste Humus fertig entnommen werden kann. Ob das nicht viel schneller als in einem Jahr passiert?

Und was mich noch interessiert, ist die Tatsache wie sich die Würmer in dem Doppelrohr verhalten! Ob sie im Substrat bleiben oder doch eher in dem Luftzwischenraum zwischen den beiden Rohren. Letzteres vermute ich mal stark. Bei meinen Stapelkisten-Wurmfarmen hatte ich einen Korb aus Lochblech mit rundherum ca. 10 mm Luft zur Kistenwand als Inlay und eigentlichen Träger des Substrates. Und dieser Luftzwischenraum war permanent mit Würmern bevölkert und nach einer Weile auch gefüllt mit verdichtetem schwarzen Humus!

Die Kompostwürmer scheinen Luftzwischenräume zu hassen und füllen sie mit dem Humus den sie ausscheiden!

Gruß
Flomax
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Re: Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von dynamind »

Flomax hat geschrieben:Bei meinen Stapelkisten-Wurmfarmen hatte ich einen Korb aus Lochblech mit rundherum ca. 10 mm Luft zur Kistenwand als Inlay und eigentlichen Träger des Substrates. Und dieser Luftzwischenraum war permanent mit Würmern bevölkert und nach einer Weile auch gefüllt mit verdichtetem schwarzen Humus!

Die Kompostwürmer scheinen Luftzwischenräume zu hassen und füllen sie mit dem Humus den sie ausscheiden!
Interessant. Ich hatte ein ähnliches Phänomen bei meiner Plastikfarm. Die Würmer hingen von der oberen zur unteren Ebene raus und haben die Schicht darunter ebenfalls mit reinem Wurmmist zugekackt. Das hatte sich dann aber ja alles verdichtet und führte zu "Katastrophe eins" die damals die Farm zum umkippen brachte.

Aber ob die wirklich Zwischenräume hassen?
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Re: Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von dynamind »

Zu den Zwischenräumen...ich habe nachgedacht und folgende Theorie aufgestellt.

Normalerweise kreuchen unsere Würmer ja durch verrottende Masse, sie bohren sich hinein und mampfen mit dem Mund (an der Vorderseite wenn man so will) den leckeren Bakterienmatsch während sie hinten das verarbeitete Material wieder rausschieben (kacken). Normalerweise schiebt sich so ein Wurm also quasi natürlich nach vorne, weil er hinten ja alles zukackt und sich weiterbewegen muss. Wenn die Würmer aber mit ihrem Hinterteil aus dem leckeren Bakterienmatsch heraushängen müssen sie sich ja nicht weiter vorschieben bzw. vielleicht empfangen sie von ihrem Hinterteil in diesem Fall kein Signal für "weiterrutschen". Vielleicth gibt es Tastzellen am Hinterleib die auf Druck reagieren und wenn der ausbleibt wird das Signal "vorwärtsrutschen" nicht ausgelöst. Also der Reflex bleibt aus oder so ähnlich.
Aber nur so eine Theorie ...
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Re: Rattenmistprojekt erfolgreich beendet...

Beitrag von Flomax »

@dynamind

........sehr gewagte Theorie!! :-)

Ich denke der Sachverhalt ist viel einfacher. Die Würmer "fressen" eine Zeit lang und dann ruhen sie eine gewisse Zeit. In der Ruhephase klettern sie aus dem Substrat und/oder bevölkern gerne luftsauerstoffreiche Bereiche - wie zum Beispiel diverse Hohlräume. Dort scheiden sie dann auch den Humus aus. Ist dieser dann auch noch sehr feucht, kommt es schnell zum "Verbacken" des Substrates!

Aber auch nur eine Theorie.

Gruß
Flomax
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